Der Flug ist gebucht, die Vielfliegernummer eingetragen – doch wie viele Meilen werden am Ende eigentlich gutgeschrieben? Die Antwort fällt je nach Airline, Tarif und Vielfliegerprogramm völlig unterschiedlich aus. Mit ein paar kostenlosen Werkzeugen rechnet Ihr die Gutschrift trotzdem in wenigen Minuten aus. Diesen Guide aktualisieren wir laufend – zuletzt im August 2026.
Im gleichen Zug findet Ihr heraus, in welchem Programm sich die Gutschrift überhaupt am meisten lohnt – denn oft bringt ein anderes Vielfliegerprogramm für denselben Flug ein Vielfaches an Meilen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum fällt die Meilengutschrift so unterschiedlich aus?
- Wie viele Meilen gibt es auf Flügen der SWISS?
- Wie findet man die Buchungsklasse eines Fluges heraus?
- Wie ermittelt man die geflogene Distanz?
- Wie findet man das beste Programm für die Gutschrift?
- Wie werden Points für den Status berechnet?
- Worauf sollten Schweizer Vielflieger besonders achten?
- Fazit zur Berechnung der Meilengutschrift
Grundsätzlich gilt: Es gibt heute zwei völlig verschiedene Berechnungslogiken, und der erste Schritt besteht darin, herauszufinden, welche für Euren Flug greift. Erst danach lohnt sich der Griff zu den Rechenwerkzeugen.
Warum fällt die Meilengutschrift so unterschiedlich aus?
Früher wurde die Meilengutschrift praktisch überall nach Distanz und Buchungsklasse berechnet. Heute existieren zwei Systeme nebeneinander, und welches gilt, hängt davon ab, wer das Ticket ausgestellt hat:
- Umsatzbasiert – die Gutschrift richtet sich nach dem Ticketpreis. So rechnen unter anderem Miles & More, Flying Blue und United MileagePlus für ihre eigenen Flüge.
- Distanzbasiert – die Gutschrift richtet sich nach der geflogenen Strecke und der Buchungsklasse. So rechnen fast alle Programme für Flüge mit Partnerairlines.
Die entscheidende Faustregel lautet deshalb: Wurde Euer Ticket von SWISS, Lufthansa, Austrian oder einer anderen Airline der Lufthansa Group ausgestellt, rechnet Miles & More umsatzbasiert. Sitzt Ihr dagegen auf einem Ticket einer Partnerairline – etwa als Codeshare mit United oder Singapore Airlines gebucht –, greift das distanzbasierte System.
Für die Punkte, die über den Miles & More Status entscheiden, gilt übrigens seit der Systemumstellung eine dritte, noch einfachere Logik – dazu weiter unten mehr.
Wie viele Meilen gibt es auf Flügen der SWISS?
Bei Flügen mit der SWISS und den übrigen Airlines der Lufthansa Group ist die Rechnung erfreulich einfach. Bemessungsgrundlage ist der Ticketpreis zuzüglich der von der Airline erhobenen Zuschläge – Steuern und staatliche Gebühren zählen nicht mit. Je nach Status erhaltet Ihr:
- 4 Prämienmeilen je Euro Umsatz ohne Status
- 5 Prämienmeilen je Euro Umsatz mit Status auf ausgewählten Airlines
- 6 Prämienmeilen je Euro Umsatz mit Status auf Flügen mit SWISS, Lufthansa, Austrian Airlines und weiteren Partnern
Ein Beispiel: Kostet ein Ticket ab Zürich 600 Franken, davon 480 Franken Flugpreis und Zuschläge, so rechnet Miles & More diesen Betrag in Euro um und multipliziert ihn mit dem passenden Faktor. Ohne Status kommt Ihr damit auf rund 2’000 Prämienmeilen.
Ein Stolperstein für Schweizer Vielflieger: Miles & More rechnet die Prämienmeilen bei Flügen der Lufthansa Group grundsätzlich je Euro ab – auch dann, wenn Ihr Euer Ticket in Franken bezahlt habt. Der in Franken bezahlte Betrag wird also zuerst umgerechnet, weshalb die tatsächliche Gutschrift je nach Wechselkurs leicht schwanken kann.
