Der Flughafen Zürich heisst ein neues Feature willkommen, das Passagierinnen und Passagieren das Fliegen mit Gepäck, ohne Kontakt zu Mitarbeitenden, ermöglicht.

Der Flughafen Zürich hat ein durchmischtes Jahr hinter sich. Nach einem verlustreichen ersten Halbjahr von 2021 entwickelten sich die Herbstzahlen immer besser. Nichtsdestotrotz verzeichnete der ZRH einen Verlust in der Höhe von 10 Millionen Franken im Jahresbericht 2021. Auch die nächsten Monate werden angespannt, meint der ZRH-CEO Stephan Widrig, doch danach gehe es wieder aufwärts. Passend dazu heisst der Flughafen Zürich nun die “Self Bag Drop”-Anlagen (SBD) willkommen, wie aus ihrer Pressemitteilung zu entnehmen ist. Damit können Passagierinnen und Passagiere bereits ab 23 Stunden vor Abflug ihr Gepäck selbstständig abgeben, so die Luzernerzeitung.ch.

Modernisierung vom ZRH

Nach dem erst kürzlich bekannt gegeben Test vom Gepäck-Check-In von Zuhause von Swiss, steigt der Flughafen Zürich auch ins Boot der Modernisierung vom Gepäck Check-in mit ein. Der Flughafen warb bereits seit Anfangs Jahr mit dem neusten Feature, dass sie nun eingeführt haben. Neu können die Passagierinnen und Passagiere ihr Gepäck maximal 23 Stunden vor Abflug selbstständig aufgeben, ohne anzustehen. Bis dato muss das Gepäck am «bag drop»-Schalter abgegeben werden, auch wenn das Gepäcketikett bereits zu Hause ausgedruckt wurde.

Self Bag Drop 2
Quelle: Flughafen Zürich

Konkret hat der Flughafen Zürich am Check-in 2 in der Reihe 5 die neuen “Self Bag Drop”-Anlagen aufgebaut. Im April folgen weitere zehn Anlagen am Check-in 3. Aktuell haben lediglich Passagierinnen und Passagiere der folgenden Lufthansa-Group Airlines die Möglichkeit die “Self Bag Drop”-Anlagen zu nutzen:

  • Swiss
  • Edelweiss Air
  • Lufthansa
  • Austrian Airlines

Weitere Airlines sollten gemäss dem Flughafen Zürich zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Wie funktioniert das “Self Bag Drop”?

Das neuste Feature vom ZRH ermöglicht es Passagierinnen und Passagieren mit Gepäck ihren Flug anzutreten, ohne je mit Mitarbeitenden zu sprechen. Notwendig dafür ist das vorab online Einchecken bei der jeweiligen Airline sowie den Erhalt der Bordkarte. Das SBD funktioniert in drei Schritten, so der Flughafen Zürich:

  1. Die Bordkarte wird unterhalb des Monitors eingescannt
  2. Danach kann das Gepäck auf das Band gestellt werden
  3. Schlussendlich kann die Gepäcketikette am Gepäckstück angebracht werden
Self Bag Drop 3
Quelle: Flughafen Zürich

Alternativ kann die Gepäcketikette auch bereits zu Hause ausgedruckt und aufgeklebt werden und das Gepäck nach dem Einscannen der Bordkarte direkt auf das Band gelegt werden. Anschliessend wird das Gepäck von den “Self Bag Drop”-Anlagen vollautomatisch in das “Gepäcksortiersystem des Flughafens Zürich eingespeist”.

Durch die neuen Anlagen kann die Fläche des Flughafens effizienter genutzt werden, denn weniger Schalter sind ausschliesslich gewissen Airlines zugeordnet. Weiter können dadurch die Passagierinnen und Passagiere anstatt bisher nur zwei Stunden vor Abflug, ihr Gepäck neu auch schon 23 Stunden vor Abflug abgeben.

«Höherer fünfstelliger Betrag» pro Anlage

Für den Bau der SBG-Anlagen wurden bereits im Vorfeld 16 bestehende Schalter aufgelöst, so airliners.de. Jedoch benötigen die neuen Anlagen nach wie vor Mitarbeitende, einerseits für die Eingangskontrolle und andererseits als Unterstützung. Weiter gibt es wie bis anhin einige herkömmliche Schalter zur Gepäckabgabe am Flughafen Zürich.

Self Bag Drop 4
Quelle: Flughafen Zürich

Für das Investment musste der Flughafen Zürich tief in die Tasche greifen. Die Flughafen-Sprecherin Bettina Kunz spricht von einem «höheren fünfstelligen Betrag» pro Anlage. Im Gegenzug können jedoch hohe Einsparungen gemacht werden.

Fazit zum kommen Feature am Flughafen Zürich

Der Flughafen Zürich hat die neuen “Self Bag Drop”-Anlagen am Check-in 2 eingeweiht. Diese ermöglichen es Passagierinnen und Passagieren aktuell nur von ausgewählten Lufthansa-Group-Airlines, ihr Gepäck bis zu 23 Stunden vor Abflug selbstständig abgeben zu können. Weitere Anlagen am Check-in 3 wie auch beteiligte Airlines folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Doch jede Medaille hat ihre Kehrseite – wo Automatisierung in Kraft tritt, fallen in den meisten Fällen auch Arbeitsstellen weg. Darüber sind zurzeit jedoch noch keine Informationen bekannt.

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Autorin

Grossgeworden in einer Swissair-Familie, wurde Livia die Liebe zum Reisen quasi in die Wiege gelegt. Nichts macht die gebürtige Zürcherin so glücklich, wie auf Reisen zu sein, darüber zu schreiben und recherchieren. Begleitet Livia auf reisetopia quer durch die Welt!

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  • Für einen normalem Check-in Schalter bezahlt die Airline CHF 0.15 pro Minute. Wenn man pro 50 PAX ein Schalter für 90 Minuten rechnet, dann ergibt das CHF 0.27 pro PAX für den Schalter. Beim Self Service Bag Drop verrechnet der Flughafen CHF 0.80 pro Gepäckstück. Jenachdem eim gutes Geschäft für den Flughafen.

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