Wir von reisetopia sind ein junges Team, das sich durch die Liebe zum Reisen auszeichnet. Da wir euch täglich mit den Neuigkeiten der Reisebranche sowie Deals, Reviews und Guides versorgen, möchten wir uns bei Euch genauer vorstellen! In der Serie “Wie ich zum Reisen gekommen bin” gibt Euch jeder Autor in Deutschland, der Schweiz und Frankreich ganz individuelle Einblicke in seine Geschichte.

Seit Januar gehöre ich schon zum reisetopia Team und fülle hauptberuflich die französische Seite suitespot.fr mit Inhalten. Doch auch hier werdet ihr hin und wieder einen Text von mir lesen!

In den vergangenen Wochen konntet ihr schon zwei meiner Artikel lesen, denn ich reiste während der Corona-Krise zurück in meine Heimat, Kanada, und verbringe seitdem mein Leben hier grösstenteils in Quarantäne. Um einen Eindruck abseits der Corona-Themen von mir zu bekommen, möchte ich mich Euch genauer vorstellen!

Mit 19 Jahren überquerte ich die Grenzen Kanadas

Wie Ihr inzwischen vielleicht schon wisst, bin ich eine Quebecerin (Kanadierin, würde ich sagen). In Kanada unterscheidet sich die Tourismusindustrie stark von der europäischen, denn die Entfernungen zu neuen Orte sind vergleichsweise riesig. So muss man viele tausende Kilometer reisen, um neue Kulturen zu entdecken, und es gibt keine nennenswerten Billigairlines, mit denen man schnell von A nach B kommt.

Das Reisen ist also nicht so demokratisiert wie in Europa, und Reisen aus Kanada heraus sind im Allgemeinen viel teurer. Um Euch ein Beispiel zu geben: Ein Hin- und Rückflug zwischen Montreal und Vancouver in der Economy Class kostet etwa 600 Dollar (das ist ungefähr derselbe Preis wie für einen Flug von Montreal nach Paris!).

So verbrachte ich meine Teenagerjahre damit, mit meinen Eltern jeden Winkel Quebecs und Ostkanadas zu entdecken. Wir haben alle Städte erkundet, die in wenigen Autostunden von Montreal aus erreichbar waren.

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Erst als ich 19 Jahre alt war, überquerte ich zum ersten Mal die Grenzen Kanadas. Mein Reiseziel? Frankreich.

Ich werde mich immer daran erinnern, was ich fühlte, als das Flugzeug in Paris-Charles de Gaulle landete: Es war eine Mischung aus Freude und Angst vor dem Unbekannten. Endlich konnte ich Paris sehen, die Stadt, die ich in vielen Filmen kennengelernt hatte. Und ich wurde, ganz im Gegenteil zu vielen anderen, glücklicherweise nicht enttäuscht. Es war so schön (oder sogar noch schöner), als ich es mir vorgestellt hatte.

Ich blieb dort eine ganze Woche lang und fuhr dann in den Südwesten, nach Brive-la-Gaillarde. Ich hatte ein Praktikum in der Stadtbibliothek ergattert, und sollte den ganzen Sommer dort bleiben. Jedes Wochenende fuhr ich in eine neue Region Frankreichs. Ich sah Biarritz, Marseille, Cassis, Montpellier, Toulouse, Bordeaux, Arcachon, Carcassonne, Avignon, Lyon, Annecy… Und so weiter!

Damals habe ich mich in Frankreich verliebt. Als ich am Ende des Sommers abreiste – nicht ohne einige Tränen zu vergiessen, die mir über die Wangen liefen – versprach ich mir selbst, möglichst bald zurückzukommen.

Ich bin nach Europa gezogen

Zwei Jahre später zog ich zurück nach Europa, diesmal nach Brüssel. Ich kam in die belgische Hauptstadt, um dort mein letztes Studienjahr abzuschliessen. Damals entdeckte ich die Möglichkeit vom Brüsseler Flughafen für eine bescheidene Summe von … 15 Franken in andere europäische Länder zu fliegen. Das waren Zeiten!

Da ich wusste, dass ich in einem Jahr wieder in Kanada sein würde – wo man für diesen Preis nicht einmal eine Busfahrkarte von Montreal nach Quebec City kaufen kann – habe ich das so gut wie möglich ausgenutzt.

Jedes zweite Wochenende brach ich auf, um ein neues Land zu entdecken. Ich sah England, Irland, Spanien, Italien, Dänemark, Luxemburg, die Schweiz, Deutschland, die Tschechische Republik, Marokko, Österreich, Liechtenstein, Slowenien, Polen, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Kroatien.

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Damals war ich ein echter Rucksacktourist. Als ich Brüssel verliess, war der Rucksack mein einziger Reisebegleiter. Ich zog von Unterkunft zu Unterkunft und änderte meine Reiseroute, wann immer ich neue Leute traf.

Auf meinen Reisen lernte ich mich selbst kennen und merkte bald, dass ich nie sehr lange an einem Ort bleiben konnte.

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Durch das Erlernen neuer Sprachen, das Kennenlernen neuer Kulturen und das Entdecken neuer Gerichte konnte ich eine Neugierde entwickeln, die ich nie vermutet hätte. Als mein Studentenaustausch endete, erhielt ich einen sechsmonatigen Vertrag als Redakteurin für ein internationales Festival in Südfrankreich. Endlich konnte ich in das Land zurückkehren, das mir vor einigen Jahren mein Herz gestohlen hatte.

