Mit ihrer “Fly Responsibly“ Kampagne rückte die niederländische Airline KLM ins Visier diverser Umweltorganisationen. Jetzt wird sie von den niederländischen NGOs “Fossielvrij N“ und “Reclame Fossielvrij“ wegen Greenwashing verklagt.

Eine Kampagne mit dem Namen “Fly Responsibly“ sollte nach eigenen Angaben der Airline KLM die Flugbranche revolutionieren und einen grossen Teil zur Abwendung der Krimakrise beitragen. Nachdem sich die Umweltorganisationen “Fossielvrij N“ und “Reclame Fossielvrij“ jedoch genauer damit befasst hatten, folgt laut airliners.de jetzt eine Klage wegen angeblichem Greenwashing.

Der Vorwurf: Greenwashing

In der Klage, die von zwei niederländischen NGOs mit Unterstützung von einer Gruppe Umweltanwälten mit dem Namen “Client Earth“ initiiert wurde, wird KLM Greenwashing vorgeworfen. Unter Greenwashing werden Marketingstrategien verstanden, bei der die Firma zu Image-Zwecken mit umweltfreundlichen Vorhaben wirbt, jedoch nur wenig oder gar nichts davon umsetzt oder das narrativ zum eigenen Vorteil stark verfälscht.

So auch der Vorwurf gegenüber KLM. Laut der Umweltorganisationen vermittelt die Airline mit der Kampagne “Fly Responsibly“ einen falschen Eindruck vom komplett umweltfreundlichen Fliegen, das angeblich – auch dank KLM – ihn naher Zukunft zur Realität wird. Die Fluggesellschaft würde durch falsche Behauptungen innerhalb ihrer Werbeaussagen gegen das europäische Verbraucherrecht verstossen, so die Klage. Der Fall ist nicht die erste Auseinandersetzung zwischen KLM und einer Umweltorganisation. Bereits 2020 drohte Greenpeace wegen unzureichenden Umweltmassnahmen damit, die Fluggesellschaft zu verklagen.

Die “Fly Responsibly“ Kampagne von KLM

Doch was genau steckt hinter der umstrittenen Kampagne? Anfang Juni 2019 startete “Fly Responsibly“ mit dem Fokus auf umweltfreundliches Fliegen. Der Flugverkehr steht schon seit längerem in der Kritik von Umweltschützern, die eine hohe Belastung durch die verursachten Emissionen von Flugzeugen sehen. Besonders Kurzstreckenflüge gelten als umweltschädlich.

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Dagegen möchte KLM Royal Dutch Airlines laut eigener Werbeaussagen etwas tun. Sie wollen eine führende Rolle in der Zukunft und der Weiterentwicklung von Flugreisen übernehmen. Dabei verpflichten sie sich, fossiles Kerosin mit nachhaltigeren Treibstoffen zu ersetzten und ein umfangreiches CO₂ Ausgleichsprogramm zu starten. Ziel ist es, bis 2050 komplett klimaneutrale Flüge anzubieten.

Irreführende Aussagen und kontraproduktive Massnahmen

Laut Umweltorganisationen weckt die Art der Vermarktung von “Fly Responsibly“ einen falschen Eindruck. Die Aussicht auf klimaneutrale Flüge ab 2050 sei “irreführend“, aktuelle Massnahmen für das wirtschaftliche Wachstum der Airline fördern das genaue Gegenteil. Die NGOs fordern eine Klarstellung und eine offene Darlegung zur tatsächlichen Situation.

Fazit zur Klage gegen KLM wegen Greenwashing

In letzter Zeit häufen sich Klagen von Umweltverbänden gegen Unternehmen verschiedener Branchen. Sei es Fehlverhalten oder irreführende Werbekampagnen – die NGOs siegen oft vor Gericht. KLM selbst hat sich bisher noch nicht ausführlich zu den Vorwürfen geäussert (Stand 07. Juni 2022). Laut einem Sprecher werden die Inhalte der Klage jedoch gerade geprüft.

Autor

Sonja ist mit Leib und Seele Journalistin. Besondere Orte und Geschichten aufzuspüren sind ihre Leidenschaft. Ihre Expertise setzt sie jetzt für euch ein, um die besten Reisedestinationen zu finden - und um euch bezüglich News Up-To Date zu halten.

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