Nicht alle zurückgeholten Schweizerinnen und Schweizer übernahmen ihre 80 Prozent der Kosten – so muss nun das EDA 210’000 Franken abschreiben.

2020 wurden mit 35 Repatriierungsflüge tausende Schweizerinnen und Schweizer in die Heimat zurückgeholt. Diese Rückholflüge wurden vom Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) des Schweizer Bundesrates in Kooperation mit Konsulaten und Reiseveranstaltern organisiert und von Swiss und Edelweiss durchgeführt. Die Kosten für die Flüge mussten die Passagierinnen und Passagiere jeweils zu 80 Prozent selbst übernehmen. Ähnlich wie in Deutschland führten diese Rechnungen jedoch zu Schwierigkeiten. Nun schrieb das EDA 210’000 Franken ab, so SRF.

570’000 Franken von Rückholflügen noch offen

Die weltweiten Rückholflüge zu Beginn der Corona-Pandemie waren eine Erleichterung für Tausende festsitzende Reisende. Darunter befanden sich 4’200 Personen, die mit 35 Flügen zurück in die Schweiz geflogen wurden. In kurzer Zeit organisierten Airlines, Regierungen und Reiseveranstalter mehrere Dutzend Flüge von verschiedensten Destinationen zurück in die Heimat.

Swiss airplane

Von diesen Rückholflügen mussten die Passagierinnen und Passagiere 80 Prozent selbst übernehmen, während die restlichen 20 Prozent der Bund bezahlte. Das EDA versendete 7’100 Rechnungen im Wert von total 7,5 Millionen Franken. Rund zwei Jahre später meldet das EDA, dass mittlerweile rund 6,9 Millionen Franken zurückbezahlt wurden, noch offen sind demnach 570’000 Franken, wie nau.ch schreibt

Abschreibungen bei Nichtauffindbarkeit & Insolvenz

Gegen die noch offenen Beträge ging das EDA mit Inkassoverfahren vor. Dabei kam es gemäss dem EDA-Sprecher Pierre-Alain Eltschinger bei 230 Rechnungen zu Abschreibungen in der Höhe von 210’000 Franken, da die Schuldnerinenn und Schuldner entweder nicht auffindbar waren oder insolvent sind.

Edelweiss Tansania

Die restlichen 392 offenen Rechnungen von total 360’000 Franken sind noch immer Inkassofälle. Bei gewissen Fällen ist inzwischen die Eidgenössische Finanzverwaltung verantwortlich und bei anderen wurde mit EDA eine Ratenzahlung ausgemacht.

Fazit zu den Abschreibungen der Rückholflüge

Bald zwei Jahre nach den Rückholflügen von tausenden Reisenden zurück in die Schweiz zählt das EDA nach wie vor offene Rechnungen der Flüge. 230 Rechnungen im Wert von 210’000 Franken mussten sie mittlerweile abschreiben, da die Schuldnerinnen und Schuldner entweder nicht auffindbar oder insolvent sind. Damit ist die Bezahlung an den Bund der Repatriierungsflüge noch nicht abgeschlossen, weiterhin bleiben 392 Rechnungen offen beziehungsweise in Bearbeitung.

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Autorin

Grossgeworden in einer Swissair-Familie, wurde Livia die Liebe zum Reisen quasi in die Wiege gelegt. Nichts macht die gebürtige Zürcherin so glücklich, wie auf Reisen zu sein, darüber zu schreiben und recherchieren. Begleitet Livia auf reisetopia quer durch die Welt!

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