Ich kehrte nach Kanada zurück… Mit juckenden Füssen

Aufgrund der Visumspflicht bin ich nach meinem Vertrag nach Kanada zurückgekehrt. Ich bekam eine Stelle als Redakteurin bei HI Kanada, dem grössten Netzwerk von Hostels im Land. Dieser Job ermöglichte es mir, vom Osten in den Westen meines Landes zu reisen. Ich wurde aufgefordert, die vielen Hostels zu besuchen, und erlebte so die kanadischen Rocky Mountains, Vancouver, Whistler, die Prärien und vieles mehr.

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Das “Reisen” in meinem eigenen Land hat es mir ermöglicht, meinen bevorstehenden Durst nach Reisen zu stillen und mein Nomadenherz zu befriedigen. In diesen Momenten wurde mir klar, dass wir nicht immer weit weggehen müssen, um neue Ecken zu erkunden. Genau wie in Frankreich gibt es von Region zu Region unterschiedliche Traditionen und Akzente, aber wir vergessen oft, uns die Zeit zu nehmen, unser eigenes Land und unsere eigene Kultur zu entdecken.

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Glücklicherweise bin ich einer Bürgerin des zweitgrössten Landes der Welt. Da mein “Spielfeld” also ziemlich gross war, war ich ein paar Jahre lang damit beschäftigt, Kanada zu erkunden.

In Kanada haben wir leider nur zwei Wochen Urlaub im Jahr. Daher ist es immer etwas kompliziert zu versuchen, dem Arbeitgeber zu erklären, warum man mehrere Wochen Urlaub auf eigene Kosten nehmen möchte. Da ich jedoch für ein Tourismusunternehmen arbeitete, musste ich mich glücklicherweise nicht vor meinen Arbeitgebern rechtfertigen, wenn ich für mehrere aufeinanderfolgende Wochen verreisen wollte.

Also startete ich eine Reise nach Südamerika und erkundete Bolivien und Peru und etwas später sogar Kuba. Es war mein erstes Mal, dass ich diesen Kontinent erkundete, und ich war völlig bezaubert von dem Essen, der Sonne, der Gastfreundschaft und den trockenen Landschaften.

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Als ich nach Peru ging, unternahm ich eine fünftägige Wanderung nach Machu Picchu: den Salkantay Trek. Bis heute ist es wohl einer der schönsten Momente, die ich auf dieser Reise erlebt habe. Wir verbrachten den Tag mit Wandern und abends schliefen wir in Lagern mitten in den Bergen. Wir haben nur die Sterne gesehen!

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Seitdem ich für suitespot schreibe, kam ich aber auch schon des Öfteren in den Genuss eines Luxushotels. Inzwischen muss ich zugeben, dass ich genauso gerne mitten in den Bergen zelten gehe, wie ich es geniesse, eine Woche in einem Fünf-Sterne-Hotel auf Kuba zu verbringen. Was ich suche, wenn ich reise, ist vor allem das Abenteuer und das Schaffen von unvergesslichen Erinnerungen.

Ich kam zurück nach Europa

Für meinen Job bei suitespot.fr kam ich wieder zurück nach Europa und sitze mit dem gesamten reisetopia Team im Office in Berlin. Ich entschied mich erneut für diesen tollen Kontinent, da ich die Nähe der vielen Länder und die Leichtigkeit des Reisens schrecklich vermisste.

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Da ich wieder in Europa bin, habe ich jetzt viele Reisepläne. Bevor die Pandemie ausbrach, hatte ich geplant, in den kommenden Monaten nach Jordanien, in die Türkei und nach Korsika zu fliegen … aber leider sind meine Reisepläne gestrichen worden. Ich weiss jedoch, dass dies nur aufgeschoben ist, denn die Länder werde ich trotzdem besuchen. In der Zwischenzeit schreibe ich über meine vergangenen Reisen und verbringe Zeit mit meiner Familie.

Für den Moment habe ich noch immer nicht Asien besuchen können, weshalb ich es kaum erwarten kann, dort einen Urlaub zu verbringen. Flugtickets nach Asien sind von Montreal aus unglaublich teuer, weshalb ich plane, meine Zeit in Europa zu nutzen, um günstigere Flugtickets für den grössten Kontinent der Welt in die Hände zu bekommen.

Was Euch erwartet

In den kommenden Monaten werde ich die Leser auf suitespot mit einer Menge Reiseführer verpflegen, um Euch zu inspirieren und bei der Planung zukünftigen Reisen zu helfen. Natürlich werde ich Euch Lesern auch alle Neuigkeiten aus dem französischen Tourismussektor mitteilen, damit Ihr bestmöglich ausgerüstet seid. Bei reisetopia könnt Ihr von mir noch weitere persönliche Artikel erwarten – wie etwa vergangene Reiseerfahrungen und zudem spannende Guides zu allen möglichen Themen!

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Autorin

Stella war schon als Kind am liebsten auf Reisen - das hat sich bis heute nicht geändert. Sie fühlt sich überall auf der Welt zu Hause und zeigt euch so jeden Tag spannende Einblicke in das Thema Reisen!

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