Die neue Swiss First Class ist seit Anfang 2026 im Liniendienst unterwegs – und sie fällt deutlich exklusiver aus als alles, was die Schweizer Airline bisher am Himmel hatte. Statt acht Sitzen findet Ihr in der neuen SWISS Senses Kabine nur noch drei vollständig abschliessbare Suiten, von denen eine sogar zu zweit gebucht werden kann.

In diesem Guide gehen wir jedes Detail der neuen Kabine durch: die beiden Single Suiten, die aussergewöhnliche Suite Plus, die Unterschiede zur bisherigen First Class und die Frage, auf welchen Strecken Ihr die neue Kabine überhaupt antrefft. Alle Angaben haben wir zuletzt im August 2026 direkt bei der Swiss geprüft.

Vorweg der wichtigste Punkt: Die neue First Class ist kein Konzept mehr, sondern ein Produkt, das Ihr buchen könnt. Zwischen der ersten Ankündigung im Frühjahr 2023 und dem heutigen Stand haben sich allerdings einige Eckdaten verändert – die Suiten sind grösser und die Bildschirme deutlich breiter geworden, als es die ersten Kommunikationen vermuten liessen.

Was ist die neue Swiss First Class überhaupt?

Die neue First Class ist Teil von SWISS Senses, dem neuen Langstreckenerlebnis der Schweizer Airline. SWISS Senses umfasst alle vier Reiseklassen und ist im Kern die Schweizer Antwort auf die Allegris Kabine der Lufthansa – mit einer eigenständigen Gestaltung, die bewusst auf Schweizer Motive setzt. Die Waschräume etwa sind der Therme von Vals im Kanton Graubünden nachempfunden.

Getragen wird die Premiere vom Airbus A350-900: Zehn Maschinen dieses Typs hat die Swiss bestellt, die erste wurde im Oktober 2025 übernommen. Nach einigen Wochen auf Europastrecken folgte am 1. Januar 2026 der erste Langstreckeneinsatz nach Boston. Die bestehenden Airbus A330-300 und Boeing 777-300ER werden nach und nach umgerüstet, bis die Kabine rund um das Jahr 2030 im gesamten Langstreckennetz Standard ist.

Neue Swiss First Class Suite im Airbus A350
Die neue Swiss First Class besteht aus vollstaendig abschliessbaren Suiten

Der entscheidende Unterschied zur bisherigen First Class liegt nicht in der Ausstattung einzelner Sitze, sondern in der Kabinenphilosophie: Die Swiss verabschiedet sich von der offenen Kabine mit Sichtschutz und baut stattdessen echte, geschlossene Räume. Damit rückt sie in eine Liga auf, in der sonst vor allem Golf-Airlines spielen.

Wie viele Suiten gibt es in der neuen Swiss First Class?

Die auffälligste Veränderung ist die Kapazität. In den bisherigen Kabinen der Swiss stehen in der Regel acht First Class Sitze zur Verfügung. Im Airbus A350-900 sind es noch drei Suiten – verteilt auf zwei Bauarten:

  • Single Suite – zwei Stück an Bord, jeweils am Fenster
  • Suite Plus – nur einmal an Bord, mit zwei Sitzen für gemeinsames Reisen

Rechnerisch fasst die Kabine damit maximal vier Passagiere, obwohl es nur drei Suiten sind. Für Euch als Reisende hat das zwei Seiten: Der Komfort steigt spürbar, die Verfügbarkeit sinkt aber ebenso deutlich – gerade bei Prämienflügen, bei denen ohnehin nur ein Teil der Kabine freigegeben wird.

Plant Ihr einen Prämienflug in der neuen Swiss First Class, solltet Ihr deutlich früher buchen als gewohnt. Mit nur drei Suiten pro Flugzeug ist die Kabine schnell ausgebucht, und die Swiss gibt erfahrungsgemäss nur einen kleinen Teil der Plätze als Prämie frei.

Wer flexibel ist, hat es entsprechend leichter auf den Strecken, auf denen weiterhin die bisherige Kabine mit acht Plätzen unterwegs ist. Diese bleibt uns noch einige Jahre erhalten.

Was bietet die Single Suite in der Swiss First Class?

Die Single Suite ist der Standardplatz der neuen First Class und liegt jeweils am Fenster. Die Swiss beschreibt sie als vollständig abschliessbaren Rückzugsort – und die Eckdaten stützen das:

  • Sitzbreite: 86 Zentimeter
  • Bett: 2 Meter Länge
  • Bildschirm: 32 Zoll im 4K-OLED-Format
  • Fläche: 2.4 Quadratmeter
  • Wände: 1.8 Meter hoch, vollständig schliessbar

Dazu kommt die Ausstattung, die in dieser Klasse den Unterschied macht: eine Sitzheizung und -kühlung, ein 10-Zoll-Tablet zur Bedienung der Bordunterhaltung, eine Ambiente-Beleuchtung, kabelloses Laden, Bluetooth sowie USB-A- und USB-C-Anschlüsse samt Steckdose. Über verstellbare Ottomanen lässt sich ausserdem ein gemeinsamer Essbereich schaffen, wenn Ihr zu zweit reist, aber getrennte Suiten habt.

