Erst unlängst reichte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Klage gegen die Tochtergesellschaft Eurowings ein – mit Erfolg. Nun muss sich die Lufthansa gegen Greenwashing-Vorwürfe seitens des Umwelt- und Verbraucherschutzvereins behaupten.

Das Interesse an klimafreundlichen Reisen wird zunehmend grösser. Dahingehend bietet auch die Lufthansa sogenannte Green Fares an. Das Kompensationsticket verspricht, den flugbezogenen CO₂-Ausstoss pro Person durch den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe – Sustainable Aviation Fuels (SAF)– auszugleichen. Eben gegen dieses Neutralitätsversprechen beim Ticketverkauf möchte die Deutsche Umwelthilfe rechtlich vorgehen. In ihrer Unterlassungsklage wirft die DUH der Lufthansa “irreführendes Greenwashing” und “Verbrauchertäuschung” vor, wie auch aero berichtet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Lufthansa muss sich gegen eine Unterlassungsklage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) behaupten
  • Angekreitet wurden “ungeeignete Kompensationsprojekte, irreführendes Greenwashing und Verbrauchertäuschung” im Zuge der Green Fares
  • Ob der Klage der Deutschen Umwelthilfe stattgegeben wird, bleibt allenfalls abzuwarten

Unterlassungsklage am Landgericht Köln eingegangen

Seit Februar 2023 gibt es Lufthansa Green Fares auf Flügen innerhalb von Europa und nach Nordafrika. Das Angebot wurde inzwischen auch auf die Langstrecke ausgeweitet, da es sich einer grossen Beliebtheit erfreut. Doch jetzt drohen der Kranichairline rechtliche Schritte. Die Deutsche Umwelthilfe hat eine Unterlassungsklage am Landgericht Köln eingereicht, in der sie der Lufthansa “ungeeignete Kompensationsprojekte, irreführendes Greenwashing und Verbrauchertäuschung” vorwirft.

Nachhaltigkeit Beim Fliegen

Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, behauptete in diesem Zusammenhang, dass bei der Kompensation nicht alle durch die Flugreise entstehenden Emissionen und Wirkungen berücksichtigt werden und ergänzte:

Die tatsächlichen Klimawirkungen eines Flugs sind real zwei- bis viermal so groß wie die reinen CO₂-Effekte.

Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH)

Ob der Klage der Deutschen Umwelthilfe stattgegeben wird, bleibt allenfalls abzuwarten. Immerhin hat der Umwelt- und Verbraucherschutzverein einen gerichtlichen Teilerfolg gegen die Tochtergesellschaft Eurowings zu verzeichnen. Schliesslich wurde Eurowings dahingehend die Verwendung ausgewählter Kompensationsversprechen untersagt.

Auch weitere Airlines mit Greenwashing-Vorwürfen konfrontiert

Was das Thema Greenwashing-Vorwürfe betrifft, sind Lufthansa und Eurowings nicht alleine. Auch zahlreiche andere Fluggesellschaften mussten sich in der Vergangenheit gegen ähnliche Vorwürfe behaupten. So wurde beispielsweise Lufthansa Tochter Austrian Airlines im Vorjahr wegen Greenwashing verurteilt. Neben der niederländischen Airline KLM wurde auch United Airlines mit Greenwashing-Vorwürfen kritisiert.

Autorin

Bereits zu ihrer Schulzeit an der Kärntner Tourismus Schule hat Beate das Reisen für sich entdeckt. So verbrachte sie jeden Sommer im Ausland. Auch während ihres Tourismusmanagement-Studiums in Wien war Beate viel unterwegs. Bei reisetopia kann sie nun ihre Leidenschaft zum Schreiben und Reisen perfekt miteinander kombinieren.

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