Im Juni verschlug es unseren Autor Max für eine Woche auf die kleine nordgriechische Insel Skiathos. Hier teilt er seine Erfahrungen über Skiathos im Juni mit Euch!

Reisen wurden endlich wieder möglich und diese Gelegenheit nutzte ich denn im Juni auch direkt aus, um für wenigstens acht Tage dem Alltag in Deutschland mal zu entfliehen. Dabei zog es mich zwar nach Griechenland, aber ausnahmsweise mal nicht nach Kreta, sondern zum ersten Mal auf die kleine Insel Skiathos, im Nordwesten der Ägäis. Dabei erlebte ich eine wunderbare Woche, die meine Erwartungen noch deutlich übertraf. Was ich auf Skiathos erlebt habe und wie meine Eindrücke waren, erfahrt Ihr im folgenden Artikel!

Das Sint Maarten Europas

Im Juni verbrachte ich gut eine Woche auf der nordgriechischen Insel Skiathos. Dabei war es mehr oder weniger Zufall, dass ich gerade Skiathos für meine Reise wählte. Im Prinzip plane ich schon seit längerer Zeit, noch viele andere Inseln und Orte Griechenlands zu bereisen, als „nur“ Kreta – mein absoluter Favorit. Dabei reiste ich allein nach Skiathos, also ausnahmsweise ohne meine bessere Hälfte und arbeitete sogar von hier aus, quasi im Travel Office statt Home Office. Für meinen Flug ab Frankfurt fiel die Wahl auf Condor, da es sich um einen Direktflug handelte. Die Alternative wäre Aegean Airlines gewesen und normalerweise würde ich Aegean auch Condor vorziehen, jedoch waren die Flugzeiten, inklusive Zwischenstopp in Athen leider nicht allzu gut für mich. Bei Condor entschied ich mich denn auch für die „Business Class“. Warum ich das Wort in Anführungszeichen setze, könnt Ihr in einem späteren Review nachlesen. Hier soll es aber um meinen Aufenthalt auf Skiathos gehen!

Anflug Landung Skiathos

Dabei dürfte die Insel, die zur Inselgruppe der Sporaden und zur Region Thessalien gehört, vor allem Luftfahrtenthusiasten ein Begriff sein, wird Skiathos doch nicht selten als „Sint Maarten Europas“ und ähnlich bezeichnet. Denn die Anflüge auf den Flughafen von Skiathos sind schlicht spektakulär! Nicht nur von innen, sondern besonders wenn man direkt an der Landebahn steht – was hier möglich ist. Denn aufgrund der etwas über 1.600 Meter langen Start- und Landebahn, setzen Flugzeuge wie Airbus A320 und Boeing 737 und manchmal sogar Boeing 757, besonders früh auf der Piste auf, um möglichst viel der Piste nutzen zu können. Das führt dazu, dass Jets im Landeanflug unmittelbar vor dem Aufsetzen gefühlt nur ganz knapp über den Köpfen der Schaulustigen hinwegfegen. Beim Take Off bekommen Menschen, die somit quasi direkt hinter dem Flugzeug stehen, dagegen die volle Kraft der Triebwerke zu spüren, die in der Regel alle Power benötigen, damit die kurze Startbahn ausreicht. Ich habe mir als „Luftfahrtnerd“ natürlich auch beide Situation zu Gemüte geführt und wurde keineswegs enttäuscht!

Skiathos Griechenland 1

Doch Skiathos ist natürlich nicht nur was für Luftfahrt-Liebhaber. Die nur knapp 50 Quadratkilometer grosse Insel bietet eine aufregende und abwechslungsreiche Natur, mit tollen Stränden, dichten Wäldern und steilen, felsigen Küsten. Ich kam natürlich nicht umhin die kleine Insel mit Kreta zu vergleichen – Skiathos ist nochmal ganz anders, als die grösste griechische Insel. Eines sticht dabei besonders ins Auge: Skiathos ist deutlich grüner! Natürlich finden sich auch hier unzählige Olivenhaine. Aber eben auch – wie bereits erwähnt – dichte Wälder, bei denen man sich beim Durchwandern plötzlich etwa zurück an Deutschland erinnert fühlt. Skiathos bietet einen aussergewöhnlichen Mix aus jenen Wäldern, den Olivenhainen, trockeneren Gegenden, sandigen und weisen Felsklippen, Sand- und Kiestränden, sowie mit Skiathos-Town eine ebenso interessante Stadt, mit unzähligen kleinen Gassen, einem schönen Hafenbereich, sowie zahlreicher Möglichkeiten zum Entspannen oder sich direkt in den Trubel zu stürzen.

