Wer in der Schweiz Meilen sammelt, hat die Wahl: Miles & More über SWISS und die Kreditkarten von Swisscard und Cornèrcard, oder ein flexibles Punktekonto bei American Express, das sich zu mehreren Programmen übertragen lässt. Beides hat seine Berechtigung – und trotzdem geben wir Miles-&-More-Meilen deutlich zögerlicher aus als andere Währungen.
Warum das so ist, welche Argumente nach der grossen Programmumstellung noch tragen und welche nicht mehr, zeigen wir Euch in diesem Guide. Wir haben ihn zuletzt im August 2026 vollständig überarbeitet.
Inhaltsverzeichnis
- Was hat sich bei Miles & More zuletzt grundlegend geändert?
- Wie viel ist eine Miles & More Meile wert?
- Welche Vorteile hat Miles & More gegenüber anderen Programmen?
- Wie sammle ich in der Schweiz am schnellsten Miles & More Meilen?
- Wann lohnt sich ein anderes Programm mehr?
- Fazit zum Wert von Miles & More Meilen
Vorweg der wichtigste Hinweis: Seit Juni 2025 rechnet Miles & More mit dynamischen Meilenpreisen. Wer die Vorzüge des Programms noch aus der Zeit fester Prämientabellen kennt, muss einige davon neu bewerten.
Was hat sich bei Miles & More zuletzt grundlegend geändert?
Miles & More hat sein Prämiensystem so stark umgebaut wie seit Jahren nicht. Prämienflüge heissen jetzt Award Flights, der frühere Flex-Plus-Tarif ist abgeschafft, und die Meilenpreise sind dynamisch: Sie hängen von Strecke, Datum, Reiseklasse und gewähltem Tarif ab.
Für Flüge mit SWISS, Lufthansa, Austrian Airlines und Lufthansa City gilt das seit dem 3. Juni 2025, für Discover Airlines und Air Dolomiti seit dem 3. März 2026. Statt eines Preises je Strecke seht Ihr in der Buchungsmaske nun mehrere Tarifstufen – auf europäischen Strecken bis zu drei, auf interkontinentalen bis zu vier, je nach Reiseklasse.
Die unangenehmste Folge betrifft die Flexibilität. Früher war ein Prämienflug faktisch immer ein Flex-Ticket: Sitzplatzreservierung, Gepäck sowie Umbuchung und Stornierung gegen eine überschaubare Gebühr waren enthalten. Das ist heute nicht mehr automatisch der Fall – wer den günstigsten Tarif wählt, zahlt für Änderungen deutlich mehr oder kann gar nicht mehr umbuchen. Die Details dazu haben wir in unserem Guide zu den neuen Tarifklassen der Miles & More Award Flights aufgeschlüsselt.
Der günstigste Meilenpreis ist nicht automatisch der beste Tarif. Vergleicht bei jedem Award Flight, was der nächsthöhere Tarif zusätzlich kostet – und was er an Gepäck, Sitzplatz und Umbuchungsrecht mitbringt. Gerade bei Reisen, die weit im Voraus liegen, ist der Aufpreis häufig günstiger als eine spätere Umbuchung.
Mit diesem Rahmen im Kopf lässt sich die eigentliche Frage sauber beantworten: Was ist eine Miles-&-More-Meile heute noch wert?
Wie viel ist eine Miles & More Meile wert?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn der Gegenwert einer Meile hängt fast vollständig davon ab, wofür Ihr sie einlöst. Die Spannweite ist gewaltig – und genau darin liegt der Kern des Themas: Nicht das Sammeln entscheidet über den Wert, sondern die Einlösung.

Unsere Einschätzung der gängigen Einlösearten:
| Einlösungsart | Einschätzung |
|---|---|
| Worldshop (Sachprämien) | ❌ unattraktiv |
| Hotels und Mietwagen | ❌ unattraktiv |
| Economy Class | 🟡 situativ |
| Premium Economy Class | 🟡 solide |
| Business Class | ✅ attraktiv |
| First Class | ✅ attraktiv, hier liegen die Bestwerte |
Nach unserer laufenden Meilenwert-Analyse liegt der durchschnittliche Gegenwert bei geschickter Einlösung bei rund 1.7 Euro-Cent je Meile, während eine Sachprämie im Worldshop oft nur etwa 0.3 Euro-Cent bringt. Der Unterschied zwischen der besten und der schlechtesten Einlösung beträgt also mehr als das Fünffache. Die vollständige Rechnung mit allen Beispielen findet Ihr in unserer Analyse zum Wert einer Miles & More Meile.

