Auf Kurzstrecken innerhalb Europas lohnt es sich nicht, Meilen einzulösen – ein Grundsatz, der lange fast immer gestimmt hat. Bei Flying Blue, dem Vielfliegerprogramm von Air France und KLM, gibt es allerdings eine Ausnahme, die für Reisende ab der Schweiz besonders interessant ist: die monatlichen Promo Awards.

Wir zeigen Euch, wie Flying Blue Prämienflüge heute berechnet, warum die Preise nicht mehr mit früheren Angaben vergleichbar sind, wann sich eine Einlösung ab Zürich, Genf oder Basel wirklich rechnet – und wie Ihr in der Schweiz überhaupt an Flying Blue Meilen kommt. Diesen Guide haben wir zuletzt im August 2026 vollständig überarbeitet.

Wichtig vorweg: Wer noch Zahlen aus der Zeit vor der Umstellung im Kopf hat, sollte sie streichen. Flying Blue hat die Mindestpreise für Prämienflüge zuletzt spürbar angehoben – eine Einlösung, die vor einigen Jahren ein Selbstläufer war, muss heute neu gerechnet werden.

Wie berechnet Flying Blue den Preis eines Prämienflugs?

Flying Blue war Ende 2017 das erste grosse Vielfliegerprogramm, das den festen Award Chart abgeschafft und auf dynamische Meilenpreise umgestellt hat. Seither gibt es nicht mehr einen Preis pro Strecke, sondern viele: Wie viele Meilen ein Ticket kostet, hängt von Route, Datum, Auslastung und der ausführenden Airline ab.

Was bleibt, sind Mindestpreise – sie geben an, ab wie vielen Meilen ein Prämienflug auf einer Strecke überhaupt buchbar ist. Genau diese Mindestpreise hat Flying Blue in den vergangenen Jahren angehoben. Die praktische Konsequenz: Der Blick in die Prämiensuche ersetzt jede Tabelle.

Air France Airbus A350 im Flug
Air France und KLM verbinden Zürich, Genf und Basel mit ihren Drehkreuzen

Ein dynamisches System hat zwei Seiten. Der Nachteil liegt auf der Hand: Der Hebel, mit Meilen ausgerechnet dann zu buchen, wenn ein Ticket besonders teuer ist, funktioniert nicht mehr zuverlässig. Der Vorteil: In nachfrageschwachen Zeiträumen fallen die Meilenpreise ebenfalls – und dann werden Prämienflüge günstiger, als ein fixer Award Chart es je zugelassen hätte.

Was sind die Flying Blue Promo Awards?

Die eigentliche Stärke des Programms sind die Promo Awards – das Flying-Blue-Pendant zu den Miles-&-More-Meilenschnäppchen. Jeden Monat reduziert Flying Blue auf einer wechselnden Auswahl an Strecken den Meilenpreis, üblicherweise um 25 bis 50 Prozent. In der aktuellen Ausgabe liegt der Rabatt bei 25 Prozent.

Die Bedingungen der laufenden Ausgabe im Überblick:

MerkmalAktuelle Ausgabe
Rabatt25 Prozent
Buchungszeitraumbis 31. August 2026
Reisezeitraumbis 31. Januar 2027
Umbuchung und Stornierunggegen 70 Euro Gebühr möglich
ReiseklassenEconomy, Premium Economy und Business Class

Ehrlich bleiben muss man dabei bei der Einordnung: Innerhalb Europas sind die Promo Awards seltener ein Schnäppchen als auf der Langstrecke, weil Steuern und Gebühren bei einem ohnehin günstigen Ticketpreis prozentual stark ins Gewicht fallen. Die attraktivsten Einlösungen liegen fast immer auf interkontinentalen Strecken. Welche Ziele im laufenden Monat dabei sind, halten wir in unserer Übersicht der aktuellen Flying Blue Promo Awards fest.

Neu und leicht zu übersehen: Seit Ende 2025 sind einzelne Promo-Award-Ziele nur noch für Mitglieder des kostenpflichtigen Programms Flying Blue Extra buchbar. Diese Ziele sind mit dem Hinweis «extra Exklusiv» gekennzeichnet. Wer ohne Abo unterwegs ist, findet sie in der Suche zwar, kann sie aber nicht zum reduzierten Preis buchen.

