Nachdem wir Anfang der Woche über die Insolvenz der zweitgrössten Airline Frankreichs berichtet haben, geht die Story nun weiter: die neue Geschäftsführerin beendet den Ticketverkauf, streicht Strecken und kündigt das Ende des Flugbetriebs an. Was sonst noch passiert, haben wir für Euch zusammengefasst!

Keine Flüge mehr nach Mali, Südamerika und Portugal

Mit sofortiger Wirkung wurden gestern drei Reiseziele eingestellt: nach Mali, Portugal und São Paulo. Wie genau es zur Auswahl der Strecken kam ist unklar, es wird eine geringe Auslastung der Flüge diese Woche vermutet. Für alle Flüge nach dem 9. September 2019 werden schon jetzt keine neuen Tickets mehr verkauft. Bei der Liquidität sieht es auch nicht gut aus: nach der Ankündigung der Insolvenz bestehen Zulieferer für Kerosin und andere Dienstleistungen auf eine Zahlung vor der Leistung – in der Luftfahrtbranche normal eher unüblich – und die bereits leeren Kassen der Fluggesellschaft rennen dem Ende entgegen. Die komplette Einstellung des Flugbetriebs der 73 Jahre alten Airline ist also nur noch eine Formsache. Wie es dann bei Entschädigungen nach EU-Verordnung aussieht ist noch unklar: die Airline betont absolut keine Mittel zu haben, weshalb eine Auszahlung von Entschädigungen aktuell unwahrscheinlich erscheint.

Airline kaufen oder nur die Slots?

Bei jeder Airline-Insolvenz interessieren die Wettbewerber sich nur für eines: die Slots. Besonders da Paris Orly ein absolut überlasteter Flughafen ist, sind die plötzlich erreichbaren 9’800 Start- und Landeplätze sehr attraktiv. Und hier geht direkt der grosse Wettkampf los: Vueling möchte schon seit langem die Slots nach Portugal kaufen. Air France würde die Slots nutzen um sich gegen Wettbewerb zu wappnen die Günstig-Tochter transavia voran zu treiben. Aber auch die weniger bekannte Air Caraïbes würde die Slots gerne zur Expansion nutzen.

Doch was wenn die Airline inklusive der Slots von niemandem gekauft würden? Dann sieht das Recht vor, dass die Slots zurück an den Flughafen gehen und dann wieder vergeben werden. Hier hätte Air France wahrscheinlich mittelmässige Chancen, denn junge Airlines sollen bei der Vergabe bevorzugt werden.

Fazit zum Grounding bei Aigle Azur

Die Entwicklung bei der zweitgrössten Airline Frankreichs sind beeindruckend schnell. Mit dem aktuell vorliegenden Druck von Zulieferern und dem neuen Management wird die Entwicklung bis zur Einstellung des Flugbetriebs eine Frage von Tagen und nicht Wochen sein. Wir sind gespannt wie die Entwicklungen weiter gehen werden und welche Airline dann die Slots ab Basel und Orly erwerben will!

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Autor

Nachdem Alex in den ersten 5 Jahren seines Lebens mehr Zeit in Airbussen als in normalen Bussen verbracht hat, war das Hobby schon früh festgelegt: Fliegen. Egal ob in einer Turboprop oder einem A380, egal ob Holzklasse oder Premium: Der Weg ist das Ziel. Und wer kann schon behaupten in 12 Tagen New York, Singapur, Tokyo, Lissabon und Oslo mit Flügen in der Business Class verbunden zu haben?

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