Die Luftfahrtallianz SkyTeam ist nach der Star Alliance und oneworld die dritte grosse Flugallianz der Welt. In der Schweiz steht sie im Schatten von SWISS und der Star Alliance, und das völlig zu Unrecht: Mit Air France und KLM fliegen zwei der wichtigsten SkyTeam-Mitglieder mehrmals täglich ab Zürich, Genf und Basel.

Wir zeigen Euch, welche Airlines zur Allianz gehören, was die beiden Allianzstatus wirklich bringen, welches Vielfliegerprogramm sich für Schweizer Sammler lohnt und wie Ihr in der Schweiz überhaupt an SkyTeam-Meilen kommt. Alle Angaben haben wir zuletzt im August 2026 geprüft.

Beginnen wir mit der Frage, die am häufigsten gestellt wird: Wer gehört eigentlich dazu?

Wer sind die Mitglieder von SkyTeam?

SkyTeam wurde im Jahr 2000 von Air France, Aeroméxico, Delta Air Lines und Korean Air gegründet und sollte einen Gegenpol zur Star Alliance bilden. Heute gehören der Allianz 18 aktive Fluggesellschaften an, die auf fünf Kontinenten unterwegs sind. Ein Mitglied in Ozeanien hat SkyTeam als einzige der drei grossen Allianzen nicht.

  • Aerolíneas Argentinas
  • Aeroméxico
  • Air Europa
  • Air France
  • China Airlines
  • China Eastern
  • Delta Air Lines
  • Garuda Indonesia
  • Kenya Airways
  • KLM
  • Korean Air
  • Middle East Airlines
  • SAS Scandinavian Airlines
  • Saudia
  • TAROM
  • Vietnam Airlines
  • Virgin Atlantic
  • XiamenAir

Auf den ersten Blick fällt auf, dass die Mitgliederliste weniger prominente Namen enthält als bei der Konkurrenz. Die Ausnahmen sind die Gründungsmitglieder Delta Air Lines, Air France und Korean Air sowie KLM und China Eastern. Mit Garuda Indonesia und Korean Air sind zudem zwei von Skytrax mit fünf Sternen ausgezeichnete Airlines an Bord.

SkyTeam Logo auf einem Flugzeug
SkyTeam ist die drittgrösste Luftfahrtallianz der Welt

In den vergangenen Jahren hat sich bei der Mitgliederliste mehr bewegt als in der gesamten Dekade davor. Aeroflot wurde 2022 infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine suspendiert, die tschechische Czech Airlines schied im Oktober 2024 aus. Neu dazugekommen sind Virgin Atlantic im Jahr 2023 und SAS Scandinavian Airlines im September 2024, die zuvor jahrzehntelang der Star Alliance angehörte.

Der prominenteste Abgang betrifft ITA Airways: Die Alitalia-Nachfolgerin hat SkyTeam 2025 verlassen und ist nach dem Einstieg der Lufthansa Group am 1. April 2026 der Star Alliance beigetreten. Das eigene Vielfliegerprogramm Volare wurde Ende März 2026 eingestellt, ITA-Flüge sammeln seither in Miles and More. Wer noch ältere Ratgeber liest, findet ITA häufig fälschlich als SkyTeam-Mitglied gelistet.

Sogenannte Affiliates spielen bei SkyTeam eine kleinere Rolle als bei den anderen Allianzen. Zwar lassen einige Mitglieder Flüge von Töchtern durchführen, an den Allianzvorteilen ändert das nichts. Vollständig abgetrennte Töchter wie Transavia von Air France-KLM operieren dagegen unter eigener Flagge und ausserhalb der Allianz.

Wo ist SkyTeam gut und wo weniger gut vertreten?

Die grösste Stärke der Allianz liegt auf der Langstrecke. Delta, Air France-KLM und Virgin Atlantic betreiben zusammen eines der dichtesten Transatlantiknetze überhaupt, und in Asien decken China Eastern, XiamenAir, Korean Air, China Airlines, Vietnam Airlines sowie Garuda Indonesia praktisch den gesamten Kontinent ab.

