Mit einer Cessna 208B von Panama-Stadt an die abgelegene, dicht bewaldete Küste Panamas – Ein Flugerlebnis, das man nicht so schnell vergisst!

In grossen Flugzeugen, egal ob in der Economy, Business oder First Class war – mehr oder weniger – schon ein jeder von uns unterwegs. Doch in kleinen Propellermaschinen, die an ganz abgelegene Orte fliegen – das ist schon etwas ganz Besonderes. Ich hatte das ’Vergnügen’ an einem solchen Flug im Zuge unserer Panama-Reise teilzunehmen. Und was soll ich sagen: Das war ein abenteuerliches Erlebnis!

Das engste Flugzeug in dem ich je sass

Fast ein jeder von uns hier bei reisetopia sass schon unzählige Male in einem Flugzeug und hat dabei das ein oder andere abenteuerlichere Flugerlebnis mitgenommen. Und auch mir bleibt neben zahlreicher, besonderer Flüge eine Flugreise ganz besonders in Erinnerung. Im März 2019 waren meine Freundin und ich in Panama. Dabei zog es uns auch in die Nähe der bekannten San Blas-Inseln. Um dort hin zu gelangen, kam jedoch nur das Flugzeug infrage. Andernfalls wären wir etliche Stunden, wenn nicht sogar Tage in einem Bus unterwegs, mit anschliessender, stundenlanger Bootsfahrt. Dabei bedient ausschliesslich Platzhirsch – jedenfalls wenn es um inländische Verbindungen geht – Air Panama die Route von Panama-Stadt nach Ukupseni (Playòn Chico), mit einer Cessna 208B, also ein kleines Propellerflugzeug.

Für unsere Bewegtbildfreunde habe ich zu diesem Flug auch ein Video, beziehungsweise Trip Report erstellt:

Dazu sei gesagt, dass ich bis dato noch nie in einer solch kleinen Maschine sass, so war ich auch entsprechend aufgeregt. Vor allem als Luftfahrtenthusiast freute ich mich einerseits enorm auf diesen Flug. Auf der anderen Seite hatte ich dennoch auch ein etwas mulmiges Gefühl im Bauch. Ich habe zwar keine Flugangst, jedoch war es nicht lange her, als ich einen längeren Zeitraum eine eben solche – quasi wie aus heiterem Himmel – für einen gewissen Zeitraum durchlebte, wenn auch in abgeschwächter Form. Inzwischen hatte ich dieses Unwohlsein jedoch überwunden, nur dieser kleine Flieger und wohl auch der Umstand, dass es ins abgelegene Hinterland ging, brachten die Aufregung auf ihren Höhepunkt.

Air Panama Cessna 208B 3

Zunächst folgte beim Boarding jedoch erst einmal die Ernüchterung: Das kleine Flugzeug, das ich sonst von anderen Berichten, Fotos und Videos in einer 1-1-Konfiguration kenne, wurde von Air Panama mit einer extrem engen 1-2-Konfiguration ausgestattet. Zudem kam die Beinfreiheit direkt aus der Hölle. Ich mag zwar fast zwei Meter gross sein, doch auch für jeden durchschnittsgrossen und -kleinen Menschen bedeutet dieser Sitzabstand eine Tortur. Immerhin sollte der Flug am frühsten Morgen nur gut eine Stunde dauern, was trotzdem nur schwer auszuhalten war. Dennoch überwog die Vorfreude und die Aufregung auf den Flug diesen ’Schmerz’. Es handelte sich bei dieser Cessna 208B von Air Panama schlicht um das engste Flugzeug, in dem ich jemals Platz genommen hatte.

Durch den Morgendunst ins Nirgendwo

Kurz nach dem Start gab es einen wundervollen Blick auf die Skyline von Panama-Stadt, das im Morgengrauen mit vollen Lichtern dalag. Aber der gute Ausblick hielt nicht lange, denn fast den gesamten Flug über flogen wir durch eine Art (Morgen-)Dunst, der nicht viele schöne Blicke auf das Land unter uns zuliess.

Air Panama Cessna 208B 4

Hinzu kamen die dreckigen, beziehungsweise dauerbeschlagenen Fenster. Was sehr schade war, denn wir befanden uns recht schnell über kaum bewohntem, sehr waldigem und bergigem Gebiet, wo sich die Aussicht sicherlich bezahlt gemacht hätte.