Swiss First Class Lounge in Zuerich
Zum First Class Erlebnis ab Zuerich gehoert auch der Zugang zur Swiss First Class Lounge

Praktisch relevant: Die Single Suite lässt sich kostenlos im Voraus reservieren. Wer also Wert auf eine bestimmte Seite des Flugzeugs legt, sollte das direkt nach der Buchung erledigen.

Was macht die Suite Plus zur Besonderheit?

Die Suite Plus ist das eigentliche Ausrufezeichen der neuen Kabine und existiert nur ein einziges Mal an Bord. Sie besteht aus zwei individuell verstellbaren Sitzen, die sich zu einem grosszügigen Doppelbett kombinieren lassen – ein echtes Doppelbett in der First Class bieten weltweit nur wenige Airlines an.

MerkmalSuite Plus
Sitzbreite123 Zentimeter (61 Zentimeter je Sitz)
Bett2 Meter Länge, als Doppelbett kombinierbar
Bildschirm43 Zoll im 4K-OLED-Format
Fläche3.7 Quadratmeter
Wände1.8 Meter hoch, vollständig schliessbar

Bei der Buchung gibt es eine Schweizer Eigenheit, die man kennen sollte: Reist Ihr allein, lässt sich die Suite Plus über das Online-Buchungssystem gegen Gebühr reservieren. Reist Ihr zu zweit, bekommt Ihr sie zu einem reduzierten Preis – allerdings nicht online, sondern nur telefonisch über die SWISS First Service Line unter +41 44 564 11 00.

Suite Plus in der neuen Swiss First Class
Die Suite Plus ist die einzige ihrer Art an Bord und laesst sich zu zweit buchen

Wer zu zweit in der First Class reist, sollte den Anruf also einplanen – die Preisdifferenz zur Onlinebuchung rechtfertigt den Aufwand in aller Regel deutlich.

Wie unterscheidet sich die neue von der bisherigen Swiss First Class?

Solange der Umbau der übrigen Flotte läuft, trefft Ihr auf den meisten Strecken weiterhin die bisherige First Class an. Auch sie ist ein gutes Produkt, folgt aber einer anderen Logik. Die wichtigsten Eckdaten der bisherigen Kabine:

  • Sitzbreite: 70 Zentimeter, Bett mit 2 Metern Länge
  • Bildschirm: 23 Zoll
  • Abtrennung: Trennwände von 1.3 Metern Höhe, keine Türen
  • Massivholz-Esstisch und Cocktailtisch
  • Pneumatisches Sitzkomfortsystem

Der Sprung liegt damit vor allem bei drei Dingen: der Privatsphäre, dem Bildschirm und der Fläche. Aus 1.3 Meter hohen Trennwänden werden 1.8 Meter hohe Wände mit Tür, aus 23 Zoll werden 32 beziehungsweise 43 Zoll, und die Sitzbreite wächst von 70 auf 86 Zentimeter. Der gemeinsame Essbereich über verstellbare Ottomanen bleibt hingegen erhalten.

Bisherige Swiss First Class in der Boeing 777
Die bisherige Swiss First Class bleibt uns auf vielen Strecken noch einige Jahre erhalten

Interessant ist der Vergleich mit der ursprünglichen Ankündigung aus dem Frühjahr 2023: Damals war von einem 27-Zoll-Bildschirm, 77 Zentimetern Sitzbreite und 3.5 Quadratmetern für die Doppelsuite die Rede. Das ausgelieferte Produkt fällt in allen drei Punkten grosszügiger aus – ein in dieser Branche eher seltener Fall.

Auf welchen Strecken fliegt die neue Swiss First Class?

Weil erst wenige Airbus A350-900 im Einsatz sind, ist die neue First Class vorerst auf einzelne Verbindungen beschränkt. Im aktuellen Flugplan findet Ihr die SWISS Senses Kabine ab Zürich auf diesen Strecken:

  • Boston (Flugnummern LX52 und LX54) – im Wechsel mit dem Airbus A330-300
  • Montreal (Flugnummer LX86) – im Wechsel mit dem Airbus A330-300
  • Shanghai (Flugnummer LX188) – mit dem Airbus A350-900 ab dem 28. September 2026

Auf allen anderen Langstrecken der Swiss ist weiterhin die bisherige First Class unterwegs. Da die Swiss als eine der wenigen Airlines sämtliche Langstreckenflugzeuge mit einer First Class ausstattet, ist die Auswahl an Zielen trotzdem gross. Eine vollständige und laufend aktualisierte Übersicht findet Ihr in unserem Guide zu allen Swiss First Class Strecken.