Air France Airbus A350 im Flug
Air France gehört zu den Gründungsmitgliedern der Allianz

Schwächer sieht es in Südamerika aus, wo mit Aerolíneas Argentinas nur ein regional begrenztes Mitglied vertreten ist. In Afrika deckt Kenya Airways vor allem den Osten ab, während Air France und KLM den Westen und Norden bedienen. In Osteuropa ist die Allianz seit der Suspendierung von Aeroflot und dem Ende von Czech Airlines dünn besetzt, hier verbleibt im Wesentlichen TAROM.

In Nordamerika ist SkyTeam durch die Kombination aus Delta und Aeroméxico stark aufgestellt, in Europa durch Air France, KLM, Air Europa und seit 2024 SAS. Ozeanien bleibt der einzige weisse Fleck auf der Karte.

Wie relevant ist SkyTeam ab der Schweiz?

Für Schweizer Reisende ist SkyTeam vor allem eine Drehkreuz-Allianz. Air France und KLM verbinden Zürich, Genf und Basel mehrmals täglich mit Paris-Charles-de-Gaulle und Amsterdam-Schiphol. Über diese beiden Hubs erreicht Ihr faktisch das komplette SkyTeam-Langstreckennetz, ohne je ein SWISS-Flugzeug zu betreten.

Terminal am Flughafen Zürich
Ab Zürich führen die SkyTeam-Verbindungen über Paris und Amsterdam

Genau das ist der Punkt, an dem die Allianz für Schweizer interessant wird. Wer ohnehin regelmässig über Paris oder Amsterdam reist, sammelt seine Meilen sinnvoller bei Flying Blue als bei Miles and More. Und wer eine Alternative zu den hohen Treibstoffzuschlägen der Lufthansa Group sucht, findet sie im Transatlantik-Joint-Venture von Air France, KLM, Delta und Virgin Atlantic.

Ein praktischer Nebeneffekt dieses Joint Ventures: Hin- und Rückflug lassen sich über verschiedene Airlines und Drehkreuze kombinieren, auch wenn nur eine der beteiligten Gesellschaften das Ticket verkauft. Ihr fliegt also beispielsweise mit KLM von Basel via Amsterdam nach Detroit und mit Delta und Air France via Paris zurück nach Genf.

Welche Vorteile bringt die Luftfahrtallianz SkyTeam Fluggästen?

Die Zusammenarbeit innerhalb der Allianz reicht unterschiedlich weit. Manche Mitglieder sind über Joint Ventures eng verzahnt, andere haben nicht einmal gegenseitige Codeshare-Abkommen. Diese Grundvorteile gelten aber bei allen 18 Airlines:

  • Meilen sammeln bei allen Allianz-Mitgliedern
  • Meilen einlösen bei allen Allianz-Mitgliedern
  • Vielfliegervorteile bei allen Allianz-Mitgliedern
  • Durchgehende Gepäckabfertigung und ein gemeinsames Ticket über mehrere Airlines

Der praktische Nutzen zeigt sich vor allem bei komplexen Routen. Ein Ticket kann Flüge mehrerer Mitglieder kombinieren, selbst wenn keine einzelne Airline die gesamte Strecke bedient. Verkauft wird eine solche Verbindung immer nur von einer Gesellschaft, geflogen aber von mehreren.

KLM und Air France Flugzeuge nebeneinander
Air France und KLM bilden das europäische Rückgrat der Allianz

Für Schweizer heisst das konkret: Ein Flug von Zürich über Amsterdam nach Atlanta und weiter nach Nashville läuft auf einem einzigen Ticket, obwohl KLM nicht nach Nashville und Delta nicht nach Zürich fliegt.

Wie profitieren Vielflieger von SkyTeam?

Bei den Vielfliegervorteilen ist SkyTeam die schwächste der drei Allianzen. Anders als bei oneworld öffnet auch der höchste Status keine First Class Lounges, und anders als bei der Star Alliance lassen sich in der Regel keine First Class Prämienflüge bei Partnern buchen. Immerhin gibt es zwei allianzweite Statusstufen:

  • SkyTeam Elite, zum Beispiel Flying Blue Silber
  • SkyTeam Elite Plus, zum Beispiel Flying Blue Gold

Den Allianzstatus könnt Ihr bei einem Programm Eurer Wahl erreichen, Ihr seid also nicht auf eine Heimatairline festgelegt. Da in der Schweiz keine SkyTeam-Airline beheimatet ist, ist diese Freiheit hier sogar der Normalfall statt der Ausnahme.

