Nachdem bereits über einen Vertrag zur finanziellen Unterstützung von Air France-KLM berichtet wurde, gab Brüssel nun auch seine Zustimmung.

Endlich wurde eine Einigung zwischen Paris und Brüssel zur Rettung von Air France bekannt gegeben. Die Europäische Kommission hat einem Plan des Staates für eine staatliche Hilfe von bis zu vier Milliarden Euro für die französische Fluggesellschaft zugestimmt. Das berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters.

Frankreichs Finanzminister und EU-Wettbewerbskommissarin einigten sich

Die Air France-KLM Group hat seit Beginn der Pandemie bereits 10,4 Milliarden Euro an Darlehen und Garantien von Frankreich und den Niederlanden erhalten. Doch noch immer hat die staatliche Fluggesellschaft mit den Folgen der Coronapandemie und dem Ausbleiben der Passagiere zu kämpfen. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Air France-KLM-Gruppe einen Nettoverlust von 7,1 Milliarden Euro. Bei den aktuellen Verhandlungen mit der Europäischen Kommission ging es vor allem um die Abgabe von Start- und Landerechten, den sogenannten Slots, wobei die Zugeständnisse der französisch-niederländischen Airline letztendlich geringer sind als von der EU gefordert.

Air France A319

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire gab gestern bekannt, dass sich die Regierung mit der Europäischen Kommission über das staatlich unterstütztes Refinanzierungspaket einigen konnten. Die Verhandlungen darüber führte er gemeinsam mit der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. War gestern die Höhe der Hilfen noch unbekannt, berichten französische Medien heute, dass Air France rund vier Milliarden Euro vom französischen Staat erhalten wird. Das Refinanzierungspaket wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Umwandlung eines französischen Staatsdarlehens in Höhe von drei Milliarden Euro. Ein Sprecher der Europäischen Kommission machte gegenüber der französischen Zeitung La Tribune allerdings bekannt deutlich, dass wenn ein Mitgliedstaat einem Unternehmen in dem er tätig ist, mehr als 250 Millionen Euro an Rekapitalisierungshilfe gewähren will, dieser auch entsprechende Massnahmen vorschlagen muss, um den effektiven Wettbewerb zu erhalten.

Weniger als die geforderten 24 Slots aufgegeben

Sollte Frankreich Air France-KLM also mit mehr als 250 Millionen Euro finanziell unterstützen, würden sich auch die Anteile erhöhen, die aktuell bei etwa 15 Prozent liegen. Wichtig ist allerdings nun, dass die Airline Vorschläge zur Wettbewerbsfähigkeit unterbreitet, so Le Maire. Zudem ist es auch wichtig die zehntausend Arbeitsplätze zu erhalten. Unter den Vorschlägen sollte auch der Anspruch der Airline sein, seine CO2-Emissionen weiter zur reduzieren. Die Air France-KLM-Gruppe hat im vergangenen Jahr zwei Drittel ihrer Kunden verloren und ihre Schulden durch die Krise auf 11 Milliarden Euro fast verdoppelt.

Flughafen Paris Orly

Neben dem genehmigten Rettungspaket gibt es aber auch weitere positive Nachrichten für die Airline, denn diese musste weniger als die 24 von der EU geforderten Slots am Flughafen Paris Orly abgeben. Diskussionen gab es zuletzt vonseiten der Airline, die sich nicht sonderlich kooperativ über die Abgabe von Start- und Landerechten zeigte. Diese sind allerdings ein wesentliches Wettbewerbsinstrument im Flugverkehr.

Es war eine lange und schwierige Verhandlung, aber ich denke, wir haben mit Margrethe Vestager ein gutes Geschäft gemacht.

Bruno Le Maire, Finanzminister Frankreich

Noch hält die Pandemie weiter an und die Erholung des Flugverkehrs bleibt weiterhin ungewiss. Neben Frankreich hält aber auch die Niederlande 14 Prozent an der Air France-KLM Group. Über die Umwandlung des ein Milliarden-Euro Darlehens in eine Hybridschuld im Gegenzug für Slot-Konzessionen in Amsterdam-Schiphol, hat die niederländische Regierung bereits externe Gespräche mit der Europäischen Kommission geführt.

Fazit zum genehmigten Rettungspaket für Air France-KLM

Nach längeren Verhandlungen konnte die französische Regierung um Finanzminister Bruno Le Maire endlich positive Nachrichten verkünden. Die EU-Kommission genehmigte die erneuten Staatshilfen Frankreichs für die angeschlagene Airline in Höhe von vier Milliarden Euro. Zufrieden darüber dürfte auch die Air France-KLM sein, da sie weniger als die von der EU geforderten 24 Slots am Flughafen Paris Orly abtreten musste. Allerdings muss sich der Konzern nun Gedanken über weitere Massnahmen zur Wettbewerbsfähigkeit machen. Ein Stichpunkt ist unter anderem die weitere Reduzierung der CO2 Emissionen.

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Autorin

Seit Julia mit 4 Jahren ihren ersten Langstreckenflug erlebt hat, sind weite Reisen und exotische Orte aus ihrer Urlaubsplanung nicht mehr wegzudenken. Am liebsten entspannt sie irgendwo am Strand in der Sonne oder genießt beim Windsurfen die Grenzenlosigkeit des Meeres. Nebenbei studiert sie in Berlin Tourismusmanagement. Bei Reisetopia möchte sie ihre Erlebnisse gerne mit Euch teilen!

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