Der Flughafen München wächst und gedeiht, baut aus und um, um den Passagiermassen Herr zu werden. Generell geniesst der Airport in Süddeutschland einen guten Ruf, allerdings – und da sind sich die meisten sicherlich einig – hapert es zum Teil enorm an der Anbindung.

Das könnte sich in naher Zukunft aber ändern. So wurde nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die den Bau einer Magnetschwebebahn-Verbindung zum Münchner Hauptbahnhof prüft. Viele fühlen sich dabei jedoch an den Transrapid und eine berühmte Rede von 2002 erinnert.

Fokus auf Regionalverkehr

Die meisten werden sich sicherlich noch an die berühmt berüchtigte Rede des ehemaligen Ministerpräsidenten von Bayern, Edmund Stoiber, aus dem Jahre 2002 erinnern. Damals schwärmte der CSU-Mann nur so von einer möglichen Transrapid-Verbindung zwischen dem Franz Josef Strauss Airport und dem Münchner Hauptbahnhof. Nur wirklich verstanden hat ihn kaum jemand. Immerhin avancierte Stoiber mit seiner verwirrenden Rede so ungewollt zum Internet-Hit. So lang die Rede her ist, fast solang sind auch die damaligen Pläne einer Magnetschwebebahn zwischen Stadt und Flughafen Geschichte und der Transrapid fährt – eigentlich auch nur noch als Prestige-Objekt – in China.

“Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München… mit zehn Minuten, ohne, dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten sie im Grunde genommen am Flughafen… am, am Hauptbahnhof in München starten Sie ihren Flug.”

– Edmund Stoiber

Doch das könnte sich in naher Zukunft tatsächlich ändern, zumindest was das Thema Magnetschwebebahn – nicht aber den Transrapid – betrifft. Denn der Bund hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die die Möglichkeiten einer neuen Magnetschwebebahn zwischen dem Münchner Airport und dem Hauptbahnhof der bayrischen Landeshauptstadt untersuchen soll. Allerdings handelt es sich bei dieser neuen Magnetschwebebahn um eine auf Regionalverbindungen ausgelegte. Deutlich langsamer, aber auch deutlich günstiger, so jedenfalls der Baukonzern Max Bögl, der hinter dem Projekt steht.

Deutlich langsamer, deutlich günstiger

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU ist von den Möglichkeiten rund um die Bahnen des Transport System Bögl (TSB) fasziniert, bei der der Zug Dank der Magnettechnik berührungslos über die Trasse schwebt. Natürlich hat auch Scheuer die Worte Stoibers nicht vergessen, weswegen der Minister die anwesenden Journalisten mit den Worten “Sie sind vielleicht irgendwo zurückversetzt in eine Zeitmaschine. Nein, es ist das Jahr 2020” begrüsste. In der Machbarkeitsstudie solle geprüft werden, welches technische, wirtschaftliche und ökologische Potenzial die Technologie aufweisen könnte, besonders im Vergleich zu herkömmlichen Nahverkehrssystemen wie Strassenbahnen, U- und S-Bahnen, Regionalbahnen und Bussen.

Magnetschwebebahn TBS
Bild: Firmengruppe Max Bögl

Die Züge des TSB fahren dabei bis zu 150 Kilometer die Stunde. Zum Vergleich: Der Transrapid kommt auf eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 450 Kilometer pro Stunde. Damit wird noch einmal klar, dass es sich um ein Projekt für den zukünftigen Nahverkehr rund um den Airport handeln soll. Möglich ist dabei sowohl ein Betrieb auf Stelzen, durch Tunnel, als auch ebenerdig. Der Testbetrieb soll sich zunächst ausschliesslich auf das Gelände des Münchner Flughafens beschränken und sowohl von Mitarbeitern, als auch den Reisenden genutzt werden können. Denkbar wären etwa Verbindungen zwischen Parkhäusern und den Terminals. Die Dauer der Machbarkeitsstudie wurde mit einem Jahr angesetzt. Nach Vorlage der Ergebnisse soll dann über die Zukunft der Magnetschwebebahn entschieden werden.

Fazit zu möglichen Magnetschwebebahn-Verbindung

Seit Jahren steht die Anbindung des Münchner Flughafens an die Stadt, als auch an ein Fernnetz zur Diskussion. Bisher gab es etliche Vorschläge, doch getan hat sich wenig bis gar nichts. Ob die neue Magnetschwebebahn nun eventuell die Lösung der Anbindungsprobleme sein könnte, bleibt nach Abschluss der Tests noch abzuwarten. Die Vergangenheit macht da zumindest wenig Hoffnung, allerdings halten sich die Kosten hierbei viel deutlicher in Grenzen und auch die Politik und Technik sind eine andere.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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