Reisetipp: Viele Airlines der Allianz haben drei oder vier eigene Statusstufen, allianzweit zählen aber nur die zwei Level Elite und Elite Plus. Wer bereits Elite Plus erreicht hat, gewinnt bei Partnerflügen durch einen weiteren Aufstieg nichts mehr dazu.

Genau deshalb lohnt es sich, vor dem Sammeln zu entscheiden, wo die Meilen landen sollen. Schauen wir uns an, was die beiden Stufen konkret bringen.

Welche allianzweiten Vielfliegervorteile gibt es bei SkyTeam?

Der niedrigere Status SkyTeam Elite ist überraschend stark, weil er bereits Leistungen enthält, die andere Allianzen erst ihrem Goldstatus vorbehalten:

  • Zusätzliches Freigepäck, abhängig von der Airline
  • Bevorzugte Sitzplatzwahl, abhängig von der Airline
  • Check-in am SkyPriority-Schalter
  • Priorität beim Boarding
  • Priorität auf Standby-Listen

Besonders bemerkenswert ist, dass Elite-Mitglieder bei den meisten Mitgliedern selbst in reinen Handgepäcktarifen ein Gepäckstück aufgeben dürfen. Bei der Star Alliance sind Freigepäck, Priority Boarding und bevorzugte Sitzplätze dagegen dem Goldstatus vorbehalten. Mit dem höheren Status Elite Plus kommen diese Vorteile hinzu:

  • Priorität bei Sicherheits- und Einreisekontrolle
  • Vorzug am Transferschalter
  • Priorität bei der Gepäckabfertigung
  • Zugang zu Flughafen-Lounges, ausschliesslich auf internationalen Flügen
  • Sämtliche SkyPriority-Vorzüge

Die Einschränkung beim Lounge-Zugang ist der grösste Schwachpunkt und wird streng gehandhabt. Auf einem Inlandsflug von Paris nach Nantes kommt Ihr mit Elite Plus genauso wenig in die Lounge wie von New York nach Washington. Zugang gibt es zudem nur zu Business Class Lounges, nie zu First Class Lounges.

Sitzbereich einer SkyTeam Lounge
Der Lounge-Zugang gilt bei SkyTeam nur auf internationalen Flügen

Für Schweizer relevant: Ein Flug von Zürich nach Paris zählt als internationale Verbindung, der Anschluss von Paris nach Nizza dagegen nicht. Wer im Transit bleibt, hat in der Praxis dennoch meist Zugang, weil der Lounge-Besuch vor dem internationalen Zubringer stattfindet.

Welche SkyTeam-Vielfliegerprogramme sind für Schweizer besonders attraktiv?

Fast jedes Mitglied hat ein eigenes Programm, und Meilen lassen sich bei jedem davon für Flüge aller Partner sammeln und einlösen. Aus Schweizer Sicht sind vier Programme wirklich relevant, wie die folgende Übersicht zeigt:

ProgrammAirlinesFür wen es sich lohnt
Flying BlueAir France, KLM, TAROMDie erste Wahl ab Zürich, Genf und Basel. Monatliche Promo Rewards mit Rabatt und ein direkter Transferpartner von American Express in der Schweiz.
Delta SkyMilesDelta Air LinesInteressant bei häufigen USA-Reisen und Inlandsflügen. Meilen verfallen nicht, dafür ist die Bepreisung rein dynamisch.
Virgin Atlantic Flying ClubVirgin AtlanticNische mit starken Einzeleinlösungen, vor allem bei Partnern ausserhalb der Allianz.
SAS EuroBonusSAS Scandinavian AirlinesSeit dem Wechsel zu SkyTeam im September 2024 spannend für Skandinavien-Vielflieger.

Für die allermeisten Schweizer Sammler läuft es auf Flying Blue hinaus. Das Programm deckt mit Air France und KLM die beiden Airlines ab, die tatsächlich ab der Schweiz fliegen, und es ist gleichzeitig das flexibelste Programm der Allianz.