Vigles Sea View Hotel Skiathos Griechenland

Bei meinem Aufenthalt auf Skiathos übernachtete ich im „Vigles Sea View“ Hotel, dass sich auf den Hügeln oberhalb des Flughafens und der Stadt befand. Das Hotel bot dabei eine wundervolle Aussicht auf eben den Flughafen, die Stadt, sowie das umliegende Land, das Meer und die vielen kleineren, Skiathos umgebenden Inseln. Sogar bis zum gebirgigen griechischen Festland reichte die Sichtweite zumeist aus. Diesen Ausblick konnte ich auch von meinem Zimmer vom Balkon aus geniessen.

Viele Möglichkeiten der Ruhe

Touristisch gesehen war Skiathos zum Zeitpunkt meiner Reise gut besucht, aber keineswegs überlaufen. Das lag sicherlich auch immer noch an den Auswirkungen der Pandemie. Besonders mit Blick auf die Strände und der dort – je nach Strand – teils enorm vielen Sonnenschirme, kann man nur erahnen, was in der normalen Hochsaison hier los sein muss. Strände habe ich einige gesehen und mich zog es dabei vor allem an jene, wo wenig andere Menschen waren und es eher ruhig zuging. Da bietet Skiathos für jeden etwas. Wer es also lieber „voller“ und lauter mag, der ist am nahen Strand Paralia Megali Ammos, wobei „Paralia“ übersetzt einfach Strand heisst, gut aufgehoben. Hier war der Strand umso voller, umso näher man sich Richtung Stadt bewegte. Am südwestlichen Ende dagegen gibt es längere Abschnitte, in denen man auch schonmal ganz allein und für sich sein kann.

Skiathos Strand Griechenland 1

Ganz an der Westküste der Insel finden sich zahlreiche Strände, die – nur über unbefestigte Strassen erreichbar – in der Regel besonders viel Ruhe bieten. Ganz im Gegensatz zum sich in der Nähe befindlichen Paralia Koukounaries. Der Strand ist von Pinien gesäumt, die natürlichen Schatten für die Besucher bieten. Dennoch finden sich hier Massen an Sonnenliegen, eng an eng, mit Restaurants und Bars, die sehr laute Technomusik (oder was auch immer das sein sollte) über den feinen Sand ballern. Auch wenn der Strand nicht überfüllt war, war er mir deutlich zu voll. Ich sprang einmal ins tolle, klare Wasser, kühlte mich ab, trocknete mich in der Sonne und fuhr wieder geschwind davon. Wer aber genau nach so etwas sucht und auch mit Aktivitäten wie Wassersport was anfangen kann, ist hier sicher gut aufgehoben. Denn wie gesagt: Schön ist der Strand in jedem Fall!

Skiathos Strand Griechenland

Meinen Favoriten unter den vielen Stränden die ich sah, entdeckte ich erst am vorletzten Tag: Paralia Diamandis. Auf der Halbinsel der Südspitze gelegen, wieder nur über eine unbefestigte Strasse zu erreichen, inklusive eines steileren, aber sehr schönen Abstiegs zu Fuss, war der kleine Strand mein Highlight zum Schwimmen und Entspannen. Eine kleine Bucht, mit nur ein paar Sonnenliegen, einem kleinen Restaurant, sehr klarem Wasser und feinem Sand. Kann ich jedem Ruhesuchenden nur empfehlen, allerdings ist auch dieser Strand in der absoluten Hochsaison möglicherweise sehr voll. Mitte Juni konnte ich hier zumindest entspannt schwimmen und in Ruhe lesen.

Von Wäldern, Küsten und Festungen

Auch kulturell hat Skiathos natürlich einiges zu bieten, wobei ich eher selten in Museen oder Ausstellungen gehe, um ehrlich zu sein. Umso interessanter finde ich jedoch Ausgrabungs- und Besichtigungsstätten alter Kulturen, Städte und Festungen. Und genau hier kam ich beim Kastro (griechisch für „Burg“), zu Zeiten des Mittelalters die Hauptstadt Skiathos‘, auf meine Kosten – wobei hier kein Eintritt verlangt wird. Aber hier faszinieren nicht nur die geschichtlichen Aspekte: Da ich nicht genau wusste, wo ich meinen Mietwagen gescheit abstellen konnte, parkte ich das Auto weit oben am Berg an der Strasse und wanderte die unbefestigte, von Unwettern gezeichnete Strasse bergab durch dichten, wilden Wald, bis zum Kastro. Dieser Fussmarsch hatte sich absolut gelohnt! An der Küste auf den Felsen angekommen, hat es der Weg erst recht in sich, mit schmalen Pfaden durch wilde Sträucher, schroffen Felsen zur Linken und einem steilen Abgrund runter zum Meer zur Rechten – hier ist etwas Konzentration gefragt, zumindest wenn man solch ein Tollpatsch ist, wie ich.