Ehrlicherweise gehört dazu, dass der reale Gegenwert zuletzt unter Druck stand: Im laufenden Jahr sind sowohl die nötigen Meilen auf vielen Langstrecken als auch die Zuschläge gestiegen – bei SWISS unter anderem auf den Strecken in die USA. Unsere Einschätzung ist deshalb bewusst vorsichtig gehalten.
Welche Vorteile hat Miles & More gegenüber anderen Programmen?
Trotz der Umstellungen bleiben drei Argumente, die aus Schweizer Sicht schwer wiegen.
- Verfügbarkeit auf den Strecken, die Ihr wirklich fliegt. Für Flüge der Lufthansa Group – und damit für alle SWISS-Langstrecken ab Zürich – findet Ihr bei Miles & More zuverlässiger Plätze als bei Partnerprogrammen, die auf dieselben Flüge zugreifen.
- Direktflüge ab der Schweiz. Andere Programme bieten auf dem Papier bessere Verfügbarkeiten, verlangen aber Umwege über fremde Drehkreuze. Ein Direktflug ab Zürich ist eine Ersparnis, die in keiner Meilenrechnung auftaucht.
- Ein sehr breiter Sammelmarkt. In kaum einem europäischen Land gibt es so viele Wege, Miles-&-More-Meilen im Alltag zu sammeln, wie in der Schweiz.
Der letzte Punkt ist derjenige, der Schweizer Sammler von deutschen unterscheidet – und er verdient einen eigenen Abschnitt.
Wie sammle ich in der Schweiz am schnellsten Miles & More Meilen?
Der bequemste Weg führt über den Einkauf im Alltag. Mit der kostenlosen Coop Supercard sammelt Ihr Superpunkte, die sich im Normalfall im Verhältnis 2:1 in Miles-&-More-Meilen umwandeln lassen. Ein- bis zweimal pro Jahr legt Coop einen Transferbonus von bis zu 33 Prozent obendrauf. Pro Kalenderjahr sind maximal 500’000 Superpunkte und damit 250’000 Meilen umwandelbar.
Wie Ihr die Superpunkte am effizientesten aufbaut, lest Ihr in unserem Guide zum Meilen sammeln mit Coop Superpunkten. Ein zweiter Schweizer Sonderweg führt über den UBS KeyClub.
SWISS Miles & More Gold Duo
- Aktion bis 30. September 2026: Frequent Traveller Status für 600 Franken oder 80’000 Meilen erwerbbar
- Schneller am Gate mit 2 ZRH Comfort Vouchern
- Miles & More Meilen mit allen Umsätzen sammeln
- Halbe Jahresgebühr im 1. Jahr geschenkt
- Meilenverfall stoppen
- Reiseversicherungen inklusive
- SIXT Gold Mitgliedschaft inklusive
Deutlich schneller geht es mit einer Kreditkarte. Bei den Swiss Miles & More Karten sammelt Ihr mit der American Express Variante zwei Meilen je zwei Franken Umsatz, mit der Mastercard 0.8 Meilen je zwei Franken. Die Gold-Variante kostet 220 Franken im Jahr und garantiert eine unbegrenzte Gültigkeit Eurer Meilen – für Sammler, die auf eine grosse Einlösung hinarbeiten, ist das der entscheidende Punkt.

Als Alternative bietet Cornèrcard Kombi-Angebote aus Visa- und Diners-Club-Karte an, die ebenfalls unbegrenzt gültige Meilen und zusätzlich Lounge-Zugang über Diners Club mitbringen.
Cornèrcard Miles & More Kombi-Angebot Gold
10’000 Miles & More Meilen Willkommensbonus
- Diners Club Karte kostenlos für immer
- Halbe Jahresgebühr im ersten Jahr
- Unbegrenzte Gültigkeit der Miles & More Meilen
- Zugang zu über 1’700 Lounges weltweit dank Diners Club
- Meilen sammeln mit jedem Franken Umsatz
- Versicherungen für Reisen & mehr
- Kostenloser Hertz Gold Plus Status
Einen vollständigen Überblick über alle Schweizer Optionen – inklusive der Amex-Karten, deren Membership-Rewards-Punkte sich ebenfalls zu Miles & More übertragen lassen – findet Ihr in unserem Vergleich der besten Kreditkarten zum Meilen sammeln.
