Statt in die Lounge zu gehen, im Flughafen-Restaurant essen und die Rechnung bis zu einem festen Betrag nicht bezahlen: Das ist die Idee hinter den Priority Pass Restaurants. Der Vorteil klingt besser, als er für Schweizer Reisende heute ist – denn er hängt an genau einer Mitgliedschaftsstufe, und die verbreitetste Karte hierzulande schliesst ihn aus. Diesen Guide aktualisieren wir laufend – zuletzt im September 2026.
Wir zeigen Euch, wie das Verzehrguthaben funktioniert, welche Mitgliedschaft es überhaupt enthält, warum die American Express Platinum Card dabei aussen vor bleibt und wie es um die Lage an den Schweizer Flughäfen steht.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind Priority Pass Restaurants?
- Wie funktioniert das Verzehrguthaben?
- Welche Mitgliedschaft schliesst Restaurants ein?
- Warum bringt die American Express Platinum in Restaurants nichts?
- Gibt es Priority Pass Restaurants in der Schweiz?
- Wo findet man Priority Pass Restaurants?
- Was gilt für Gäste und Begleitpersonen?
- Fazit zu den Priority Pass Restaurants
Der Priority Pass ist ein Zusammenschluss überwiegend unabhängiger Flughafen-Lounges und richtet sich an Reisende ohne Vielfliegerstatus. Weil es aber längst nicht an jedem Flughafen eine passende Lounge gibt – und schon gar nicht in jedem Terminal – hat der Anbieter zusätzlich Partnerschaften mit Restaurants geschlossen.
Was sind Priority Pass Restaurants?
Dabei handelt es sich um ganz normale Flughafen-Restaurants, in denen Ihr statt eines Lounge-Zutritts ein Verzehrguthaben erhaltet. Die Annehmlichkeiten einer Lounge bietet das nicht: keine Ruhezone, kein Arbeitsbereich, keine Dusche. Dafür gibt es ein richtiges Essen statt eines Buffets, das schon seit zwei Stunden steht.
Sinnvoll ist die Option vor allem in drei Situationen:
- Am Flughafen gibt es gar keine Lounge, die Euer Pass abdeckt, oder sie liegt im falschen Terminal.
- Der Aufenthalt ist zu kurz, als dass sich der Weg in die Lounge lohnen würde.
- Die Lounge ist zu Stosszeiten überfüllt – an grossen Drehkreuzen eher die Regel als die Ausnahme.
Entstanden ist das Angebot in den USA und in Australien, wo es bis heute am dichtesten ist. In Europa bleibt es die Ausnahme.

Wie hoch das Guthaben ausfällt, legt jedes Restaurant selbst fest. Üblich sind rund 28 bis 30 US-Dollar pro Person, also ungefähr der Betrag, den ein einzelner Lounge-Besuch regulär kostet.
Wie funktioniert das Verzehrguthaben?
Der Ablauf ist unkompliziert, hat aber eine wichtige Regel: Sagt gleich zu Beginn, dass Ihr den Priority Pass nutzen wollt. Viele Restaurants vermerken das bereits bei der Platzzuweisung, und eine nachträgliche Korrektur der Rechnung ist mühsam für beide Seiten.
- Karte beim Empfang oder beim Servicepersonal vorweisen und den Vorteil ankündigen
- bestellen, was Ihr möchtet – das Guthaben deckt Speisen und Getränke ab
- am Ende wird die Karte wie eine Kreditkarte durchgezogen und das Guthaben von der Rechnung abgezogen
- liegt die Rechnung darüber, zahlt Ihr nur die Differenz
Einschränkungen legt jedes Restaurant selbst fest. Waren für unterwegs wie abgepackte Sandwiches oder Salatschalen sind meist ausgenommen, und in den USA wird häufig ein pauschales Trinkgeld auf die Rechnung gesetzt, das nicht vom Guthaben gedeckt ist.
Eine Obergrenze für die Zahl der Restaurants gibt es nicht: Wo mehrere Partner am selben Flughafen liegen, könnt Ihr theoretisch nacheinander in beiden essen und erhaltet das Guthaben jedes Mal neu. Jeder Besuch zählt allerdings gegen Euer Kontingent an Zugängen.
Die meisten Partner setzen zudem eine Bordkarte für denselben Tag voraus und lassen das Guthaben nur vor dem Abflug zu. Einzelne Restaurants erlauben die Einlösung auch nach der Ankunft – das steht jeweils in der App.
