Die Premium-Airline Swiss hat kürzlich angekündigt, ihr Wet-Lease-Kontingent mit Helvetic halbieren zu wollen. Helvetic soll nun weiterhin auf eine Erfüllung des langjährigen Vertrags mit Swiss bestehen.

Wie wir bereits berichteten, teilte die Swiss vor kurzem mit, nicht nur unternehmensintern massive Kosteneinsparungen einzuleiten, sondern auch beim Wet-Lease-Partner Helvetic: Nur noch vier statt acht Embraer Jets sollen zumindest für diesen Sommer für die Swiss eingesetzt werden. Jetzt soll Helvetic Airways eine Verringerung der Kapazitäten mit der Swiss ablehnen und auf die Erfüllung des Vertrags bestehen, wie AboutTravel weiss.

„Martin Ebner ist in Vorleistung gegangen”

Nachdem die Swiss aufgrund noch immer anhaltenden roten Zahlen im dreistelligen Millionenbereich im ersten Quartal einen Abbau von 780 Stellen und eine Verkleinerung der Flotte um 15 Maschinen bekannt gab, wurde auch bald bekannt, dass bei dem Wet-Lease-Partner Helvetic Einsparungen gemacht werden sollen: So hat Swiss-CEO Dieter Vranckx vor kurzem angekündigt, künftig nur noch vier statt acht Maschinen der Schweizer Airline nutzen zu wollen. Nun aber will Helvetic Airways nichts von einer Änderung des Vertrages mit der Swiss wissen.

Helvetic CEO
Tobias Pogorevc blickt gelassen in die Zukunft

Die Swiss habe sich immer vertragskonform verhalten – „und das wird unseres Erachtens auch in Zukunft so bleiben“, soll Helvetic-CEO Tobias Pogorevc in einem Interview mit der Handelszeitung gesagt haben. Beim Vertrag gibt es laut Pogorevc keine Änderungen: Es liege im Ermessen von Swiss, wie viel Kapazität sie von Helvetic beanspruchen wolle.

Ausserdem habe die Fluggesellschaft des milliardenschweren Investors Martin Ebner 2018 für den Einsatz bei der Swiss acht neue Embraer-E2-Flugzeuge bestellt, die für die Bedürfnisse der Swiss massgeschneidert seien: So sei Martin Ebner in Vorleistung gegangen. „Dass damit ein langjähriger Vertrag verbunden sein musste, versteht sich von selbst“, so Pogorevc. Dies gibt Grund zur Annahme, dass Helvetic auf die Erfüllung des Vertrags besteht – inklusive Bezahlung der vereinbarten Gebühren und Kosten durch die Swiss. Ob die Maschinen dann auch tatsächlich für Swiss fliegen würden oder nicht, wäre dabei nicht ausschlaggebend.

Swiss A340
Um die Swiss steht es momentan nicht gerade gut

Der Wet-Lease-Vertrag zwischen Helvetic und der Swiss geriet im Zuge der geplanten Entlassungen bei der Swiss bereits in Kritik. Denn, dass die Swiss augrund der Coronakrise plant, hunderte von Stellen abzubauen und dennoch auf die Dienste von Vertragspartner Helvetic inklusive Personal und Flotte setzt, sorgte beim Personal der grössten Schweizer Fluggesellschaft für Empörung.

Fazit zum Festhalten des Wet-Lease-Vertrages

Nur noch vier statt acht Maschinen will die Premium-Airline Swiss zumindest für den Sommer dieses Jahres von Wet-Lease-Partner Helvetic nutzen – davon möchte Helvetic anscheinend nichts wissen und besteht auf die Einhaltung des Vertrages. Eine definitive Entscheidung über den Umfang des Helvetic-Swiss-Deals soll am 25. Mai fallen. Das letzte Wort in diesem Fall ist also noch nicht gesprochen und man darf auf weitere Entwicklungen gespannt sein.

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Wenn Anna unterwegs ist, ist sie in ihrem Element. Selten ist sie mehr als ein paar Tage am selben Ort. Der nächste Kurztrip oder eine Fernreise stehen immer schon in ihrem Kalender. Nach ihrem Tourismus-Studium konnte sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen und teilt ihre Erfahrungen, Tipps und News aus der Reisewelt mit euch.

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