Das Corona-Virus greift noch immer stark um sich: Nun steht seit gestern Abend auch Indien auf der Risikoländer-Liste des Bundesamts für Gesundheit.

Wie AboutTravel berichtet, hat Indien mit 352’991 Corona-Neuinfektionen, gestern am 26. April 2021 erneut einen weltweiten Höchstwert verzeichnet. Fast jede zweite Neuansteckung der Welt wird in Indien gezählt. Mit ein Grund dafür ist die indische Coronavirus-Mutation, die sich weltweit ausbreitet. Seit gestern Abend steht Indien auf der roten Liste des BAGs, Schweizer Politiker fordern drastischere Massnahmen wie einen Einreisestopp.

Fallzahlen in Indien explodieren

Seit Mitte März explodieren in Indien die Corona-Fallzahlen. Das ohnehin schlecht ausgestattete Gesundheitssystem Indiens steht angesichts der dramatisch steigenden Infektionszahlen nun beinahe vor einem Kollaps. Die Spitäler sind überfordert. Pro Tag sterben mehr als 2‘800 Personen. Besonders verheerend ist die Lage in der Hauptstadt Neu Delhi, medizinischer Sauerstoff und Medikamente werden knapp in den zahlreichen Spitälern. Angehörige von Corona-Patienten sollen im Internet verzweifelt nach freien Krankenhausbetten suchen. Gemäss 20 Minuten soll die Regierung nun um ausländische Hilfe gebeten haben und die USA soll Lieferungen von Sauerstoff sowie Material für die Impfstoff-Produktion und Test-Kits bereits zugesichert haben.

Erster Fall der Virus-Mutation in der Schweiz aufgetaucht

Seit letzten Samstag soll bekannt geworden sein, dass sich die Virus-Mutation schon in der Schweiz befindet. Ein Passagier soll den mutierten Virus via Transitflughafen in die Schweiz eingeschleppt haben. Daher hat das BAG nun Konsequenzen gezogen – und Indien ab dem 26. April, 18:00 Uhr auf die Risikoliste gesetzt. Ab dann müssen Reisende, die sich in Indien aufgehalten haben, in Quarantäne. Bisher mussten sie lediglich ein Einreiseformular sowie einen negativen Test vorweisen.

Politiker fordern schnellere Reaktion des BAGs sowie Einreisestopp

Schon länger hatte sich abgezeichnet, dass Indien ein Hotspot ist. Die deutsche Bundesregierung beispielsweise hat bereits letzte Woche reagiert und eine Empfehlung für alle Deutschen in Indien veröffentlicht und Emirates hat bereits alle Flüge nach Indien gestoppt. Indien selbst hat schon früh auf die Ausbreitung des Corona-Virus vor einem Jahr reagiert und einen internationalen Flugstopp verhängt, der zuletzt bis Ende April verlängert wurde.

Delhi Indien
In Indien explodieren seit längerem die Corona-Fallzahlen

Für Martin Bäumle, Nationalrat der Grünliberalen Partei Schweiz, hätte Indien bereits letzte Woche auf die Risikoliste gehört. Er erwarte vom BAG, dass man „viel schneller reagiert und nicht erst, wenn der erste Fall einer Mutation in der Schweiz auftaucht.“ Auch für Brasilien habe seiner Meinung nach viel zu lange keine Quarantänepflicht gegolten. „Auch da hätte das BAG schneller handeln müssen“, so Bäumle. Auch Mitte-Nationalrat Lorenz Hess hat für die verzögerte Reaktion des Bundesamtes für Gesundheit kein Verständnis: „Wir leben in einem labilen Gleichgewicht und haben mit den Lockerungen ein heikles Experiment gewagt“, so Hess. Deshalb müsse die Schweiz auch bei den Sicherheitsvorkehrungen rasch und entschlossen reagieren. Für ihn sollte der Bund sogar noch weiter gehen und Indien nicht nur auf die Quarantäneliste setzen, sondern einen Einreisestopp verhängen.

Fazit zur neuen Risikoliste des BAG mit Indien

Die Zahlen der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Indien scheinen gerade zu explodieren. Immer mehr Länder warnen vor Reisen nach Indien wegen Doppel-Mutante und verhängen drastische Reisewarnungen. Großbritannien sowie Deutschland haben bereits im April Einreisen aus Indien gestoppt. Auch in der Schweiz ist das Land jetzt auf der roten Liste. Für einige Schweizer Politiker dauerte das zu lange – man dürfe nicht erst reagieren, wenn ein erster Fall der Mutation entdeckt werde.

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Ins Ungewisse aufbrechen, Neues entdecken, mehr über sich selbst und andere erfahren und unvergessliche Eindrücke sammeln – für Miriam gibt es nichts Spannenderes als neue Länder, Kulturen und Menschen kennenzulernen. Diese Leidenschaft möchte sie auf reisetopia.ch mit euch teilen und versorgt euch täglich mit Wissenswertem aus der Welt des Reisens.

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