Wenn immer mehr Airlines kein Interesse mehr an Verbindungen zum eigenen Flughafen haben kann man entweder den Flughafen schliessen, oder kreativ werden. Der Flughafen Bern Belp hat sich scheinbar für letzte Option entschieden und startet eine ungewöhnliche Kampagne!

Eine virtuelle Airline als Crowdfunding-Projekt

Was sich im ersten Moment wie eine Mischung verschiedener “Szenewörter” anhört, die man willkürlich kombiniert hätte, hat einen cleveren Plan dahinter: virtuelle Airlines gab es bereits zuvor und beispielsweise Nordica hat einen entsprechenden Flugbetrieb gewährleistet ohne ein einziges Flugzeug selbst zu besitzen. Genau diese Idee verfolgt auch der Flughafen in Bern mit seiner flyBAIR Airline. Die Flüge werden von einem anderen Partner, German Airlines durchgeführt. German Airlines, das ist die Airline die für British Airways als WDL gewisse Flüge durchführt und für Eurowings unter anderem die Flotte der Dash-8 Propellermaschinen nach Basel bedient.

Die weitere Idee hinter flyBAIR ist, dass verschiedene Reiseveranstalter mit grossem Interesse am Flughafen Bern-Belp sich Ziele aussuchen und diese dann gemeinsam mit dem Partner unter eigener Flugnummer durchgeführt werden. Als Reiseanbieter stehen Aaretal Reisen, Belpmoos Reisen, Buchard Voyages, Hotelplan, TUI und VT Vacances im Raum. Der Name dabei enthält auch ein kleines Wortspiel: es kombiniert Fly, Bern und Air – und wenn man es englisch ausspricht klingt es fast wie “Fly Bär”, das Wappentier des Kantons Bern.

“Von Bernern für Berner” – die Idee hinter dem Crowdfunding

Die Idee hinter dem Crowdfunding-Projekt lässt sich recht einfach zusammenfassen: die Airline braucht ein Kapital von rund 2.5 Millionen Franken, damit man den Betrieb aufnehmen könne. Der Flughafen, der zunächst 100 Prozent der Anteile der Airline halten wird, trägt mit 250’000 Franken in der ersten Finanzierungsrunde dazu bei. Jetzt sei es an den Partnern aus der Region: verschiedene Unternehmen, aber auch Einzelpersonen sollen sich am Projekt beteiligen und so die Finanzierung stemmen.

“Der Flughafen geht in die Vorleistung und ins Risiko und bietet den Bernerinnen und Bernern ein vielfältiges Sommer- und Herbstflugangebot sowie später eine regelmässige Hub-Anbindung an. Jetzt liegt es an allen, die wieder ab Bern fliegen wollen, den Tatbeweis zu erbringen. Es ist nun existenziell, dass sie sich am Crowdfunding beteiligen. Ob mit grossen oder kleinen Beträgen oder mit Ticketkäufen von und nach Bern-Belp. Es ist vielleicht unsere letzte Chance, den Publikumsverkehr am Leben zu erhalten.”

Beat Brechbühl, der Verwaltungsratspräsident des Flughafens

Ferienziele ab Bern sind beliebt

Die Airline hat auch schon einen Liniennetz für Mai 2020 vorgestellt, und bietet dabei vor allem Ferienziele wie Palma de Mallorca und Ziele in Griechenland an.

Ab Herbst 2020 soll eine weitere Anbindung erfolgen – unter dem Gedanken Bern zu einem Hub auszubauen. Verbindungen nach London, München oder Amsterdam stehen dabei im Raum.

Fazit zu den Plänen von flyBAIR

Die Vergangenheit von Nordica wirft nicht gerade ein sehr positives Licht auf die Welt der virtuellen Airlines. Mit einer schlanken Struktur und ohne direkte Konkurrenz auf den Verbindungen kann das Konzept der Berner aber aufgehen. Wir werden das Projekt und besonders den Stand der Finanzierung weiter im Auge behalten und freuen uns darauf ab Mai 2020 eine neue Airline im Schweizer Himmel begrüssen zu dürfen!

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Autor

Nachdem Alex in den ersten 5 Jahren seines Lebens mehr Zeit in Airbussen als in normalen Bussen verbracht hat, war das Hobby schon früh festgelegt: Fliegen. Egal ob in einer Turboprop oder einem A380, egal ob Holzklasse oder Premium: Der Weg ist das Ziel. Und wer kann schon behaupten in 12 Tagen New York, Singapur, Tokyo, Lissabon und Oslo mit Flügen in der Business Class verbunden zu haben?

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