Kastro Skiathos Griechenland

Belohnt wurde ich mit einer – wenn man die Lage, die Witterungen und das Alter bedenkt – gut erhaltene kleinen Festung, mitten auf einem Felsen, hoch über dem Meer. Aber am beeindruckendsten war mit Abstand die atemberaubende Aussicht auf eben jenes Meer und die umliegende Küste der Insel, mit ihren oben grünen und dich bewucherten, bewaldeten Hängen, die zu gebrochenen, steilen Klippen werden, zwischendrin traumhafte Strände.

Skiathos Strand Griechenland 2

Auch dem Moni Evaggelistrias habe ich einen kurzen Besuch abgestattet. Das Kloster liegt weit im Norden der Hauptstadt, unweit der nördlichen Küste, idyllisch in den Bergen gelegen und bietet ebenfalls eine herrliche Aussicht auf die umliegende Landschaft und das fernere Meer. Auch geschichtlich hat das Kloster einiges zu bieten. So soll hier die erste griechische Flagge genäht worden und immer noch im Museum des Klosters ausgestellt sein. Statt ins Museum zog es mich aber in den Kloster-Shop, denn hier gibt es Wein, der von den Mönchen angebaut und produziert wird. Ich entschied mich für den Rotwein, auf dessen Label unter anderem steht „Wine that ends sadness“ – na dann Yamas!

Das Highlight sind die Menschen

Was bei mir bei einem Urlaub in Griechenland niemals fehlen darf, ist ein anständiges Pita Gyros. Und auch auf Skiathos finden sich allein in der Stadt natürlich zahlreiche Buden und Restaurants, die das griechische (und wie ich finde bessere) Pendant zum Döner anbieten. Allerdings unterscheiden sich die Qualität und der Geschmack je nach Etablissement natürlich voneinander. Mich zog es letztlich immer wieder zum „Time Out“ – einem selbsternannten Fast Food-Restaurant nahe der Hauptstrasse. Hier findet aber wohl jeder etwas nach seinen Bedürfnissen. Auch Restaurantbesuche soll man im Urlaub, besonders in Griechenland, natürlich nicht missen. Hier ist mir besonders das „Agnadio“ unweit meines Hotels in Erinnerung geblieben, wo ich ein absolut perfektes leckeres „Slow Cooked Lamb“ bestellte und sehr guten Hauswein genoss. Wenngleich das Restaurant für griechische Verhältnisse eher teurer war, hat sich jeder Cent gelohnt. Auch wegen der, ähnlich wie bei meinem Hotel, grandiosen Aussicht und dem äusserst sympathischen Personal.

Essen Skiathos Griechenland

Apropos, wo wir bei den Menschen sind: Anfangs wurde ich zunächst nicht ganz warm mit den Bewohnern Skiathos‘, doch letztlich kann ich sagen, dass die Menschen der Insel sogar mein absolutes Highlight waren: So herzlich, so freundlich, so sympathisch – einfach herrlich! Manchmal muss man eben erst aufeinander zugehen. Dabei war natürlich etwa das Hotelpersonal von Anfang an schlicht grandios, aber auch etwa der Mietwagenmitarbeiter (in dem Fall von Avis/Budget) und viele weitere Menschen, versüssten meinen Aufenthalt auf Skiathos um ein Vielfaches!

Fazit zu meinem Aufenthalt auf Skiathos

Die gut eine Woche, die ich auf Skiathos verbrachte, waren eindrucksvolle Tage. Die Insel ist trotz ihrer Grösse sehr abwechslungsreich und hat sehr viel zu bieten. Die beeindruckende Landschaft, die tollen Strände, das kulturelle Angebot, sowie die Hauptstadt haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Doch am meisten werde ich mich an die absolut herzlichen Menschen auf Skiathos erinnern. Tatsächlich fühlten sich die insgesamt acht Tage nicht zu kurz an. Auf der anderen Seite hätte ich hier gut und gerne noch eine weitere, entspannte Woche verbringen können. Derzeit scheint Skiathos denn auch noch nicht allzu überlaufen zu sein, weshalb der gewählte Zeitpunkt vermutlich kaum hätte besser sein können.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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