Avios sind in der Schweiz die wohl unterschätzteste Meilenwährung: Sie gehören zu keinem Programm, das hierzulande beworben wird, und trotzdem lässt sich das Konto vom Sofa aus füllen. Besonders spannend wird es auf Flügen innerhalb Asiens – dort, wo bezahlte Tickets in der Business Class schnell vierstellig werden und keine Billigairline eine brauchbare Alternative bietet.

Wir zeigen Euch, wie der British Airways Club Prämienflüge in Asien berechnet, welche Airlines Ihr damit buchen könnt und – der wichtigste Teil für Schweizer Leser – wie Ihr überhaupt an Avios kommt. Diesen Guide haben wir zuletzt im August 2026 vollständig überarbeitet.

Bevor wir in die Details einsteigen: Avios sind die gemeinsame Währung von gleich mehreren Vielfliegerprogrammen. Das macht sie flexibel – und für Schweizer Meilensammler deutlich zugänglicher, als der Name «British Airways» vermuten lässt.

Warum lohnen sich Meilen ausgerechnet auf Flügen innerhalb Asiens?

Der erste Einwand kommt zuverlässig: Fliegen in Asien sei doch ohnehin günstig. Das stimmt für einen Teil des Marktes. Wer ab Kuala Lumpur oder Bangkok unterwegs ist und mit einer Low-Cost-Airline leben kann, zahlt dauerhaft wenig. Sobald Ihr aber zu einem bestimmten Datum reisen müsst, eine Strecke ohne Billigairline vor Euch habt oder auf einem Flug von vier oder fünf Stunden nicht in der Economy Class sitzen möchtet, dreht sich das Bild.

Genau das sind die Fälle, in denen Meilen ihren Hebel ausspielen. Auf Strecken wie Hongkong–Tokio oder Hongkong–Singapur verlangen die etablierten Airlines in der Business Class Preise, die europäischen Langstreckentarifen näherkommen als einem innerasiatischen Hüpfer. Ein Prämienticket kostet dagegen unabhängig davon, wie teuer der bezahlte Tarif am Buchungstag gerade ist.

Cathay Pacific Flugzeuge am Flughafen Hongkong
Hongkong ist der Dreh- und Angelpunkt für Prämienflüge mit Avios in Asien

Dazu kommt ein zweiter Punkt, der oft untergeht: Wer mit einer Airline einer grossen Allianz fliegt statt mit einem Billiganbieter, nimmt seine Statusvorteile mit. Lounge-Zugang, Freigepäck und bevorzugte Abfertigung gelten auch auf einer Zweistundenstrecke – bei Low-Cost-Airlines nicht.

Blick aus der Cathay Pacific Business Class Lounge The Wing auf das Rollfeld in Hongkong
Mit einem Ticket einer Allianz-Airline steht Euch in Hongkong die Lounge offen

Kurz gesagt: In Asien kauft Ihr Euch mit Meilen nicht nur einen Sitzplatz, sondern das gesamte Reiseerlebnis rund um den Flug mit ein.

Wie berechnet der British Airways Club den Preis eines Prämienflugs?

Der British Airways Club – bis vor Kurzem als Executive Club bekannt – berechnet Prämienflüge distanzbasiert und je Teilstrecke. Je länger das einzelne Segment, desto mehr Avios kostet es. Dieses Prinzip ist der eigentliche Grund, warum kurze Verbindungen in Asien so attraktiv sind: Ein Flug von rund einer Stunde landet in der günstigsten Distanzstufe, ganz gleich, wie hoch der bezahlte Preis an diesem Tag ist.

Zwei Einschränkungen solltet Ihr dabei kennen. Erstens gelten für Flüge mit Partnerairlines – also etwa Cathay Pacific, Japan Airlines oder Malaysia Airlines – andere und höhere Werte als für Flüge mit British Airways, Iberia und Aer Lingus. Zweitens wird jedes Segment einzeln bepreist: Eine Verbindung mit Umsteigen kostet deutlich mehr als ein Direktflug über dieselbe Distanz.

Und der wichtigste Hinweis überhaupt betrifft die Zahlen selbst.

Verlasst Euch nie auf Meilenpreise aus älteren Artikeln. British Airways veröffentlicht keine offizielle Prämientabelle mehr und hat die nötigen Avios in den vergangenen Jahren mehrfach angehoben. Jede im Netz kursierende Tabelle ist eine Rekonstruktion aus Buchungen – und veraltet schneller, als sie aktualisiert wird. Prüft den Preis Eurer konkreten Strecke deshalb immer live in der Prämiensuche, bevor Ihr Punkte transferiert.