Welche Mitgliedschaft schliesst Restaurants ein?
Hier liegt der entscheidende Unterschied zu früher – und der Grund, warum viele Reisende vor Ort eine Absage kassieren. Der Priority Pass wird in drei Stufen direkt verkauft, und nur die teuerste enthält die Restaurants. Die folgenden Preise gelten mit Stand September 2026; angeboten werden sie auch für Schweizer Kunden ausschliesslich in Euro oder US-Dollar, weshalb wir auf eine Umrechnung verzichten.
| Mitgliedschaft | Leistungen |
|---|---|
| Standard – 89 Euro pro Jahr | jeder Lounge-Besuch kostet 30 Euro, Gäste ebenfalls 30 Euro, Restaurants nicht enthalten |
| Standard Plus – 289 Euro pro Jahr | zehn Besuche im Jahr frei, danach 30 Euro, Gäste 30 Euro, Restaurants nicht enthalten |
| Prestige – 459 Euro pro Jahr | unbegrenzte Besuche, Gäste 30 Euro, Restaurants inklusive |
Wer das Verzehrguthaben also gezielt nutzen möchte, braucht die Prestige-Mitgliedschaft. Über reisetopia erhaltet Ihr alle drei Stufen vergünstigt; die Details dazu stehen auf unserer Priority Pass Übersicht.

Bei Mitgliedschaften, die über eine Kreditkarte ausgegeben werden, gelten dagegen eigene Regeln – und die fallen deutlich enger aus.
Warum bringt die American Express Platinum in Restaurants nichts?
Die American Express Platinum Card ist in der Schweiz der bequemste Weg zum Priority Pass: Sie bringt eine vollwertige Mitgliedschaft mit, die Partnerkarte erhält ebenfalls eine, und der Zugang gilt in mehr als 1’550 Lounges weltweit. Für Restaurants nützt das allerdings nichts.
American Express hat die sogenannten Non-Lounge-Erlebnisse bereits am 1. August 2019 aus den selbst ausgegebenen Priority Pass Mitgliedschaften gestrichen – weltweit und damit auch für die von Swisscard herausgegebenen Schweizer Karten. Betroffen sind neben den Restaurants auch Spas und Ruheräume.
Mit einem über American Express ausgegebenen Priority Pass erhaltet Ihr in Partner-Restaurants kein Verzehrguthaben. Ausgenommen sind nur wenige Standorte, darunter alle Minute Suites, sleep ‘n fly am Flughafen Dubai und das Grain Store am Flughafen London-Gatwick.
Dieselbe Einschränkung haben inzwischen weitere grosse Herausgeber übernommen. Wer die Restaurants wirklich nutzen will, kommt daher an einer direkt gekauften Prestige-Mitgliedschaft kaum vorbei.
Als reine Lounge-Karte bleibt die Platinum Card trotzdem das stärkste Angebot der Schweiz, zumal die Partnerkarte kostenlos ist und ebenfalls Zugang erhält. Gäste sind allerdings nicht inbegriffen und kosten 35 US-Dollar pro Person.
American Express Platinum Card
- Aktion bis 29. September 2026: 100 CHF Vergani-Gutschein
- 200 CHF SIXT Ride Guthaben pro Jahr
- 100 CHF SWISS Gutschein pro Jahr
- 160 CHF Dining Guthaben bei GaultMillau
- Bis zu 100 CHF Gutschrift bei Vergani pro Jahr
- Rabatt bei Gübelin und Holmes Place
- Kostenfreie Platinum Partnerkarte inkl. aller Vorteile
- Bestes Versicherungspaket in der Schweiz
- Kostenloser Lounge-Zugang in 1’550 Lounges weltweit
Welche weiteren Schweizer Karten Lounge-Zugang bieten und wie sie sich preislich schlagen, zeigt unser Vergleich der Kreditkarten mit Lounge-Zugang.
Gibt es Priority Pass Restaurants in der Schweiz?
Nein. An den drei Schweizer Flughäfen mit Priority Pass Standorten gibt es ausschliesslich Lounges und kein einziges Partner-Restaurant. Für Abflüge ab der Schweiz ist das Verzehrguthaben damit kein Argument – es ist ein Vorteil für unterwegs.