Aktuell zusätzlich interessant: Bis zum 30. September 2026 lässt sich der Frequent Traveller Status bei Miles & More für 600 Franken oder 80’000 Meilen erwerben. Wer ohnehin auf eine grössere Einlösung hinsammelt, sollte durchrechnen, ob der Status die Meilen nicht besser bindet als eine mittelmässige Prämie.
Wer keine passende Einlösung findet, aber kurz vor einer steht, kann Meilen zudem indirekt hinzukaufen – die Wege dazu beschreiben wir im Guide zum Miles & More Meilen kaufen.
Miles & More Meilen ab 1.09 Rappen pro Meile kaufen
Bis zu 50 Prozent Bonus – für Neukunden
- Bundle XS: 4’500 Miles & More Meilen für 80 Franken (1.78 Rappen pro Meile)
- Bundle S: 15’000 Miles & More Meilen für 230 Franken (1.60 Rappen pro Meile)
- Bundle M: 75’000 Miles & More Meilen für 930 Franken (1.25 Rappen pro Meile)
- Bundle L: 150’000 Miles & More Meilen für 1’630 Franken (1.09 Rappen pro Meile)
Wichtig bleibt in jedem Fall die Reihenfolge: erst die Einlösung suchen, dann die fehlenden Meilen beschaffen – nie umgekehrt.
Wann lohnt sich ein anderes Programm mehr?
Miles & More ist nicht in jeder Situation die beste Wahl, und diese Ehrlichkeit gehört dazu. Membership-Rewards-Punkte bei American Express bleiben flexibel, bis Ihr sie transferiert – und diese Flexibilität ist bei einem dynamischen Prämiensystem mehr wert als früher.
| Vorhaben | Bessere Wahl |
|---|---|
| Business oder First Class ab Zürich auf der Langstrecke | ✅ Miles & More |
| Statusaufbau bei SWISS und in der Lufthansa Group | ✅ Miles & More |
| Reisen in Regionen ohne SWISS-Direktflug | 🟡 flexibel bei Amex sammeln und später entscheiden |
| Kurzstrecke innerhalb Europas | 🟡 meist bezahlt günstiger |
| Sachprämien und Gutscheine | ❌ nie mit Meilen |
Die Konsequenz für Schweizer Sammler ist pragmatisch: Ein Miles-&-More-Konto als Basis für alles, was mit SWISS ab Zürich oder Genf startet, ergänzt um ein flexibles Punktekonto für alles andere. Welche Statusstufen es dabei zu erreichen gibt, ordnen wir im Guide zu den SWISS Statuslevel und ihren Vorteilen ein.

Wer regelmässig reduzierte Prämientickets sucht, sollte zusätzlich die monatlichen Meilenschnäppchen im Blick behalten – dort liegen die Einlösungen, die den Meilenwert am zuverlässigsten nach oben ziehen.
Fazit zum Wert von Miles & More Meilen
Miles-&-More-Meilen sind nicht deshalb wertvoller als andere Währungen, weil das Programm besonders grosszügig wäre – sondern weil sie genau dort einlösbar sind, wo Schweizer Reisende tatsächlich fliegen. Direktflüge ab Zürich, verlässliche Verfügbarkeiten in der Lufthansa Group und ein aussergewöhnlich breiter Sammelmarkt von der Coop Supercard bis zur Kreditkarte ergeben zusammen einen praktischen Wert, den eine reine Cent-Betrachtung nicht abbildet.
Gleichzeitig gilt seit der Umstellung auf dynamische Meilenpreise mehr denn je: Der Wert entsteht erst bei der Einlösung. Wer seine Meilen in der Business oder First Class einsetzt, holt ein Vielfaches dessen heraus, was der Worldshop bietet. Und wer den passenden Tarif wählt, statt reflexhaft zum günstigsten zu greifen, spart sich später Gebühren, die den ganzen Vorteil wieder aufzehren.