Das klingt unbequemer, als es ist: Die Prämiensuche zeigt Euch den Preis in Sekunden an, und ein Konto beim British Airways Club ist kostenlos und in wenigen Minuten eröffnet.

Welche Airlines kann ich in Asien mit Avios buchen?

Avios öffnen Euch das gesamte oneworld-Netzwerk und damit genau jene Airlines, die in Asien die dichten Netze fliegen. Für Prämienflüge innerhalb der Region sind vor allem diese Partner relevant:

  • Cathay Pacific – das Drehkreuz Hongkong mit dichten Verbindungen nach Japan, Taiwan, Südostasien und Festlandchina
  • Japan Airlines – Inlandsflüge in Japan sowie Verbindungen nach Südostasien
  • Malaysia Airlines – Kuala Lumpur als Basis für die gesamte Region
  • Qatar Airways – nicht innerasiatisch, aber der naheliegende Weg von der Schweiz aus in die Region

Gerade der letzte Punkt ist für Schweizer Leser wichtiger geworden. Qatar Airways verbindet Zürich mehrmals wöchentlich mit Doha und fliegt seit Mitte April 2026 auch Genf wieder an. Damit lässt sich ein Asien-Trip in zwei Etappen denken: die Langstrecke ab der Schweiz über Doha, die Regionalflüge vor Ort mit einer oneworld-Airline – und beides aus demselben Avios-Topf.

Sitz in der Cathay Pacific Aria Business Class
Die Business Class von Cathay Pacific gehört zu den attraktivsten Einlösungen mit Avios

Wichtig zu wissen: Avios ist nicht gleich Avios-Programm. Fünf Programme nutzen die Währung – der British Airways Club, Iberia Plus, Aer Lingus AerClub, Finnair Plus und der Qatar Airways Privilege Club. Zwischen ihnen verschiebt Ihr Avios im Verhältnis 1:1, wobei jedes Programm eigene Prämienpreise ansetzt. Wie der Transfer konkret abläuft, haben wir in unserem Guide zum Avios-Transfer zwischen British Airways und Iberia beschrieben.

Wie komme ich in der Schweiz an Avios?

Das ist die entscheidende Frage – und sie hat in der Schweiz eine klare Antwort. Es gibt hierzulande keine Avios-Kreditkarte, dafür aber einen sehr direkten Weg über American Express Membership Rewards. Punkte aus dem Membership-Rewards-Programm lassen sich zum British Airways Club übertragen, und zwar im Verhältnis drei Punkte zu zwei Avios. Mindestens 1’002 Punkte müssen es pro Transfer sein, und die Gutschrift kann bis zu fünf Tage dauern.

Am Membership-Rewards-Programm nehmen in der Schweiz die American Express Card, die Gold Card und die Platinum Card teil. Ihr sammelt dabei generell einen Punkt pro Franken Umsatz – aus 30’000 Punkten Willkommensbonus werden so 20’000 Avios, ohne dass Ihr einen einzigen Flug dafür gemacht habt.

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Möchtet Ihr die Avios anschliessend bei Qatar Airways einlösen, führt der Weg über ein verknüpftes Konto beim British Airways Club: Nur British Airways lässt sich direkt mit dem Privilege Club verbinden. Aus Schweizer Sicht ist das also die logische Reihenfolge – Membership Rewards zu British Airways, von dort bei Bedarf weiter zu Qatar Airways.

Erst die Verfügbarkeit prüfen, dann transferieren. Punktetransfers zu Airline-Programmen sind grundsätzlich endgültig. Sucht deshalb zuerst den konkreten Flug in der Prämiensuche, notiert den Preis und übertragt erst dann exakt die benötigte Menge an Punkten.

Wer sich einen breiteren Überblick über die Schweizer Möglichkeiten verschaffen will, findet ihn in unserem Vergleich der besten Kreditkarten zum Meilen sammeln.

Was kommt an Steuern und Gebühren noch dazu?

Ein Prämienflug ist nie gratis. Neben den Avios fallen immer Steuern, Gebühren und – je nach Airline – Zuschläge an. Hier liegt einer der grössten Vorteile innerasiatischer Prämienflüge: Die Zuschläge auf Flügen mit Partnerairlines fallen in aller Regel deutlich niedriger aus als auf Flügen mit British Airways selbst, und kurze Regionalstrecken tragen ohnehin nur geringe Abgaben.

Rechnet trotzdem konsequent gegen: Zieht die Zuzahlung vom Preis eines vergleichbaren bezahlten Tickets ab und teilt den Rest durch die eingesetzten Avios. Erst dieser Wert je Meile sagt Euch, ob sich die Einlösung lohnt. Bei innerasiatischen Business-Class-Flügen fällt das Ergebnis oft klar positiv aus – bei einem 40-Franken-Hüpfer mit einer Billigairline dagegen nie.