Wie sich die gesammelten Meilen in echten Gegenwert übersetzen lassen, zeigt unser Guide zum Wert einer Miles & More Meile.
Wie findet man die Buchungsklasse eines Fluges heraus?
Sobald das distanzbasierte System greift, wird die Buchungsklasse zum entscheidenden Faktor. Ein sehr günstiger Economy-Tarif bringt oft nur ein Viertel der Meilen eines teuren Tarifs derselben Reiseklasse – die Buchungsklasse herauszufinden ist deshalb kein Detail, sondern der halbe Rechenweg.
Je nachdem, ob Ihr schon gebucht habt, führen unterschiedliche Wege zum Ziel:
- Vor der Buchung – bei einer Direktbuchung zeigt die Airline die Buchungsklasse meist direkt in der Tarifübersicht an, etwa als «Economy Class (Y)».
- Bei Metasuchmaschinen – blenden die Buchungsklasse häufig aus. Dann hilft die ITA Matrix, in der Ihr denselben Flug nachschlagt und die Buchungsklasse ablest.
- Nach der Buchung – über die Buchungsverwaltung der Airline oder über ein Tool wie CheckMyTrip von Amadeus, das Euch mit Buchungscode und Nachnamen die Details anzeigt.
Eine ausführliche Anleitung zur Bedienung der Matrix findet Ihr in unserem ITA Matrix Tutorial. Führt keiner dieser Wege zum Ziel, bleibt der Anruf bei der Airline – dort wird die Buchungsklasse zuverlässig genannt.

Notiert Euch die Buchungsklasse für jedes einzelne Segment: Bei Umsteigeverbindungen können die Teilstrecken durchaus in unterschiedlichen Klassen ausgestellt sein.
Wie ermittelt man die geflogene Distanz?
Für das distanzbasierte System braucht Ihr als zweite Zutat die tatsächliche Streckenlänge. Am schnellsten geht das mit dem kostenlosen Werkzeug Great Circle Mapper, in das Ihr die Flughafencodes Eurer Reise einfach hintereinander eingebt.
Für einen Flug von Zürich über Istanbul nach Singapur und zurück gebt Ihr also schlicht «zrh-ist-sin-ist-zrh» ein. Als Ergebnis erhaltet Ihr eine Karte samt einer Auflistung aller Teilstrecken in Meilen – genau die Zahlen, die Ihr für die Rechnung braucht.
Wichtig ist, dass Ihr wirklich alle Segmente erfasst – auch kurze Zubringerflüge ab Zürich, Genf oder Basel zählen mit und können die Gesamtgutschrift spürbar erhöhen.
Wie findet man das beste Programm für die Gutschrift?
Jetzt kommt das eigentliche Kernwerkzeug ins Spiel: Where to Credit. Dort gebt Ihr die ausführende Airline und die Buchungsklasse ein, und das Tool zeigt Euch für jedes Partnerprogramm an, wie viel Prozent der Distanz als Meilen gutgeschrieben werden. Die Unterschiede sind erheblich – zwischen 25 und 300 Prozent der Entfernungsmeilen ist alles möglich.
Die eigentliche Rechnung ist danach simpel: Ihr multipliziert die Distanz jedes Segments mit dem angezeigten Prozentsatz und addiert die Ergebnisse. Zwei Details solltet Ihr dabei nicht übersehen:
- Mindestgutschriften – viele Programme schreiben je Segment eine Mindestmeilenzahl gut, wodurch kurze Flüge besser abschneiden als die reine Prozentrechnung vermuten lässt.
- Ausgeschlossene Buchungsklassen – in den günstigsten Tarifen gibt es bei vielen Airlines gar keine Prämienmeilen.
Erst dieser Vergleich zeigt, wo sich die Gutschrift wirklich lohnt. Es kann sich durchaus rechnen, die Meilen eines Star-Alliance-Fluges bei einem anderen Programm als Miles & More gutschreiben zu lassen – wer allerdings den Status im Blick hat, sollte den nächsten Abschnitt beachten.
