Was ursprünglich als kleines Geschenk unter Freunden gedacht war, musste eine lange Zeit warten, bis es endlich umgesetzt werden konnte. Endlich haben wir es geschafft mit dem Thalys in der Comfort Klasse nach Brüssel zu fahren.

Mein zweiter Erfahrungsbericht zu einer Bahnreise – wer mich kennt, der weiss, dass das sehr unüblich für mich ist. In gewisser Weise habe ich jedoch gefallen daran gefunden – vor allem, wenn es nicht die Deutsche Bahn ist. Daher wollte ich mit meinem besten Schulfreund, der selbst über die vergangenen Jahre ein grosses Interesse an der Bahn entwickelt hat, eine kleine Freude machen und erstmals mit dem Thalys fahren und das ganze mit einem Städtetrip nach Brüssel verbinden. Endlich hat das auch geklappt. Den Erfahrungsbericht zu den Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie und den Erlebnissen im Zug könnt Ihr hier nachlesen!

Corona und Thalys Comfort – Buchung

Die Bahn und ich – wir werden bestimmt nicht mehr die besten Freunde in diesem Leben. Dennoch habe ich in den vergangenen Jahren ein wenig Interesse daran entwickelt. So bin ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal mit dem Nachtzug der ÖBB von Wien nach Mailand gefahren. Im selben Jahr war auch die erste Fahrt mit dem Thalys geplant – gemeinsam mit meinem besten Freund. Was als Februar 2020 als Geburtstagsgeschenk begann, sollte im Frühjahr als kleiner Städtetrip umgesetzt werden. Was im März beziehungsweise April 2020 passierte, ist wohl jedem bekannt. Die Corona-Pandemie und die damals strikten Reisebeschränkungen machten die Fahrt mit dem Thalys unmöglich. 

Problemlos erhielten wir die Fahrt von Thalys in Form von Gutscheinen zurückerstattet. Eine finanzielle Rückerstattung gab es nicht. Das war aber auch nicht weiter schlimm, da wir die Fahrt noch immer gemeinsam nachholen wollten. Bei Stornierung im vergangenen Jahr erhielt man noch Gutscheincodes, die man bei der Telefonhotline für eine neue Buchung einlösen konnte. Da Thalys auch in Deutschland einen Kundenservice hat, lief die Buchung damals problemlos. Eigentlich sollte die Fahrt dann im Oktober nachgeholt werden – der erneute Lockdown und die damals neuen Reisebeschränkungen nach Belgien zwangen uns zur erneuten Stornierung. Also erhielten wir wieder die Gutscheincodes, die wir jedoch direkt über die Website einlösen konnten.

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Über ein Jahr ist in der Zwischenzeit vergangen und wir schafften es endlich, wenn auch etwas kurzfristig, die Reise Mitte Juni 2021 nachzuholen. Die Buchung verlief unkompliziert. Die Gutscheincodes reduzierten den Gesamtpreis am Ende, dennoch mussten wir noch mehr für die Reise zahlen, also noch im Jahr zuvor. Das liegt auch daran, dass Thalys das Tarifsystem wegen Corona angepasst hat. Aktuell sind ausschliesslich die flexiblen Tarife buchbar. Das bedeutet, dass jeder Tarif die kostenfreie Umbuchung oder Stornierung inkludiert. Eine Alternative gibt es nicht. 

Wegen des angepassten Services wird aktuell auch nicht die Premium Klasse angeboten. Das ist sehr schade, da üblicherweise einige Annehmlichkeiten mit diesem Tarif zusätzlich gestellt werden. Welche das sind, dazu gehe ich noch im Punkt Catering & Service im Anschluss ein. So viel jedoch vorweg: ich finde es fair, dass Thalys diesen Tarif aufgrund der aktuellen Einschränkungen gar nicht erst verkauft. 

Corona und Thalys Comfort – Sitz

Severin hat bereits seine Erfahrungen mit dem Thalys vor einigen Jahren geschildert. Deshalb brauche ich nicht auf allzu viele Details einzugehen. Auch wenn die Züge schon einige Jahre alt sind, können sie in einigen Punkten noch mit Modernität glänzen. Damit ist das bunte Design der Fahrzeuge durchaus gewöhnungsbedürftig. Auch die Kleiderhaken wirken dadurch beispielsweise eher billig als elegant.