Delta Air Lines Flugzeug am Gate
Delta SkyMiles lohnt sich vor allem bei häufigen Reisen innerhalb der USA

Zu beachten ist, dass Flying Blue und Delta SkyMiles beide umsatzbasiert sammeln. Wer günstige Economy-Tarife bucht, kommt langsamer voran als früher, wer Business Class zahlt, deutlich schneller.

Wie sammelt man SkyTeam-Meilen in der Schweiz?

Ohne eine heimische SkyTeam-Airline führt der wichtigste Weg über Kreditkartenpunkte. Das Schweizer Membership Rewards Programm von American Express hat gleich zwei SkyTeam-Programme als Transferpartner, und das unterscheidet die Schweiz deutlich von Deutschland:

  • Air France-KLM Flying Blue im Verhältnis 2:1
  • Delta SkyMiles im Verhältnis 2:1
  • Zum Vergleich innerhalb der Star Alliance: SWISS Miles and More ebenfalls 2:1
  • British Airways Executive Club aus der oneworld-Allianz im Verhältnis 3:2

Damit deckt eine einzige Schweizer Amex-Karte alle drei Allianzen ab. Wer flexibel bleiben will, sammelt Punkte also zunächst bei American Express und entscheidet erst beim Buchen, in welches Programm sie wandern sollen.

American Express Gold Kreditkarte

Aktion: 40’000 Punkte Willkommensbonus

Zur BeantragungAlle Details

  • Aktion: Samsung-Geräte mit Code AXWIN gewinnen (nur noch bis 25. August)
  • Halbe Jahresgebühr fürs erste Jahr
  • Zwei kostenlose Lounge-Eintritte
  • 100 Franken Dining-Gutschrift pro Jahr
  • 80 Franken Flaschenpost Gutschrift pro Jahr
  • Bis zu 30 Prozent Rabatt bei Hotels.com
  • Wertvolle Punkte sammeln mit jedem Franken Umsatz
  • Umfangreiches Versicherungspaket
350 Franken Jahresgebühr; Im ersten Jahr nur 175 Franken

Der zweite Weg führt über die Airlines selbst: Auf Flügen mit Air France und KLM ab Zürich, Genf oder Basel schreibt Flying Blue die Meilen direkt gut. Und schliesslich bieten sowohl Flying Blue als auch Delta regelmässig Meilenkaufaktionen an, die sich mit einem konkreten Prämienflug vor Augen lohnen können.

Wichtig für Schweizer Sammler: Coop Superpunkte und UBS KeyClub Punkte lassen sich ausschliesslich zu Miles and More transferieren, nicht zu Flying Blue oder Delta SkyMiles. Die typisch schweizerischen Sammelwege führen also in die Star Alliance und nicht ins SkyTeam.

Wer beides parallel betreibt, kombiniert am besten die schweizerischen Punkteprogramme für Miles and More mit einer Amex-Karte für Flying Blue. Damit deckt Ihr die Lufthansa Group und das SkyTeam gleichzeitig ab.

Fazit zur Luftfahrtallianz SkyTeam

SkyTeam ist aus Schweizer Sicht kein Ersatz für die Star Alliance, aber eine sehr sinnvolle Ergänzung. Air France und KLM fliegen ab allen drei grossen Schweizer Flughäfen, das Transatlantiknetz mit Delta und Virgin Atlantic ist eines der dichtesten der Welt, und mit Flying Blue steht ein Programm bereit, das sich über American Express bequem befüllen lässt.

Die Schwächen sollte man kennen: keine First Class Prämien, kein Lounge-Zugang auf Inlandsflügen und eine dünne Präsenz in Südamerika und Ozeanien. Wer aber regelmässig über Paris oder Amsterdam reist oder die hohen Treibstoffzuschläge der Lufthansa Group umgehen möchte, fährt mit einem SkyTeam-Konto ausgesprochen gut.

Autor

Moritz hat sich über die Jahre ein enormes Wissen über Finanzprodukte, Loyalitätsprogramme und Luxusreisen angeeignet. Für Luxushotels, First Class Flüge sowie die Details von Kreditkarten, Tagesgeldkonten und mehr ist Moritz genau der richtige Ansprechpartner!

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