Der Tourismus ist durch die Corona-Pandemie stark betroffen und so geht es vielen Hotels in der aktuellen Lage wirtschaftlich sehr schlecht. Allerdings gibt es auch positive Entwicklungen, denn einige Schweizer Randregionen verzeichneten sogar mehr Logiernächte als in den vorherigen Sommern.

Jeden Monat veröffentlicht das Bundesamt für Statistik die Übernachtungszahlen in den Schweizer Hotels. Kürzlich berichteten wir bereits darüber, dass die Schweizer Hotellerie stark von der Krise betroffen ist – jedoch gibt es in dieser Statistik grosse Unterschiede zwischen den Regionen. Es gibt nämlich auch Orte, die offensichtlich sogar von den aktuellen Entwicklungen profitieren können. Laut der htr hotel revue, haben manche Destinationen verglichen zum Vorjahr einen grossen Zuwachs an Logiernächten wahrgenommen.

Städte verlieren – Randregionen gewinnen

Es kommt nicht überraschend, dass mit dem Wegfall internationaler Gäste und Geschäftsreisenden viele Hotels weniger Logiernächte verzeichnen können. Insbesondere die Stadthotels haben darunter zu leiden, da inländische Touristen eher Erholung in den Bergen suchen, als die meist schon bekannten Städte zu erkunden. Das schlägt auch in den Zahlen des Bundesamtes für Statistik zu Buche. Hier wird deutlich, was über den Sommer schon zu vermuten war. Die Städte mussten in den Sommermonaten erhebliche Einbussen hinnehmen.

Zürich Switzerland

So verzeichnete Zürich im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Rückgang von 77 Prozent, Genf minus 75 Prozent, Luzern minus 66 Prozent, Basel minus 63 Prozent und Bern minus 59 Prozent. Bei vielen Randregionen sieht die Lage deutlich besser aus. Einige haben sogar im Vergleich zum Vorjahr einen erheblichen Zuwachs feststellen können. Im Tessin ist der klare Gewinner die Region Vallemaggia und in der Region Freiberge gingen die Übernachtungszahlen ebenfalls in die Höhe.

Ein “trügerisches Gesamtbild”

Aufgrund des Plus an Logiernächten von rund 13 Prozent machte auch der Kanton Graubünden letzte Woche bereits in der htr hotel revue Schlagzeilen. Die Unterengadiner Gemeinden Val Müstair, Zernez und Scuol konnten jeweils im zweistelligen Bereich zulegen. Im italienischsprachigen Bergell wurden sogar 53 Prozent mehr Logiernächte gezählt als noch im Vorjahr.

Switzerland Graubünden

Doch der Kanton ist trotzdem nicht vollständig zufrieden und betont, dass das Gesamtbild, das hier gezeichnet wird, trügerisch sein kann. Das liegt vor allem an den sehr grossen Unterschieden zwischen den einzelnen Destinationen. Während unter anderem die oben genannten erheblich profitierten, sind an anderen Orten im Kanton die Zahlen ganz anders ausgefallen. Daher ist es in diesem Jahr besonders schwer Aussagen über den Erfolg oder Misserfolg ganzer Regionen zu machen.

Fazit zum Gästezuwachs in den Schweizer Randregionen

Die Schweizer Randregionen sind in Bezug auf die Logiernächte während der Corona-Pandemie nicht so stark betroffen wie die Städte. Dennoch gibt es auch unter ihnen erhebliche Unterschiede und gesamtschweizerisch ist das Corona-Jahr 2020 kein positives. Für diejenigen Regionen, die einen Zuwachs verzeichneten, ist es aber eine sehr positive Entwicklung, da sie teilweise noch nicht auf dem touristischen Radar vieler Reisenden waren und somit gegebenenfalls an Popularität gewinnen konnten.

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Autor

Wenn Anna unterwegs ist, ist sie in ihrem Element. Selten ist sie mehr als ein paar Tage am selben Ort. Der nächste Kurztrip oder eine Fernreise stehen immer schon in ihrem Kalender. Nach ihrem Tourismus-Studium konnte sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen und teilt auf reisetopia.ch ihre Erfahrungen, Tipps und News aus der Reisewelt mit euch.

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