Die nationale Fluggesellschaft Finnlands erwartet Staatshilfen in Form eines unbesicherten Hybriddarlehens, welche Finnair sicher aus der Krise befördern soll.

Im März stellte Finnair den Flugbetrieb nahezu komplett ein und musste ihre Ziele für das Jahr 2020 bis auf Weiteres verschieben. Die Staatshilfen, welche der Genehmigung seitens der EU-Kommission bedarf, soll Finnair aus der Corona-Pandemie verhelfen. Das Darlehen im hundertstelligen Millionenbereich soll zudem ihre Entwicklung zur eine der Spitzenairlines vorantreiben, wie simpleflying.com berichtet.

Hundertstelliger Millionenbetrag als Unterstützung

Die finnische Regierung will der angeschlagenen Fluglinie mit bis zu 400 Millionen Euro in Form eines unbesicherten Hybriddarlehens unterstützen. Die Hilfen müssen vom Parlament in einer Sitzung genehmigt werden. Anschliessend folgt die Festlegung der endgültigen Bedingungen und zu guter Letzt ist die Zustimmung der EU-Kommission erforderlich. Bis zum Ende des dritten Quartals 2020 betrug das Eigenkapital von Finnair ungefähr 940 Millionen Euro und die Barreserven lagen bei 725 Millionen. Sollte das Eigenkapital oder die Barreserven unter die definierten und vereinbarten Bedingungen sinken, so soll die Fluggesellschaft auf das Hybriddarlehen zugreifen können.

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Nach einer leichten temporären Erholung in den Sommermonaten verzeichnete Finnair während der zweiten Corona-Welle schwere Verluste. Die Kapazität beträgt zurzeit rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau. Nach einem nahezu kompletten temporären Grounding der Flotte im März und einer Kürzung des Flugplans im September, will das Management der Fluggesellschaft nun nach vorne blicken und sich für die Zeit nach der Corona-Pandemie wappnen. Das Unternehmen startete das Jahr 2020 mit einer starken Position auf dem Markt. Jetzt will Finnair sicherstellen, dass ihre zuvor festgelegten Pläne für 2020 nach der Pandemie fortgeführt werden können.

Finanzhilfen halten Finnair über Wasser

Schon zu Anfang der Corona-Krise wurde Finnair vom finnischen Staat finanziell aufgefangen. Der Staat besitzt Anteile der Fluggesellschaft in Höhe von 55,9 Prozent. Nach einer weltweiten Grenzschliessung im März, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu stoppen, gewährte die Regierung einen Kredit in Höhe von 600 Millionen Euro. Um zusätzliches Geld in die Kassen zu spülen, verkaufte Finnair im August eine ihrer insgesamt 15 A350-Flugzeuge und sicherte sich somit über 100 Millionen Euro.

Fazit zu Finnairs geplanten Staatshilfen

Um Finnair aus der Corona-Krise zu verhelfen und den geplanten Expansionskurs nach Asien fortzusetzen, will die finnische Regierung die Nationalfluggesellschaft eine weitere Finanzhilfe in Form eines unbesicherten Kreditdarlehens zur Verfügung stellen. Für das Jahr 2020 hat sich Finnair grosse Ziele gesetzt, die aufgrund der Pandemie nicht weiterverfolgt wurden. Die geplanten Hilfen sollen die finanzielle Stabilität sichern, sodass die Airline nach der Corona-Pandemie ihr Streckennetz weiter ausbauen kann. Um die finanzielle Unterstützung zu erhalten, bedarf es der Genehmigung des finnischen Parlaments und die Ausarbeitung der konkreten Bedingungen sowie die Genehmigung der EU-Kommission.

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