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Die Sitze lassen sich dafür jedoch elektrisch verstellen und sind damit noch deutlich einfacher zu verwenden als andere Sitze beispielsweise bei der Deutschen Bahn. Generell sind die Sitze sehr gemütlich. Ähnlich wie Severin gefällt auch mir der Bezug der Sitze bei Thalys deutlich besser. Die Sitze sind bequem und vor allem die Kopfstützen mit weich gepolsterten Kopfkissen laden zum Einkuscheln ein.

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Die Sitze in der Comfort Klasse sind in einer 2-1 Konfiguration angeordnet und bieten damit vor allem in der Breite ausreichend Platz. Dafür fehlte es uns massiv an Beinfreiheit. Vor allem, wenn die Rückenlehne verstellt oder die Fußstütze ausgefahren ist, kann es hier ganz schön eng werden. Positiv ist zwar, dass die Sitze über Steckdosen verfügen, diese jedoch zu erreichen ist schwierig. Sollte man sie verwenden, ist auch hier die Beinfreiheit erneut stark eingeschränkt. 

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Generell ist die Kabine relativ leise. Das liegt auch daran, dass man dazu angehalten ist, beispielsweise keine Telefonate zu führen. Dafür sind extra Abteile zwischen den Waggons vorgesehen. Diese sind übrigens mit Verbindungstüren verbunden. 

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Im gleichen Bereich findet man üblicherweise auch diverse Verstaumöglichkeiten für grössere Gepäckstücke, Kaffeemaschinen und die Waschräume. Vor allem letztere sind aber sehr klein.

Corona und Thalys Comfort – Catering & Service

Aufgrund der Einschränkungen bei Thalys – Teil des Hygiene- und Sicherheitskonzepts – entfällt nämlich das Catering, welches normalerweise in der höchsten Klasse bei Thalys serviert wird. Je nach Tageszeit darf man hier ein Frühstück oder ein kleines Mittag- beziehungsweise Abendessen samt Getränken erwarten. Leider wird das aktuell nicht angeboten, weshalb auch die Premium Klasse bei Thalys nicht buchbar ist. Schade, denn das war unser eigentlicher Plan und für mich persönlich der grosse Vorteil gegenüber der Deutschen Bahn, die dieselbe Strecke mit dem ICE bedient. 

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Leider ist im Comfort Tarif auch kein Loungezugang inbegriffen. So mussten wir uns also am Kölner Hauptbahnhof noch ein paar Getränke kaufen, denn auch das Bordrestaurant war während unserer Fahrt geschlossen. Dennoch war der Service während der Fahrt ausserordentlich gut. Das Personal war sehr freundlich und zuvorkommend. Die Ansagen wurden in insgesamt vier Sprachen regelmässig gemacht. Zudem war der Zug immer einige Minuten zu früh am nächsten Bahnhof und brachte uns so auch pünktlich nach Brüssel. Auch das Internet funktionierte ohne Probleme!

Fazit zu Corona und Thalys Comfort

Corona machte uns einige Male einen Strich durch die Rechnung, im Juni dieses Jahres konnten wir den Städtetrip nach Brüssel dann aber endlich durchziehen. Davon abgesehen, dass Brüssel eine wirkliche interessante und durchaus sehenswerte Stadt ist, hat auch die Fahrt mit dem Thalys von Köln nach Brüssel Spass gemacht. Die Sitze sind bequem, das Personal freundlich. Schade nur, dass auch weiterhin das Catering an Bord eingestellt ist. Für die vielen erneuten Buchungen kann Thalys hingegen nichts. Ganz im Gegenteil: Auch hier konnte die Freundlichkeit des Personals überzeugen. Schade nur, dass die Fahrt so kurz war. Alternativ fährt Thalys ab Deutschland auch noch weiter nach Paris, Verbindungen nach Amsterdam bestehen ebenfalls. Grund genug den vollen Service also nochmal zu testen, sobald auch Thalys zur Normalität zurückkehren kann. 

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Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab, weshalb er sich entschlossen hat, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

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