Diese Einschränkung ist der wichtigste Unterschied zu früheren Jahren – und der Hauptgrund, warum ältere Empfehlungen zu den Promo Awards mit Vorsicht zu geniessen sind.

Lohnen sich Prämienflüge in Europa ab der Schweiz?

Ob sich ein Meilenticket lohnt, entscheidet nie der Meilenpreis allein. Drei Grössen gehören in die Rechnung:

  • die benötigten Meilen für den Flug
  • die Summe der Zuzahlungen an Steuern und Gebühren
  • der Preis eines vergleichbaren bezahlten Tickets – inklusive Gepäck

Zieht die Zuzahlung vom bezahlten Preis ab und teilt das Ergebnis durch die eingesetzten Meilen. Erst dieser Wert je Meile ist aussagekräftig. Auf europäischen Kurzstrecken fällt er häufig ernüchternd aus, weil die Steuern und Gebühren einen erheblichen Teil des Ticketpreises ausmachen – prüft sie deshalb immer konkret für Eure Strecke, bevor Ihr Meilen einsetzt.

Flughafen Zürich Terminal
Ab Zürich, Genf und Basel führen die Prämienflüge über Paris oder Amsterdam

Für Reisende ab der Schweiz kommt ein struktureller Punkt dazu, den Leser aus Deutschland nicht haben: Air France und KLM fliegen Zürich, Genf und Basel an, aber ein europäisches Ziel erreicht Ihr fast immer mit Umstieg in Paris oder Amsterdam. Gegenüber einem SWISS-Direktflug ab Zürich kostet das Zeit – und die gehört genauso in die Abwägung wie der Meilenwert.

Catering in der KLM Business Class
In der Business Class von Air France und KLM zeigt sich der Mehrwert einer Praemieneinloesung am deutlichsten

Umgekehrt hat der Umstieg auch einen Vorteil: Ein Zubringerflug ab der Schweiz ist bei Prämientickets nach Paris oder Amsterdam in aller Regel eingeschlossen. Wer ohnehin interkontinental unterwegs ist, bekommt die Schweizer Etappe damit ohne zusätzliche Meilen dazu.

Welche Vorteile bieten Flying Blue Prämientickets gegenüber Billigtarifen?

Ein Aspekt geht bei der reinen Meilenwert-Rechnung regelmässig unter: Prämientickets sind flexibler als die günstigsten bezahlten Tarife. Umbuchungen und Stornierungen sind bei Flying Blue gegen eine Gebühr von 70 Euro möglich – bei einem Sparpreis in der Economy Class ist das oft gar nicht vorgesehen.

Place de la Comedie in Montpellier
Suedfrankreich gehoert zu den Zielen, die sich ab der Schweiz gut mit Flying Blue Meilen erreichen lassen

Dazu kommt das Gepäck. In den günstigsten bezahlten Tarifen ist ein Aufgabegepäckstück bei Air France, KLM und auch in der Lufthansa Group längst nicht mehr selbstverständlich. Wer eine Woche verreist und ohnehin Gepäck aufgeben will, muss diesen Aufpreis auf der Seite des bezahlten Tickets mitrechnen – und genau dort kippt die Rechnung häufig zugunsten des Prämientickets.

Wie komme ich in der Schweiz an Flying Blue Meilen?

Hier liegt der eigentliche Grund, warum Flying Blue für Schweizer Meilensammler relevanter ist, als es das Streckennetz vermuten lässt: Air France-KLM gehört zu den Transferpartnern von American Express Membership Rewards in der Schweiz. Punkte aus dem Membership-Rewards-Programm lassen sich also direkt in Flying Blue Meilen umwandeln, üblicherweise im Verhältnis zwei Punkte zu einer Meile. Den genau gültigen Kurs weist American Express im Rewards-Shop aus – prüft ihn vor jedem Transfer.

Am Membership-Rewards-Programm nehmen in der Schweiz die American Express Card, die Gold Card und die Platinum Card teil, wobei Ihr generell einen Punkt pro Franken Umsatz sammelt.