Skyline von Hongkong bei Abenddämmerung
Hongkong, Tokio und Singapur lassen sich mit Avios besonders gut verbinden

Ein Nebeneffekt, der selten erwähnt wird: Prämientickets sind bei den meisten Programmen umbuch- und stornierbar – gegen Gebühr, aber überhaupt. Wer eine Asienreise ein halbes Jahr im Voraus plant, kauft sich damit eine Flexibilität, die ein günstiger bezahlter Regionaltarif nicht bietet.

Wie buche ich einen Avios-Prämienflug in Asien Schritt für Schritt?

Der Ablauf ist unspektakulär, sobald man ihn einmal gemacht hat. In dieser Reihenfolge kommt Ihr am schnellsten ans Ziel:

  1. Kostenloses Konto beim British Airways Club eröffnen – das geht auch mit Schweizer Adresse.
  2. In der Prämienflugsuche die gewünschte Strecke und den Zeitraum eingeben und die verfügbaren Tage anzeigen lassen.
  3. Den Preis in Avios plus die Zuzahlung notieren und mit dem bezahlten Ticket vergleichen.
  4. Erst jetzt die benötigten Membership-Rewards-Punkte übertragen und bis zu fünf Tage Gutschrift einplanen.
  5. Buchen, sobald die Avios auf dem Konto sind – und die Verfügbarkeit vorher noch einmal prüfen.

Wer den Transferweg über Qatar Airways nutzen möchte, schiebt vor Schritt fünf noch die Verknüpfung der beiden Konten ein. Diese Verbindung ist dauerhaft und muss nur einmal eingerichtet werden.

Für wen lohnt sich der Umweg über Avios – und für wen nicht?

Avios sind kein Programm für jeden Schweizer Meilensammler. Wer ausschliesslich ab Zürich mit SWISS unterwegs ist und Status in der Lufthansa Group aufbaut, fährt mit Miles & More besser. Die folgende Einschätzung hilft bei der Einordnung:

ReiseprofilAvios sinnvoll?
Rundreise durch Asien mit mehreren Regionalflügen✅ sehr sinnvoll
Einzelne teure Business-Class-Strecke in Asien✅ sehr sinnvoll
Langstrecke ab Zürich oder Genf über Doha🟡 situativ, Zuzahlung prüfen
Kurzstrecke in Europa ab der Schweiz🟡 selten attraktiv
Statusaufbau als SWISS-Vielflieger❌ dafür ist Miles & More der Weg

Die gute Nachricht: Ihr müsst Euch nicht entscheiden. Membership Rewards lassen sich sowohl zu Miles & More als auch zum British Airways Club übertragen – Ihr sammelt also erst flexibel und entscheidet später, welches Programm für die konkrete Reise das bessere ist.

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Für Schweizer Vielflieger, die parallel zum Avios-Konto weiter Meilen in der Lufthansa Group sammeln, bleibt eine Miles-&-More-Kreditkarte die naheliegende Ergänzung – ein Vergleich der Modelle findet sich in unserem Überblick zur SWISS Kreditkarte.

Fazit zu Prämienflügen mit Avios in Asien

Meilen entfalten ihren Wert immer dort, wo bezahlte Tickets besonders teuer sind – und innerasiatische Business-Class-Strecken gehören genau in diese Kategorie. Weil der British Airways Club distanzbasiert und je Segment abrechnet, sind gerade die kurzen Verbindungen zwischen Hongkong, Tokio, Taipei und Südostasien attraktiv.

Aus Schweizer Sicht ist der Weg dorthin klarer geworden: Membership Rewards im Verhältnis 3:2 zu Avios, von dort bei Bedarf weiter zum Privilege Club von Qatar Airways, das Zürich und seit Frühjahr 2026 wieder Genf anfliegt. Was Ihr Euch dagegen abgewöhnen solltet, sind fixe Meilenpreise aus dem Gedächtnis: Rechnet vor jeder Einlösung nach, ob die Avios plus Zuzahlung wirklich weniger kosten als das bezahlte Ticket. Genau diese Rechnung entscheidet, ob sich die Einlösung lohnt – nicht die Zahl auf dem Prämienkonto.

Autor

Moritz hat sich über die Jahre ein enormes Wissen über Finanzprodukte, Loyalitätsprogramme und Luxusreisen angeeignet. Für Luxushotels, First Class Flüge sowie die Details von Kreditkarten, Tagesgeldkonten und mehr ist Moritz genau der richtige Ansprechpartner!

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