Air Panama Cessna 208B

Ob ich die Aussicht jedoch überhaupt so hätte geniessen können, ist eine andere Frage, denn ich merkte schnell, dass mir der Flug in einem solchen kleinen und engen Flugzeug nicht gerade zusagte. Zum einen fühlte es sich so an, als würde es schon genügen die Cessna von aussen anzuatmen, damit sie hin und her und auf und ab wackelte. Zum anderen liess der Dunst Himmel und Horizont verschwimmen, was meinem Kopf in dem eh schon aufgeregten Moment auch nicht sonderlich gefiel. Mir ist nicht schlecht geworden und ich habe auch keine Panik oder etwas Ähnliches verspürt, trotzdem war es schlicht ein doch eher unangenehmer, wenngleich aussergewöhnlicher Flug.

Zwei spektakuläre Landungen

Spannend und aufregend sollten auch die Landungen werden. Ja, Mehrzahl. Denn was uns davor niemand sagte und auch bei der Buchung der Flüge bei Air Panama (auf der schlecht programmierten Webseite) nicht kommuniziert wurde, war die Zwischenlandung. Als es schliesslich in den Sinkflug ging, gingen wir entsprechend natürlich denn auch davon aus, dass wir gleich an unserem Ziel ankommen würden. Dem war aber nicht so. Der Ort der Zwischenlandung war auch wie unser Zielflugplatz, an der Küste, inmitten eines dichten Waldes gelegen. Der Anflug war schlicht spektakulär. Die Baumkronen kamen immer näher und schienen erst kurz vor dem Aufsetzen zu verschwinden – zumindest fühlte es sich so an.

Air Panama Cessna 208B 2

Als das Flugzeug zum Halt kam, wollten wir bereits aufstehen um auszusteigen. Vorher sagten die Piloten jedoch etwas auf Spanisch, was wir leider nicht verstehen konnten. Am Aussteigen hinderten uns jedoch die anderen, des Spanisch mächtigen Reisenden, die uns erklärten, dass es sich nur um einen Zwischenstopp handelte. Überhaupt schienen die Piloten kein Englisch zu sprechen – so zumindest mein Eindruck. Die Piloten tauschten mit den Bewohnern des kleinen Ortes Achutupo Pakete aus, es stieg eine Frau mit einem kleinen Kind auf dem Schoss hinzu und schon ging es kurz darauf weiter nach Ukupseni.

Auch die Landungen habe ich in eigenen Videos festgehalten, wie hier in Ukupseni, beziehunsgweise Playòn Chico:

Dieser Flug dauerte nun lediglich ein paar Minuten und endlich konnten wir auch Dank des Tieffluges viel von der Küste und dem Wald bewundern. Der letzte Anflug gestaltete sich sogar noch etwas spektakulärer als der in Achutupo, denn neben der wieder schnell näherkommenden Baumkronen, gab es auch noch eine scharfe Kurve, bevor wir auf der aus alten Betonplatten bestehenden kleinen Landebahn aufsetzten.

Flugzeug Wrack Panama

Direkt neben der Landebahn lag zudem ein Wrack eines vor eineiger Zeit bruchgelandeten Propellerflugzeuges. Der Flugplatz bestand des Weiteren quasi nur aus ein einem kleinen Häuschen, mit einer Sitzecke als Wartemöglichkeit und einer Toilette. Genau so hatte ich mir solche ’Bush Trips’ auch irgendwie immer vorgestellt.

Fazit zu meinem aussergewöhnlichen Flugerlebnis

Letztlich war ich doch sehr froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben und doch auch irgendwie glücklich, diesen Flug absolviert zu haben. Ein Erlebnis war es schliesslich allemal und richtige Angst hatte ich zwar nicht, aber eben immer wieder ein gewisses Unwohlsein. Erstaunlicherweise fand ich weder die zwei Anflüge, noch die beiden Landungen in irgendeiner Weise beunruhigend, wo wahrscheinlich die meisten Passagiere spätestens ein ungutes Gefühl verspürt hätten. Der Rückflug verlief dabei ähnlich, jedoch unspektakulärer, da es ohne Zwischenstopp direkt nach Panama-Stadt zurückging. Ob ich nochmal in solch ein Flugzeug, für solch einen Flug steigen würde? Ganz ehrlich: Ja, würde ich. Aber regelmässig bräuchte ich das jetzt auch nicht.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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