Wenn Ihr gezielt die neue Kabine erwischen wollt, achtet bei der Buchung auf den Flugzeugtyp Airbus A350-900. Auf Boston und Montreal wechseln sich A350 und A330-300 ab – der Sitzplan in der Buchungsmaske verrät Euch zuverlässig, welche Kabine geplant ist.

Beachten solltet Ihr, dass Flugzeugwechsel jederzeit möglich sind. Eine Garantie auf die neue Kabine gibt es bei keiner Buchung – kurzfristige Umstellungen kommen gerade in der Einführungsphase immer wieder vor.

Wie kommt man mit Meilen in die neue Swiss First Class?

Bezahlte Tickets in der Swiss First Class kosten schnell einen fünfstelligen Betrag. Der realistische Weg für die meisten führt deshalb über Miles & More Meilen. Seit der Tarifreform sind die Meilenpreise dynamisch, feste Werte nennt die Swiss nicht mehr – die Details dazu haben wir im Guide zu den Tarifklassen der Miles & More Award Flights zusammengefasst.

Der schnellste Weg zu einem grösseren Meilenguthaben führt in der Schweiz über die Kreditkarten von Swisscard und Cornèrcard. Mit dem Gold Duo sammelt Ihr bis zu 2 Meilen je 2 Franken Umsatz und startet zusätzlich mit einem Willkommensbonus – über die Jahre summiert sich das zu einer ernsthaften Grundlage für einen First Class Flug.

SWISS Miles & More Gold Duo

30’000 Miles & More Meilen 
  • Aktion bis 30. September 2026: Frequent Traveller Status für 600 Franken oder 80’000 Meilen erwerbbar
  • Schneller am Gate mit 2 ZRH Comfort Vouchern
  • Miles & More Meilen mit allen Umsätzen sammeln
  • Halbe Jahresgebühr im 1. Jahr geschenkt
  • Meilenverfall stoppen mit monatlichem Umsatz
  • Reiseversicherungen inklusive
  • SIXT Gold Mitgliedschaft inklusive
220 Franken Jahresgebühr; Im ersten Jahr nur 110 Franken

Wer nur noch wenige Meilen bis zur Wunschprämie braucht, kann die Lücke auch schliessen und Meilen direkt kaufen. Lohnenswert ist das vor allem während der regelmässigen Bonusaktionen – ausserhalb davon sind die Preise pro Meile meist zu hoch.

Miles & More Meilen ab 1.09 Rappen pro Meile kaufen

Bis zu 50 Prozent Bonus – für Neukunden

  • Bundle XS: 4’500 Miles & More Meilen für 80 Franken (1.78 Rappen pro Meile)
  • Bundle S: 15’000 Miles & More Meilen für 230 Franken (1.60 Rappen pro Meile)
  • Bundle M: 75’000 Miles & More Meilen für 930 Franken (1.25 Rappen pro Meile)
  • Bundle L: 150’000 Miles & More Meilen für 1’630 Franken (1.09 Rappen pro Meile)

Eine Schweizer Besonderheit sollte man ebenfalls kennen: Über die Coop Superpunkte lassen sich Meilen im Verhältnis 2:1 sammeln, ein- bis zweimal jährlich sogar mit einem Bonus von bis zu 33 Prozent. Für ein First Class Ticket ist das zwar kein Alleinweg, als Ergänzung zum Kreditkartenumsatz aber ausgesprochen wirkungsvoll.

Fazit zur neuen Swiss First Class

Die neue Swiss First Class ist der grösste Sprung, den die Schweizer Airline in ihrer höchsten Reiseklasse je gemacht hat. Vollständig abschliessbare Suiten, 1.8 Meter hohe Wände, Bildschirme mit 32 und 43 Zoll sowie eine Doppelsuite mit 3.7 Quadratmetern heben das Produkt auf ein Niveau, das international mithalten kann – und in der Suite Plus sogar eine Nische besetzt, die kaum eine andere Airline bedient.

Der Preis dafür ist die Exklusivität im wörtlichen Sinn: Aus acht Plätzen werden drei Suiten. Wer die neue Kabine erleben will, braucht deshalb Geduld bei der Suche und sollte früh buchen – oder gezielt eine der wenigen Strecken wählen, auf denen der Airbus A350-900 bereits planmässig unterwegs ist. Bis die Kabine flottenweit Standard ist, wird es noch bis etwa 2030 dauern.

Autor

Wenn Anna unterwegs ist, ist sie in ihrem Element. Selten ist sie mehr als ein paar Tage am selben Ort. Der nächste Kurztrip oder eine Fernreise stehen immer schon in ihrem Kalender. Nach ihrem Tourismus-Studium konnte sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen und teilt ihre Erfahrungen, Tipps und News aus der Reisewelt mit euch.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.