Der Lufthansa-Konzern hat – wie viele andere Airlines – hart mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen. Die Lufthansa lässt verlauten, dass es einen Stellenüberhang von 20’000 Arbeitsplätzen gibt. 

Die Lufthansa glänzt während den Krisenzeiten nicht mit positiven Neuigkeiten: Nachdem der Konzern kürzlich nach 32 Jahren aus dem DAX geflogen ist und einen Milliardenverlust im ersten Quartal bekannt gegeben hat, verkündet die Lufthansa einen Stellenüberhang von 20.000 Vollzeitangestellten. Das berichten mehrere Medien, unter anderem die Webseite aero.de. Auf der Hauptversammlung in diesem Monat wird über deren weiteres Schicksal und andere Sparmassnahmen entschieden. Hierbei arbeitet die Lufthansa mit drei Gewerkschaften zusammen, die ihre eigenen Forderungen einfliessen lassen wollen.

Lufthansa und Gewerkschaften ringen um Sparpaket

Der Kranich-Konzern und die Gewerkschaften diskutieren weiterhin die Konditionen für ein Sparpaket, das dem Unternehmen helfen soll, aus der Krise zu kommen. Die wirtschaftlichen Konsequenzen treffen die Mitarbeiter besonders hart, denn eine massive Streichung von Stellen wird erwogen. Der rechnerische Überhang wird auf 22’000 Vollzeitstellen beziffert. Das bestätigte die Lufthansa am Mittwoch nach einem Tarifgipfel mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Ufo und Verdi. 

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Bild: Lufthansa

Besonders schockierend ist diese Zahl deshalb, da zuletzt zwar von deutlich mehr als 10’000 Stellen die Rede war, die Zahl von 22’000 aber mehr als die Hälfte der ursprünglichen Zahl darstellt. Durch Kurzarbeit und Krisenvereinbarungen sollen möglichst betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Die Lufthansa beschäftigt aktuell rund 138’000 Mitarbeiter. Auf genaue Angaben zu den geplanten Massnahmen muss noch ein wenig gewartet werden: Der 22. Juni wurde als Deadline für konkrete Ergebnisse gesetzt.

Hauptverhandlung entscheidet über das Schicksal

Es wurde eine ausserordentliche Hauptversammlung einberufen, die am 25. Juni stattfinden soll. Nachdem der Kranich-Konzern im ersten Quartal einen Milliardenverlust verzeichnet hat, möchte der Lufthansa-Chef Carsten Spohr auf der Hauptversammlung ein Sparkonzept präsentieren. 

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Auch die Gewerkschaften zeigen sich zuversichtlich, bis zur Hauptversammlung eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Flugbegleitergewerkschaft Ufo betonte zwar ihre Bereitschaft zur raschen Lösungsfindung, sparte aber auch nicht mit Forderungen.

Die Mitarbeiter aller Airlines des Konzerns müssen einen Kündigungsschutz bekommen und daran glauben, dass das Management endlich einen gemeinsamen Kurs geht.

Forderung der Flugbegleitergewerkschaft Ufo

Die Ufo stellt zudem eine alternative Stellenüberhangzahl vor: Die Gewerkschaft beziffert den rechnerischen Überhang auf 26.000 Arbeitsplätze.

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Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ist einer Lösungsfindung nicht abgeneigt und bekräftigte ihre Bereitschaft zu Zugeständnissen in Höhe von 350 Millionen Euro, obwohl dieses Zugeständnis einen enormen Einschnitt in die Gehälter der Piloten bedeutet. Dabei geht es um einen Verzicht von bis zu 45 Prozent pro Pilot. Doch auch von der Seite der Pilotengewerkschaft gibt es Forderungen an die Lufthansa. 

“Im Gegenzug erwarten wir einzig vom Konzernvorstand, dass er sich zu seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekennt.”

VC-Präsident Markus Wahl

Markus Wahl appellierte zudem an die Aktionäre, dem Sparpaket zuzustimmen. 

Staatliche Hilfe für die Lufthansa

Die Lufthansa ist ein grosser Verlierer der Coronakrise. Zuletzt wurde der Konzern nach 32 Jahren aus dem DAX geworfen und gab einen Milliardenverlust im ersten Quartal bekannt. 

Nach einigem Chaos und Verhandlungen hat sich die Lufthansa auf ein staatliches Rettungspaket geeinigt und muss im Gegenzug für das neun Milliarden schwere Rettungspaket einschliesslich Beteiligung des Bundes an dem Unternehmen 24 Start- und Landerechte an ihren wichtigen Flughäfen in Frankfurt und München an die Konkurrenz abgeben. 

Fazit zum Stellenüberhang bei der Lufthansa

Die Zahl von 22’000 von einem Überhang an Stellen wirkt auf den ersten Blick gewaltig. Doch bevor man direkt von Kündigungen in dieser Höhe ausgeht, sollte vermutlich erst abgewartet werden, bis konkrete Ergebnisse vorliegen, da die genauen Konditionen des Sparpakets noch gemeinsam mit den Gewerkschaften ausgearbeitet werden müssen. Positiv ist, dass die Gewerkschaften oft betonen, an einer raschen Lösungsfindung interessiert zu sein und somit den Prozess nicht blockieren. Es bleibt zu hoffen, dass keine Kündigungswelle über die Lufthansa schwappt und die Sparmassnahmen Früchte tragen werden.

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Autorin

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