Update: Nach einem gerichtlichen Eilantrag der Deutschen Bahn, konnten sich der Konzern und die EVG vor dem Arbeitsgericht Frankfurt außergerichtlich einigen.

Ein Weiterkommen wird es auch für die Bahnreisenden aus der Schweiz zwischen Sonntagnacht und Dienstag nicht geben, denn wenn die Züge der Schweizer Bundesbahnen die deutsche Grenze erreichen ist Stopp!

Gab es jemals so einen turbulenten Start in ein neues Beförderungsjahr, wie 2023? Kaum ein Monat ist seit dem Jahreswechsel vergangen, ohne dass die Deutsche Bahn, Gewerkschaftsverbände und Flughäfen ihre Arbeit niedergelegt haben. Ein Verkehrschaos war vorprogrammiert. Auch die kommende Woche beginnt in Deutschland mal wieder mit einem Streik, mal wieder bei der Deutschen Bahn. Viel weiter kommen auch die Passagiere der Schweizer Bundesbahnen nicht, denn die Züge aus dem Nachbarland fahren nur bis zur deutschen Grenze, wie fvw mitteilt.

50 Stunden Warnstreik legt Deutschland lahm

Eine Überraschung ist dieser Streik zwar nicht, denn gross angekündigt wurde er im Vorfeld, doch die Verärgerung bei den Bahnreisenden dürfte dennoch gross sein. Insbesondere, weil es nicht der erste massive Streik in diesem Jahr ist. Kaum ein Monat ist bislang ohne Verzögerungen, Streiks und Zugausfälle vergangen. Die Verhandlungen zwischen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Deutschen Bahn könnten kaum zäher sein. Ein Weiterkommen aus dem Ausland wird es in diesen zwei Tagen ebenfalls nicht geben.

Bahnhof Db Deutsche Bahn 1024x683
Leere Bahnsteige zwischen Sonntag & Dienstag in ganz Deutschland

An der deutschen Grenze ist Halt. Wie die SBB mitteilt, fahren die Züge der Schweizerischen Bundesbahnen lediglich bis zum Grenzübergang und kehren dort wieder um. Selbiges gilt auch für die Nachtzüge, die von der österreichischen Bundesbahn ÖBB gestellt werden und regulär über Zürich und Basel verkehren. Eigentlich führen diese Zugverbindungen weiter nach Berlin, fallen aber aufgrund des Streiks komplett aus.

Ausfall von Regional- und Fernverkehr

Auch von deutscher Seite aus sind Bahnreisen in die Schweiz faktisch unmöglich, wer nicht gerade nahe an der Grenze wohnt. So stellt die Deutsche Bahn den gesamten Fernverkehr mit ICE- und IC-Zügen während des Streiks komplett ein. Auch nahezu alle Regionalzüge werden wohl ausfallen. Schade, für alle, die sich Anfang des Monats das 49-Euro-Ticket gekauft und nun schon erstmals nicht vollkommen nutzen können.

SBB Schweizer Bundesbahn Alpen
Züge der SBB kehren daher an der deutschen Grenze um

Der in diesem Jahr längste Streik der EVG beginnt von Morgenabend 22 Uhr bis Dienstag, den 16. Mai, um Mitternacht. Bis gestern Mittag gab die Gewerkschaft der Deutschen Bahn noch eine letztmalige Gelegenheit, den Streik mit einem verbesserten Angebot abzuwenden – ohne Erfolg. Noch immer verlangt die EVG für ihre rund 230’000 Beschäftigte zwölf Prozent mehr Lohn, mindestens aber 650 Euro (rund 639 Schweizer Franken) im Monat mehr. Insbesondere die untere Lohngruppe soll mit einem uneingeschränkten Mindestlohn gestärkt werden. Hier zeigt die Deutsche Bahn vonseiten der EVG zu wenig entgegenkommen. Der Konzern hatte als Gegenangebot rund zehn Prozent mehr Lohn für untere und mittlere Einkommen, acht Prozent für höhere Einkommen sowie zusätzlich 2’850 Euro (rund 2’801 Schweizer Franken) Inflationsausgleichsprämie für alle geboten.

Fazit zum grenzüberschreitenden Bahnstreik in Deutschland

Und schon wieder erwartet Reisenden an den deutschen Bahnhöfen leere Anzeigetafeln. Wer zwischen Sonntagnacht und Dienstagnacht mit der Deutschen Bahn reisen wollte, muss sich nach einer Alternative umsehen. Wer nicht gerade auf das Auto umsteigen oder Termine verschieben kann, könnte bei der Lufthansa noch eine Chance haben, von A nach B zu kommen, die aufgrund des Warnstreiks eine Erhöhung ihrer Kapazitäten auf Inlandsstrecken angekündigt hatte. Auch alle Passagiere, die grenzüberschreitend reisen, kommen aus dem Ausland, wie Österreich und der Schweiz nur bis zur deutschen Grenze. Bleibt zu hoffen, dass zumindest die Alternativ-Flüge an diesen Tagen pünktlich abheben!

Autorin

Seit Julia mit 4 Jahren ihren ersten Langstreckenflug erlebt hat, sind weite Reisen und exotische Orte aus ihrer Urlaubsplanung nicht mehr wegzudenken. Am liebsten entspannt sie irgendwo am Strand in der Sonne oder genießt beim Windsurfen die Grenzenlosigkeit des Meeres. Nebenbei studiert sie in Berlin Tourismusmanagement. Bei Reisetopia möchte sie ihre Erlebnisse gerne mit Euch teilen!

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.