Die Sommerferien auf der beliebten Insel Mallorca ist für viele zum Ritual geworden. Einheimische fordern allerdings strikte Grenzen für Touristen.

Gegen die Überfüllung der Insel Mallorca und die daraus resultierenden Probleme protestierten bereits im Mai tausende Demonstranten. Der Bürgermeister von Palma, Jaime Martínez, hatte daraufhin bereits Massnahmen zur Einschränkung des Tourismus angekündigt. So sollen zum Beispiel keine neuen Ferienwohnungen oder Gästezimmer mehr zugelassen werden. Doch der Unmut der Einheimischen ist nach wie vor gross, wie ZDF berichtet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erneut haben mehrere Tausend Einheimische gegen den Massentourismus auf Mallorca demonstriert
  • Die Minderheit profitiere lediglich vom Tourismus, die Mehrheit erhalte nur niedrige Löhne
  • Die Regionalregierung der Balearen hat daraufhin Gegenmassnahmen angekündigt, die schon bald umgesetzt werden sollen

“Your luxury, our misery”

Bereits Anfang Februar wurde bekannt, dass auf Mallorca neue Regeln gelten, unter anderem eine Ausweitung des Alkoholverbots. So ist es seit Mai dieses Jahres verboten, auf offener Strasse und am Strand in den Partyzonen Alkohol zu konsumieren. Wer dagegen verstösst, muss mit einem Bussgeld zwischen 500 und 1’500 Euro (480 bis 1’450 Franken) rechnen. Doch trotz der neuen Restriktionen scheint der Massentourismus auf der Insel kein Ende zu nehmen. Am vergangenen Sonntag kam es erneut zu Protesten, an denen rund 20’000 Menschen teilnahmen. Einige von ihnen hielten Plakate mit der Aufschrift “Your luxury, our misery” hoch. Die Regionalregierung der Balearen hat nun Gegenmassnahmen versprochen. Diese sollen bereits in wenigen Monaten ergriffen werden, wie Vizeregierungschef Antoni Costa erklärte. 

Mallorca, Spanien, Anflug
Gegen Massentourismus auf Mallorca sollen in den kommenden Monaten Massnahmen ergriffen werden

Unterstützung kam auch vom Hotelverband FEHM. María José Aguiló, Vizepräsidentin der Organisation, betonte, dass man “mehr auf Qualität als auf Quantität” setze. Kritik übte sie jedoch am aggressiven Verhalten einiger Demonstranten, die Touristen mit Wasser bespritzt hätten. Der Tourismus ist für Mallorca von zentraler Bedeutung. Rund 45 Prozent der Wirtschaftsleistung der Insel entfallen auf den Tourismus. Doch nur eine Minderheit profitiere davon, so die Demonstranten. Die grosse Mehrheit erhalte nur niedrige Löhne, die nicht ausreichten, um die immer teurer werdenden Wohnungen zu bezahlen. Auch Staus, Lärm und Dreck gehören zu den Problemen der Einheimischen. 

Von Massentourismus zum sanften Tourismus? 

Wie die von der balearischen Regionalregierung versprochenen Massnahmen genau aussehen werden, wird sich wohl erst in den nächsten Monaten zeigen. Wenn es der Regierung jedoch gelingt, vom Massentourismus zu einem sanften Tourismus überzugehen, könnten positive Veränderungen eintreten. Ein sanfter Tourismus würde besseren Umweltschutz und stärkere Unterstützung der lokalen Bevölkerung bedeuten, ohne die Wirtschaftlichkeit des Tourismus zu gefährden. Dies könnte sowohl für die Einheimischen als auch für Reisende, die entspannte Ferien verbringen möchten, zu einer höheren Qualität führen.

Palma De Mallorca

Ein Schwerpunkt auf sanftem Tourismus könnte auch zu einer besseren Verteilung der Besucherzahlen und damit zu weniger überfüllten Sehenswürdigkeiten und Stränden führen. Dies kann das Erlebnis für die Reisenden angenehmer machen und gleichzeitig den Druck auf bestimmte Gebiete verringern. Sanfter Tourismus kann aber auch höhere Kosten für umweltfreundliche und nachhaltige Angebote mit sich bringen. Reisende sollten sich daher darauf einstellen, dass ökologisch orientierte Angebote teurer sein können. 

Autorin

Ihre Reiselust begann bereits in jungem Alter, wo sie sich immer sehr auf die Ferien gefreut hat. Egal, ob Städtetrips, Ferien am Meer oder auf den Bergen – Acelya ist für jedes Abenteuer bereit. Mit ihrer Neugierde und ihrer grossen Leidenschaft zum Schreiben, entschied sie sich für ein Publizistikstudium. Bei reisetopia kann sie ihre Lust für Reisen und das Schreiben perfekt miteinander verbinden.

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