Wie werden Points für den Status berechnet?
Für den Status gilt bei Miles & More seit der Reform eine eigene, deutlich einfachere Rechnung: Weder Ticketpreis noch Buchungsklasse oder Distanz spielen eine Rolle. Entscheidend sind allein die Reiseklasse und die Frage, ob Ihr kontinental oder interkontinental unterwegs seid.
Die folgenden Werte gelten je Segment, Stand August 2026:
| Reiseklasse | Kontinental | Interkontinental |
|---|---|---|
| Economy Class | 20 Points | 60 Points |
| Premium Economy Class | — | 80 Points |
| Business Class | 40 Points | 200 Points |
| First Class | — | 400 Points |
Weil jedes Segment einzeln zählt, bringen Umsteigeverbindungen mehr Punkte als Direktflüge. Welche Airlines dabei zusätzlich die begehrten Qualifying Points gutschreiben, lest Ihr in unserem Guide zu den Qualifying Points bei Miles & More.
Worauf sollten Schweizer Vielflieger besonders achten?
Ab der Schweiz gibt es drei Besonderheiten, die die Rechnung beeinflussen. Erstens gelten bei Edelweiss abweichende Regeln, die je nach Tarif und Flugnummer variieren – hier lohnt der Blick in die Tarifbedingungen vor der Buchung. Zweitens führen viele Reisen ab Zürich, Genf oder Basel über ein Drehkreuz, wodurch zusätzliche Segmente entstehen, die Ihr in der Rechnung nicht vergessen solltet.
Drittens – und das ist der grösste Hebel – lässt sich das Meilenkonto in der Schweiz auch ganz ohne Flug füllen. Über die Umwandlung von Coop Superpunkten und über die Schweizer Miles & More Kreditkarten kommen oft mehr Meilen zusammen als über die Flüge selbst. Wie das im Detail funktioniert, zeigt unser Guide zum Meilen sammeln bei Miles & More.
SWISS Miles & More Gold Duo
- Aktion bis 30. September 2026: Frequent Traveller Status für 600 Franken oder 80’000 Meilen erwerbbar
- Schneller am Gate mit 2 ZRH Comfort Vouchern
- Miles & More Meilen mit allen Umsätzen sammeln
- Halbe Jahresgebühr im 1. Jahr geschenkt
- Meilenverfall stoppen
- Reiseversicherungen inklusive
- SIXT Gold Mitgliedschaft inklusive
Eine günstige Alternative sind die Kombi-Angebote von Cornèrcard, bei denen zur Visa Karte eine dauerhaft kostenlose Diners Club Karte mit höherer Sammelrate gehört.
Cornèrcard Miles & More Kombi-Angebot Gold
10’000 Miles & More Meilen Willkommensbonus
- Diners Club Karte kostenlos für immer
- Halbe Jahresgebühr im ersten Jahr
- Unbegrenzte Gültigkeit der Miles & More Meilen
- Zugang zu über 1’700 Lounges weltweit dank Diners Club
- Meilen sammeln mit jedem Franken Umsatz
- Versicherungen für Reisen & mehr
- Kostenloser Hertz Gold Plus Status
Alle Karten im direkten Vergleich findet Ihr in unserem Miles & More Kreditkarten-Vergleich.
Fazit zur Berechnung der Meilengutschrift
Die Meilengutschrift zu berechnen wirkt auf den ersten Blick kompliziert, folgt aber einem klaren Ablauf: zuerst klären, ob umsatz- oder distanzbasiert gerechnet wird, dann Buchungsklasse und Distanz ermitteln und schliesslich über Where to Credit das lohnendste Programm bestimmen. Für Flüge der Lufthansa Group genügt sogar eine simple Multiplikation des Ticketpreises. Und für den Status gilt ohnehin die einfachste Rechnung von allen – dort zählen nur Reiseklasse und Streckenart.