- Zürich: Aspire Lounge (zwei Standorte), Marhaba Lounge und Primeclass Lounge
- Genf: Crystal Lounge by Aspire und Horizon Lounge sowie zwei Marhaba Lounges
- Basel-Mulhouse: Lounge am EuroAirport
Für einzelne dieser Lounges lässt sich der Platz inzwischen vorab reservieren, was an Spitzentagen sinnvoll ist. Die Reservierung kostet in der Regel eine kleine Zusatzgebühr und ersetzt den Zutritt nicht.

Fliegt Ihr ab einem ausländischen Flughafen los, sieht die Rechnung anders aus. Wer regelmässig ab Mailand oder München startet, findet dort ein grösseres Angebot – warum sich der Abflug im Ausland ohnehin lohnen kann, lest Ihr in unserem Guide zum Abflug im Ausland.
Wo findet man Priority Pass Restaurants?
Verlässlich nur in der App von Priority Pass. Das Netz verändert sich laufend: Restaurants kommen hinzu, andere steigen aus, und in den vergangenen Jahren hat der Anbieter das Angebot in mehreren Märkten spürbar ausgedünnt. Eine gedruckte Liste ist deshalb schon veraltet, bevor Ihr am Flughafen ankommt.
In der App seht Ihr für jeden Standort, ob es sich um eine Lounge oder ein Restaurant handelt, wie hoch das Guthaben ausfällt und ob ein Gast mitgenommen werden darf. In Europa sind bislang vor allem einzelne deutsche Flughäfen vertreten:
- Berlin-Brandenburg mit dem Mövenpick Café und dem NU Restaurant
- Hamburg mit dem Marché Restaurant im Terminal 2
- Düsseldorf mit Palavrion Grill, White Monkey und Pizza Lab & Bar im Terminal A
- Nürnberg mit dem Mövenpick Restaurant
Ausserhalb Europas ist das Angebot deutlich dichter, besonders an mittelgrossen Flughäfen in den USA und in Australien. Prüft dennoch immer kurz vor Ort, ob der Partner noch teilnimmt – die Angaben in der App sind aktueller als jede Übersicht, aber auch sie hinken gelegentlich hinterher.
Was gilt für Gäste und Begleitpersonen?
Ist in Eurer Mitgliedschaft ein kostenloser Gast enthalten, erhaltet Ihr im Restaurant das doppelte Guthaben – vorausgesetzt, Ihr seid tatsächlich zu zweit unterwegs. Reist Ihr allein, gibt es kein doppeltes Guthaben.
Ohne inbegriffenen Gast könnt Ihr den regulären Gastpreis von meist 30 Euro bezahlen und erhaltet dafür ebenfalls das doppelte Guthaben. Ob ein Restaurant Gäste überhaupt zulässt, entscheidet es selbst – auch das steht beim jeweiligen Eintrag in der App.
American Express Gold Kreditkarte
- Halbe Jahresgebühr fürs erste Jahr
- Zwei kostenlose Lounge-Eintritte
- 100 Franken Dining-Gutschrift pro Jahr
- 80 Franken Flaschenpost Gutschrift pro Jahr
- Bis zu 30 Prozent Rabatt bei Hotels.com
- Wertvolle Punkte sammeln mit jedem Franken Umsatz
- Umfangreiches Versicherungspaket
Wer den Priority Pass ohnehin nur ein- bis zweimal im Jahr braucht, fährt mit einer Karte wie der American Express Gold Card oder einem Bezahlmodell pro Besuch meist günstiger als mit der Prestige-Mitgliedschaft.
Fazit zu den Priority Pass Restaurants
Die Priority Pass Restaurants sind ein sympathischer Vorteil, aber längst kein Selbstläufer mehr. Enthalten sind sie nur in der Prestige-Mitgliedschaft für 459 Euro im Jahr; über eine Kreditkarte ausgegebene Mitgliedschaften – allen voran jene von American Express – schliessen sie seit 2019 aus. An den Schweizer Flughäfen gibt es ohnehin kein Partner-Restaurant.
Wer viel in den USA oder in Australien unterwegs ist und dort regelmässig lange Umsteigezeiten hat, holt aus dem Verzehrguthaben echten Gegenwert heraus. Für alle anderen bleibt der Priority Pass das, was er ursprünglich war: eine Lounge-Mitgliedschaft – und die bekommt Ihr in der Schweiz am günstigsten über eine Premium-Kreditkarte.