American Express Gold Kreditkarte

Aktion: 40’000 Punkte Willkommensbonus

Zur BeantragungAlle Details

  • Aktion: Samsung-Geräte mit Code AXWIN gewinnen (nur noch bis 25. August)
  • Halbe Jahresgebühr fürs erste Jahr
  • Zwei kostenlose Lounge-Eintritte
  • 100 Franken Dining-Gutschrift pro Jahr
  • 80 Franken Flaschenpost Gutschrift pro Jahr
  • Bis zu 30 Prozent Rabatt bei Hotels.com
  • Wertvolle Punkte sammeln mit jedem Franken Umsatz
  • Umfangreiches Versicherungspaket
350 Franken Jahresgebühr; Im ersten Jahr nur 175 Franken

Daneben gibt es in der Schweiz mit der Flying Blue World Mastercard eine Karte, mit der Ihr direkt Flying Blue Meilen sammelt, ohne den Umweg über ein Punkteprogramm. Welche Karte in welcher Konstellation die bessere ist, ordnen wir im Vergleich der besten Kreditkarten zum Meilen sammeln ein.

Erst reservieren, dann transferieren. Bei Flying Blue könnt Ihr ein verfügbares Prämienticket reservieren lassen, während Eure Membership-Rewards-Punkte noch übertragen werden. So riskiert Ihr nicht, dass der Platz während der Transferzeit verschwindet – und sitzt nicht auf Meilen, die Ihr gar nicht mehr braucht.

Diese Reservierungsmöglichkeit ist ein echter Vorteil gegenüber Programmen, bei denen der Transfer endgültig und ungesichert erfolgt.

Wann ist Flying Blue die bessere Wahl als Miles & More?

Für Reisende ab der Schweiz ist das die entscheidende Frage, denn Membership-Rewards-Punkte lassen sich in beide Richtungen übertragen. Eine Einschätzung:

SituationEmpfehlung
Direktflug ab Zürich gewünscht❌ eher Miles & More und SWISS
Ziel nur über Paris oder Amsterdam gut erreichbar✅ Flying Blue
Promo Award auf der Langstrecke verfügbar✅ Flying Blue
Kurzstrecke in Europa mit hohen Gebühren🟡 nachrechnen, oft bezahlt günstiger
Statusaufbau in der Lufthansa Group❌ Miles & More

Wer beide Programme kennt, muss sich nicht festlegen: Das Punktekonto bei American Express bleibt neutral, bis Ihr Euch für eine konkrete Reise entscheidet. Wie das SkyTeam-Netzwerk hinter Flying Blue aufgebaut ist, lest Ihr in unserem Guide zur Luftfahrtallianz SkyTeam.

Air France Airbus A330 am Gate
Die attraktivsten Promo Awards liegen fast immer auf der Langstrecke

Sinnvoll ist es deshalb, die monatliche Promo-Award-Ausgabe kurz zu prüfen, bevor Ihr Punkte transferiert – manchmal entscheidet allein der aktuelle Monat darüber, welches Programm die bessere Wahl ist.

Fazit zu Flying Blue Prämienflügen ab der Schweiz

Flying Blue ist für Schweizer Meilensammler kein Programm für den Alltag, aber ein sehr nützliches Zweitkonto. Der Zugang ist über American Express Membership Rewards unkompliziert, die Promo Awards liefern jeden Monat eine frische Auswahl reduzierter Prämientickets, und die Konditionen bei Umbuchung, Stornierung und Gepäck sind besser als bei den günstigsten bezahlten Tarifen.

Gleichzeitig ist der Ratschlag von früher überholt, europäische Strecken pauschal für ein Schnäppchen zu halten: Die Mindestpreise sind gestiegen, ein Teil der besten Ziele ist inzwischen dem kostenpflichtigen Flying Blue Extra vorbehalten, und ab der Schweiz kommt in der Regel ein Umstieg dazu. Rechnet deshalb jede Einlösung einzeln durch – und setzt Eure Meilen dort ein, wo ein bezahltes Ticket wirklich teuer wäre.

Autor

Moritz hat sich über die Jahre ein enormes Wissen über Finanzprodukte, Loyalitätsprogramme und Luxusreisen angeeignet. Für Luxushotels, First Class Flüge sowie die Details von Kreditkarten, Tagesgeldkonten und mehr ist Moritz genau der richtige Ansprechpartner!

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