Seit über einem Jahr hält die Corona-Pandemie die Welt auf Trab – die Auswirkungen auf die gesamte Reisebranche sind bekannt. Doch selbst wenn die Pandemie eines Tages überstanden ist, steht die Branche vor grossen Herausforderungen.

Grenzen sind geschlossen, Flugzeuge am Boden! Seit über einem Jahr lebt die Welt mit dem Corona-Virus und gleichzeitig weitestgehend ohne Möglichkeiten, entspannt in die Ferien fliegen zu können. Doch vor allem die Reisebranche wird von den andauernden strikten Reisebeschränkungen getroffen. Die Herausforderungen sind jedoch nicht mit dem Ende der Pandemie überstanden. Eine Umfrage unter Airline-Managern fand heraus, dass die grössten Herausforderungen nach der Pandemie warten – ein Beitrag auf Airliners.

Neue Herausforderungen

Nicht nur die Auswirkungen der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden und andauernden Reisebeschränkungen machen der Airline-Branche schwer zu schaffen. Vor allem die Zeit nach der Pandemie bereitet den meisten Airline-Chefs grosse Sorge. Laut einer Umfrage von AEROVATION Consulting und der h&z Unternehmensberatung scheinen die grössten Herausforderungen noch bevorzustehen. Ein entsprechender Gastbeitrag zur Umfrage ist auf www.airliners.de erschienen. Laut Umfrage geben sich die meisten Airline-Chefs zwar für die langfristige Zukunft optimistisch, eine allgemeine Erholung erwarten sie aber erst frühestens ab 2023 beziehungsweise 2024. Mit 85 Prozent der Umfrageteilnehmer gab ein Grossteil als grösste Herausforderung die Wiederindienststellung der aktuell geparkten Flugzeuge an. Tatsächlich wurden im Rahmen der Corona-Pandemie weite Teile der Flotten weltweit geparkt, eingelagert oder sogar verkauft und verschrottet.

Lufthansa Boeing 747 Frankfurt

Viele Fluggesellschaften sind derzeitig damit beschäftigt, die Flugzeuge entsprechend einzulagern und zu pflegen und die Piloten für die jeweiligen Flugzeugtypen im Training zu behalten. Mit dem Grounding weiter Teile der Flotten ist dies zum Teil unmöglich geworden. Vor allem grosse Flugzeugtypen verlangen zudem eine längere Vorlaufzeit, ehe sie wieder in den Dienst gestellt werden können. Etwas weniger überwältigend, aber dennoch mit grosser Mehrheit geben zwei Drittel der befragten Manager als zweitgrösste Herausforderung die Organisation des Personals an.

Air France A380

Restrukturierungsmassnahmen in Bezug auf das Personal und die Personalkosten gestalten sich als äusserst herausfordernd. So sei es vor allem hier am wichtigsten die Personalkosten weiter zu senken. Vor allem in Deutschland und der Schweiz aber gestaltet sich dies deutlich einfacher. Unternehmen können hier aktuell auf Kurzarbeit zurückgreifen. In vielen anderen Ländern würde hingegen kaum ein Weg an weiteren Entlassungen vorbeiführen. Auch hierzulande würde sich die Situation zuspitzen, sobald das Kurzarbeitergeld ausläuft und damit keine Option mehr für die Unternehmen ist.

Trends nach der Pandemie

Die Kosten zu senken ist dabei vor allem für kleinere und unbekanntere Fluggesellschaften eine grosse Herausforderung. Diese haben zumeist keine Staatshilfen erhalten und müssen sich auf finanzielle Unterstützung des freien Kapitalmarkts hoffen, haben aber auch zumeist hier ihre Schwierigkeiten. Grosse, ehemalig staatliche Fluggesellschaften haben es hier deutlich einfacher. So haben Airlines wie beispielsweise die Lufthansa und ihre Tochterfluggesellschaften sowie Air France-KLM Staatshilfen in Milliardenhöhe gewährt bekommen und können zusätzlich auf Kapitalerhöhungen durch Aktionäre hoffen.

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So fallen hier die Meinungen der einzelnen Vertreter durchaus unterschiedlich aus. Während 65 Prozent der Umfrageteilnehmer von einer signifikanten Reduktion ihrer Flotte ausgehen, rechnen nur 25 Prozent mit einer einigermassen stabilen Flottenplanung. Auch das ist wenig überraschend. Vor allem grosse vierstrahlige Flugzeuge hat es bei den meisten Airlines als Erstes getroffen. So werden Flugzeuge wie der Airbus A380 oder die Boeing 747 bei den meisten Fluggesellschaften gänzlich die Flotte verlassen müssen. Aber auch neue Flugzeuge finden aktuell kaum Anwendung. So hat Etihad Airways entschieden, die neuen Flugzeuge vom Typ Airbus A350-1000 noch bis 2023 unbenutzt am Boden zu lassen. Auch LATAM hat ihre neueren Airbus A350 gänzlich abgegeben.

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Das Thema Flottenplanung treibt dabei die meisten Fluggesellschaften um. Über 60 Prozent der Befragten gaben an, dass für sie die Modernisierung der Flotte am höchsten Priorität hätte. Eine durchaus positive Folge der Pandemie. Mit neueren Flugzeugen gehen Fluggesellschaften automatisch das Thema Nachhaltigkeit an. Diese sind meist effizienter und weniger umweltschädlich. Passend dazu geben knapp 40 Prozent an, ebenfalls das Streckennetz optimieren zu wollen, während nur noch knapp 30 Prozent auch das Bordprodukt verändern wollen.

Fazit zu den Ergebnissen der Umfrage

Die Herausforderungen für die Airline-Branche, aber auch generell für die gesamte Reisebranche, sind enorm. Vor allem werden diese aber nicht mit dem Ende der Pandemie überwunden sein. So geben Airline-Chefs an, dass die grössten Herausforderungen in der Reaktivierung der Flotten und der Senkung der Personalkosten bestehen. Darüber hinaus zeigen sich aber auch Chancen. So plant ein Grossteil der Airlines die Flotten zu modernisieren.

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