Air France hat vor kurzem einige bedeutende Änderungen an ihrer Flotte angekündigt, die auf einer Sitzung des Board of Directors von Air France-KLM beschlossen wurden. Diese Entscheidungen spiegeln deutlich den Fokus der Airline-Gruppe auf Vereinfachung und Modernisierung wider.

Das Unternehmen hofft so, die Flotte durch die weiteren Umstellungen auf modernere Hochleistungsflugzeuge mit kleinerem ökologischen Fussabdruck und deutlich geringerem Treibstoffverbrauch, wettbewerbsfähiger zu machen.

Airbus A220 sollen A318 und A319 ersetzen

Air France hat einen Festauftrag über 60 Airbus A220-300, mit der Option die Bestellung um bis zu 60 zusätzliche Flugzeuge diesen Typs zu erweitern, bekannt gegeben. Dabei kam die Ankündigung der neusten Order für viele allerdings wenig überraschend und war schon länger erwartet worden. Der französische Flagcarrier plant mit dem neuen Flugzeugtyp die eigene Flotte von den in die Jahre gekommenen Airbus A318 und A319 zu “bereinigen”, wovon die Airline aktuell noch insgesamt 51 Stück betreibt. Der Airbus A220 produziert gut 20 Prozent weniger CO2-Emissionen als vergleichbare Flugzeuge seiner Klasse und soll gar halb so wenig Lärm verursachen. Air France stellte denn auch fest, dass sie durch den neusten Flottenzuwachs den Sitzplatzpreis pro Person im Vergleich zu den Flugzeugen, die sie ersetzen sollen, um etwa 10 Prozent senken können.

Air France Airbus A318
Die neuen Maschinen sollen die bestehende Flotte an A318 ersetzen

Die ehemalige Bombardier C-Series hat eine Kapazität von bis zu 150 Sitzplätzen und eine Reichweite von fast 4’300 Kilometern, wodurch die Fluggesellschaft ein hohes Mass an Flexibilität erhält. Das Flugzeug sollte in der Lage sein, jede Route zu bedienen, die die Airbus A318 und A319 bedienen können und darüber hinaus sogar noch einige mehr. Unter dem Gesichtspunkt des Passagierkomforts gilt der A220 als sehr komfortabel und Air France plant ausserdem die Flugzeuge mit Onboard-Wifi auszustatten. Air France verfügt nebst der kleineren Airbusse auch über eine bedeutende Flotte aus Airbus A320 und A321. Hier liegen allerdings aktuell keine Pläne vor, diese ebenfalls zu ersetzen. So geht man denn auch davon aus, dass die Maschinen dieses Typs in Zukunft wohl viel mehr durch ihre Neo-Varianten ersetzt werden könnten.

Airbus A380 bei Air France kaum noch profitabel

Ebenfalls im Rahmen dieser Homogenisierung der Flotte, hat Air France jüngst auch Pläne angekündigt, ihre zehn Airbus A380 bis 2022 aus dem Verkehr zu ziehen, worüber wir bereits berichtet haben. Zuvor hatte die Fluggesellschaft geplant, drei der Superjumbos in den nächsten Jahren auszumustern, den Rest jedoch zu behalten. Jetzt plant die Airline allerdings in den nächsten Jahren nun doch all ihre A380 in Rente zu schicken und hofft dabei noch auf einen guten Deal mit Airbus. Von den insgesamt sieben zusätzlichen Flugzeugen, die ausgemustert werden sollen, gehören fünf der Airline selbst und zwei sind geleast.

Air France A380

Air France begründet den Schritt unter anderem damit, dass das derzeitige Wettbewerbsumfeld die Märkte einschränken würde, in denen der A380 noch profitabel geflogen werden kann. Die Entscheidung kann auch darauf zurückgeführt werden, dass die Wartungskosten für die Superjumbos gestiegen sind und kostspielige Modernisierungen der veralteten Kabinen dieser Flugzeuge sich aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht mehr rentieren. Air France prüft aktuell einen passenden Ersatz für die A380 zu finden, wobei über mögliche Alternativen noch viel spekuliert wird. Einen “direkten” Ersatz gibt es für das grösste Passagierflugzeug offensichtlich nicht, viel mehr wird Air France hier wahrscheinlich auf moderne Zweistrahler setzen. Denkbar wären zum Beispiel Boeing 787, Airbus A350 oder A330neo.

Fazit zur Flottenplanung von Air France

Viele erahnten bereits die A220-Grossbestellung der Franzosen beim europäischen Flugzeugbauer Airbus, so ist diese auch keine sonderlich grosse Überraschung. Indes ist der Airbus A220 bei Passagieren äusserst beliebt und avanciert sich auch für Airbus immer mehr zu einem Kassenschlager. So kann die ehemalige C-Series denn auch als ein perfekter Ersatz für die alternden A318 und A319 gesehen werden. Bleibt noch die Frage, durch welche Flugzeuge Air France die scheidenden A380 ersetzen werden wird.

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Autor

Nachdem Alex in den ersten 5 Jahren seines Lebens mehr Zeit in Airbussen als in normalen Bussen verbracht hat, war das Hobby schon früh festgelegt: Fliegen. Egal ob in einer Turboprop oder einem A380, egal ob Holzklasse oder Premium: Der Weg ist das Ziel. Und wer kann schon behaupten in 12 Tagen New York, Singapur, Tokyo, Lissabon und Oslo mit Flügen in der Business Class verbunden zu haben?

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