Das kolumbianische Star Alliance Mitglied Avianca war schon vor der Krise angeschlagen. Jetzt ersucht die Airline verzweifelt Staatshilfe in Kolumbien.

Viele Fluggesellschaften können die Krise nicht allein bewältigen. Während Billigairlines oftmals von ihrer gesicherten Liquidität von bis zu sechs Monaten sprechen, sieht es bei anderen Airlines deutlich schlechter aus. Nach dem Chaos um die Staatshilfe für Lufthansa und der genehmigten Staatshilfe für die Tochtergesellschaft Swiss geht es nun einem weiteren wichtigen Star Alliance Mitglied an den Kragen. Die Rede ist von der kolumbianischen Airline Avianca.

Avianca mit mehreren Airlines in Südamerika

Avianca operiert nicht nur in Kolumbien, sondern hat auch noch mehrere Tochtergesellschaften auf dem ganzen südamerikanischen Kontinent, wie etwa in Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Peru. Dies erschwert die Rettung enorm, denn keine Regierung fühlt sich aktuell für Avianca verantwortlich, wie es zum Beispiel bei Swiss, als nationale Airline der Schweiz, der Fall ist. Zudem ist Avianca inzwischen zu 100 Prozent im Besitz der Avianca Holdings S.A., die ihren Sitz jedoch in Panama hat.

Kolumbien zögert

Kolumbien ist sich unsicher, ob man die Staatshilfe von 1,2 Milliarden Dollar zahlen muss, da das Land seinen Anteil an Avianca bereits 2004 verkauft hat. Zudem ist die Fluggesellschaft eben nicht mehr im eigenen Land ansässig, sondern nun im Staat Panama, weshalb sich die kolumbianische Regierung zunehmend sträubt, die Airline finanziell zu unterstützen. Der Widerstand ist auf den in Kolumbien sehr unbeliebten Vorbesitzer Efromovich zurückzuführen.

avianca

Der neue CEO von Avianca, Anko van der Werff, gibt jedoch nicht auf und sucht weiter nach Unterstützung. So soll die Airline laut ihm nicht nach einer Rettungsaktion suchen, sondern nur nach einer Finanzierung, die Avianca mit einer angemessenen Rendite zurückzahlen kann.

We have a responsibility to look after 21,000 employees and their families. We cannot imagine what it would be like for Colombia to lose Avianca in terms of employment, product, connectivity and tourism.

Bei einem Bankrott der Airline sollen aber nicht nur die Jobs der 21.000 Beschäftigten auf dem Spiel stehen, sondern im ganzen Land ca. 300.000 Jobs.

Ähnlich wie andere Airlines war Avianca bereits im März dazu gezwungen, ihre internationalen Routen zu streichen. Die Airline, die bereits am Anfang der Krise unter erheblichem finanziellen Druck stand, gab bekannt, dass sie gezwungen sei, 132 Flugzeuge am Boden zu halten.

Fazit zu Aviancas Bitte für Staatshilfe

Viele Fluggesellschaften haben derzeit grosse Probleme, sich in der Krise über Wasser zu halten. Besonders hart trifft es die Fluggesellschaften, die schon vorher geschwächt waren, wozu eben auch Avianca gehört. Dass die Airline nun ihren Sitz schon seit mehreren Jahren in Panama hat und Kolumbien deswegen nicht direkt eine solch hohe Summe bezahlen möchte, ist nachvollziehbar. Es bleibt deswegen zu hoffen, dass Avianca trotzdem eine staatliche Hilfe erhält und so mehrere tausende Arbeitsplätze geschützt werden.

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Autorin

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