Um die Corona-Krise und das kommende Jahr zu überstehen, braucht Malaysia Airlines finanzielle Hilfe in Höhe von umgerechnet über 453 Millionen Franken.

Malaysia Airlines erbat von ihrem Aktionär, Khazanah Nasional, finanzielle Hilfen, wie ein Sprecher der Fluggesellschaft mitteilte. Der Khazanah Nasional ist ein Staatsfonds der malaysischen Regierung und wird vom Finanzministerium verwaltet. Er stellt den einzigen Aktionär der Fluggesellschaft dar. Schon vor der Corona-Pandemie kämpfte die malaysische Nationalairline mit grossen Verlusten. Jetzt verlangt Malaysian Airlines weitere Gelder vom Staatsfonds, wie simpleflying.com berichtet.

Der Staat droht den Khazanah-Geldhahn zuzudrehen

In den letzten Jahren übernahm der Khazanah-Staatsfonds immer mehr Anteile der Airline. Mittlerweile gehört Malaysia Airlines der malaysischen Regierung. Die Airline rechnet mit einer Summe von umgerechnet 4,3 Milliarden Franken, um in den nächsten fünf Jahren überhaupt über die Runden zu kommen. Für die Regierung und die Verwalter des Khazanah Nasional ist das zu viel. Es muss ein vernünftiger Restrukturierungsplan vorliegen und eine Einigung mit den Leasinggebern, denn sonst wird Khazanah Nasional den Geldhahn zudrehen.

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Die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben Malaysia Airlines besonders hart getroffen, denn schon in den Vorjahren schrieb die Fluggesellschaft rote Zahlen. Um die Airline auf den richtigen Kurs zu lenken, wurden schon einige Massnahmen durchgeführt. Restrukturierungsmassnahmen und das Rebranding standen an, doch die Pandemie machte der Fluggesellschaft einen Strich durch die Rechnung.

Malaysia Airlines verhandelt mit Leasinggebern

Die Verluste der Airline belaufen sich auf umgerechnet 75 Millionen Franken im Monat. Im Oktober bat der Geschäftsführer der Airline, Izham Ismail, um eine Vergünstigung seitens der anstehenden Leasingzahlungen. Die ausstehenden Zahlungen an die Leasinggeber können Ende November nicht vollständig ausgeführt werden, wenn keine weiteren Hilfen vom Staatsfonds kommen würden, so der Geschäftsführer. Aus diesem Grund verlangt die Airline eine Vergünstigung, als Teil ihres Restrukturierungsplans.

Malaysia Airlines wolle eine Vergünstigung in Höhe von 75 Prozent für ihre geleasten Flugzeuge erzielen, heisst es. Die Flotte setzt sich aus 83 Flugzeugen zusammen. 58 der Flugzeuge werden geleast. Die meisten Leasinggeber lehnten den Vorschlag der Airline ab, doch einige haben sich auf einen alternativen Vorschlag eingelassen. Die Airline muss sich jetzt auf die unentschlossenen Leasinggeber fokussieren und diese für sich gewinnen, um die Restrukturierungsmassnahmen erfolgreich durchführen zu können.

Fazit zur Situation bei Malaysia Airlines

Die malaysische Nationalfluggesellschaft muss jetzt alle Register ziehen, um dieses und nächstes Jahr zu überleben. Schon vor der Pandemie befand sich Malaysia Airlines in Schwierigkeiten und musste immer wieder durch den Staatsfonds unterstützt werden. Damit könnte jetzt Schluss sein, denn der Staat fordert einen ordentlichen Restrukturierungsplan und einen Deal mit den Leasinggebern, bevor er weitere Gelder aus dem Khazanah Nasional zur Verfügung stellt. Die Verhandlungen laufen noch. Die Airline konnte schon mit einigen Leasinggebern einen Deal abschliessen. Jetzt muss Malaysia Airlines alle unentschlossenen Leasinggeber überzeugen, um die dringend benötigte Finanzhilfe zu bekommen.

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