Eine Ära neigt sich dem Ende – British Airways hat seinen ikonischen Airbus A318, der liebevoll Baby-Airbus genannt wurde, in Rente geschickt. In den Niederlanden geht der Baby-Airbus in seinen wohlverdienten Ruhestand.

Immer mehr Fluggesellschaften agieren mit Schmalrumpfflugzeugen auf der Langstrecke. Moderne Flugzeuge wie der Airbus A321LR oder zukünftig der A321XLR machen es möglich. Dabei kommen die Passagiere häufig in den Genuss einer vollwertigen Business Class und grösseren Sitzabständen – ungewöhnlich für Schmalrumpfflugzeuge, die für gewöhnlich auf der Kurz- und Mittelstrecke zum Einsatz kommen. British Airways verabschiedet sich jetzt von einem verhältnismässig alten und vor allem kleinen Flugzeug, das auch auf der Langstrecke zum Einsatz kam.

Besonderes Flugzeug auf einer besonderen Flugstrecke

Grundsätzlich wäre es keine allzu grosse Meldung wert, dass eine Airline sich von einem alten Schmalrumpfflugzeug trennt. Doch bei dem Airbus A318 von British Airways machen wir eine Ausnahme, denn das kleinste Flugzeug der Airbus A320-Familie hatte bei der britischen Airline bis zuletzt eine ganz besondere Stellung. Als einziges Flugzeug in der Flotte konnte das Flugzeug direkt von New York nach London City fliegen und hatte gleichzeitig die Erlaubnis, an dem Flughafen in der Stadt zu landen. Aufgrund der kurzen Start- und Landebahn ist es nur äussert keinen Flugzeugen möglich am London City Airport zu starten.

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Bildquelle: britishairways.com

Seit 2009 war Flugzeug mit der Kennung G-EUNA mit einem weiteren A318 für British Airways im Einsatz. Die Fluggesellschaft setzte den “Baby-Airbus” auf den Flügen BA001 und BA002 ein. Täglich ausser samstags bediente British Airways diese Strecke, die vor allem bei Geschäftsreisenden sehr beliebt war. Die Beliebtheit ist auf zwei wichtige Zeitfaktoren zurückzuführen. Zum einen befindet sich der City Airport im Zentrum der Millionenmetropole. Eine längere Anfahrt zum Flughafen London-Heathrow bleibt den Passagieren erspart. Darüber hinaus entgeht man am kleinen City Airport lange Warteschlangen bei der Sicherheitskontrolle.

Der Faktor Zeitersparnis relativiert sich jedoch aufgrund eines Zwischenstopps im irischen Shannon. Da das Startgewicht aufgrund der kurzem Startbahn am London City Airport beschränkt war, reichte das Kerosin nicht für einen Direktflug nach New York. Es musste also ein Tankstopp her, der wiederum auch einen Vorteil mit sich brachte. Vor Ort wurden während des Betankens alle Einreiseformalitäten für eine Einreise in die Vereinigten Staaten von Amerika erledigt. Somit konnte der A318 am Domestic-Terminal des New Yorker Flughafens anlegen und wurde wie ein Inlandsflug behandelt. Lange Schlagen vor den Grenzbeamten blieben Geschäftsreisenden erspart.

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Bildquelle: svenblogt.de

Ein Transatlantikflug an Bord des A318 war entgegen aller Erwartungen jedoch nicht vergleichbar mit einem Kurzstreckenflug mit einem A318. Über geringe Sitzabstände musste kein Passagier klagen. Die Kabine war mit einer reinen Business Class Kabine ausgestattet, in der 32 Passagiere Platz fanden. Die Sitze waren in einer 2-2-Konfiguration angeordnet und konnten in ein fast flaches Bett umgewandelt werden.

Über Madrid nach Enschede

Im Juli 2020 stellte British Airways die Flugverbindung vollständig ein. Fortan befand sich der A318 in Madrid, wo er auf die Reaktivierung wartete. Zu einer Wiederaufnahme des Fluges BA001 ab London City kam es nicht und wird es jedoch nicht mehr kommen. Am 17. Februar verlegte der Airbus A318 vom Flughafen Madrid in die niederländische Grenzstadt Enschede, wo das Flugzeug zerlegt werden soll. Der Überführungsflug dauerte rund drei Stunden, da die Fluggesellschaft einen Umweg über Grossbritannien einschlug. So konnte sich der Airbus nochmals von seiner alten Heimat “verabschieden”.

Fazit zur Stilllegung des A318 von British Airways

Selten erlangte ein Kurzstreckenflugzeug derart viel Aufmerksamkeit wie der A318 von British Airways. Vom Londoner City Airport flog der A318 nämlich mit einem Zwischenstopp nach New York. Eine erhoffte Wiederaufnahme bleibt jedoch aus, zumindest mit dem ikonischen Baby Airbus. In Enschede wird der A318 in seine Einzelteile zerlegt. Die Pandemie fordert ein weiteres Opfer!

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