Anna ist seit einer Woche in Japan und erkundet dort vor allem die Insel Hokkaido. Hier bekommt Ihr einen ersten Einblick in die Destination.

Diejenigen, die schon mal was von Hokkaido gehört haben, verbinden die Destination vor allem mit Wintersport. Gerade im asiatischen Raum ist Hokkaido dafür sehr beliebt. Während meines Besuches im Herbst liegt natürlich noch nicht viel Schnee, dennoch kann man vieles unternehmen, was ich vorher nicht wirklich geahnt habe. Hier zeige ich Euch, was ich in den letzten Tagen gesehen und gelernt habe.

Mehr als eine Wintersport-Destination

Um nach Hokkaido zu gelangen, muss man erst einmal eine kleine Reise auf sich nehmen, die sich aber allemal lohnt. Wenn man von Deutschland aus einen Flug nach Sapporo (Neu-Chitose Airport) sucht, scheint es einem fast unmöglich dort hinzukommen. Doch, wenn man ein bisschen plant, ist es viel einfacher als gedacht. Im Endeffekt führen die relevantesten internationalen Verbindungen erst einmal nach Tokio, wo man vermutlich eh nochmal einen Stopp einlegen will, um sich die pulsierende Metropole anzusehen. So habe ich es auch gemacht, wie ich in meinem Artikel über die ersten Eindrücke in Tokio berichtet habe. Von Tokio aus gibt es dann etliche Inlandsverbindungen nach Hokkaido, die meisten davon zum Flughafen Neu-Chitose, dem grössten Airport auf Hokkaido. Von dort hat man eine gute Ausgangslage, um die Insel zu erkunden.

Sapporo At Night
Sapporo bei Nacht

Die beiden beliebtesten Ecken des Landes sind bei Reisenden der Nordwesten sowie der Südosten. Ich habe auf meiner Reise letzteren kennengelernt. Von Sapporo ging es über Yoichi, nach Kutchan, Niseko, in den Toyako Nationalpark, Noboribetsu und wieder zurück nach Sapporo. Was man in den jeweiligen Orten genau machen kann und sollte, stelle ich in einigen Tagen nochmal in einem umfassenden Destination Guide vor. Hier soll es erstmal um den groben Überblick gehen.

Hell Valley Japan
“Hell’s Valley”

Besonders spannend war für mich zu lernen, dass Wein ein immer wichtigeres Thema auf der Insel wird. Es gibt mittlerweile einige kleine Weingüter, die alle versuchen, ihren Wein international beliebt zu machen. Bei unserem Besuch war die Ernte gerade abgeschlossen und wir konnten Einblicke in den Verarbeitungsprozess bekommen und natürlich auch so einiges probieren. 😉

Wein Hokkaido

Ebenfalls beeindruckend ist es, sich mit den Vulkanen und deren Auswirkungen auf das Leben auf der Insel auseinanderzusetzen. Wir konnten den Shikotsu-Toya Nationalpark besuchen und dabei sehen, wie Teile kurz vor der Stadt Toya durch einen nun schon zwei Jahrzehnte zurückliegenden Vulkanausbruch dem Erdboden gleichgemacht wurden. Die Ruinen wurden stehengelassen, um zu verdeutlichen, was für eine Macht die Natur hier hat. Ans Wegziehen denkt von den Einheimischen dort aber keiner. Dank Frühwarnsystemen und Evakuierungsplänen fühlen sich alle sicher – so meint zumindest unser Guide.

Forest Walk Japan
Half Moon Lake mit Blick auf den Mt. Yotei

Ein letzter Grund, weshalb sich Hokkaido auch abseits des Winters lohnt, ist die Weite der Natur. Es gibt unzählige Wälder, in denen man hervorragend Waldbaden kann. Was sich über die ganze Insel erstreckt hat, war ein orange-roter Farbschleier, der zumindest bei mir eine wirkliche Herbst-Magie entfacht hat.

Entschleunigung und Ruhe werden grossgeschrieben

Eine grosse Rolle spielen auf Hokkaido auch die sogenannten Onsen. Dies sind Thermalbäder, die mit vulkanischem Quellwasser befüllt sind und unzählige gesundheitliche Vorteile mit sich bringen sollen. Je nachdem welche Mineralstoffe in dem jeweiligen Onsen enthalten sind, tut man sich also etwas Gutes für die Haut, für die Durchblutung, gegen Entzündungen oder ähnliches. Onsen gibt es in vielen Hotels entweder auf dem Zimmer oder im Spabereich. In allen Hotels, die ich gesehen habe, gab es immer die Möglichkeit, private Zeitfenster zu buchen. Die öffentlichen Bereiche waren zusätzlich nach Geschlechtern getrennt.

Onsen Hokkaido Japan

Doch nicht nur Bäder für den ganzen Körper sind sehr beliebt, sondern auch Fussbäder. Dies klingt jetzt erstmal nicht so besonders, doch habe ich es in mehreren Hotelanlagen gesehen, dass an Plätzen mit schöner Aussicht öffentliche Fussbäder eingelassen waren.

Futon Japan
Ein Futon als Hotelbett – in den meisten Zimmern, gab es aber herkömmliche Betten

Zum Thema Entschleunigung und Ruhe passt sicherlich auch noch gut die Kleidung, die einem im Hotel angeboten wird. Dies ist nicht nur typisch für Hokkaido, aber wurde auch dort gelebt. In allen Hotels, die ich besucht habe, lagen entweder Kimonos oder Pyjamas bereit. In einem Hotel wurden wir sogar extra darauf hingewiesen, dass man den Pyjama die ganze Zeit tragen kann, auch im Restaurant, beim Frühstück etc..

Schlafanzug Hotelnutzung

Zudem gab es neben Hausschuhen immer noch ein weiteres Paar Holzslipper, die vor allem für die Bewegung innerhalb der Hotels gedacht sind.

Hokkaido Anna

Generell kann man sagen, dass Hokkaido aufgrund der Grösse und geringeren Bevölkerungsdichte schon ganz automatisch ein bisschen mehr Ruhe reinbringt als etwa die Megacity Tokio, die ich mir gleich am Anfang meiner Reise angesehen habe.

Kulinarische Highlights der vielfältigen Küche

Worauf die Menschen in Hokkaido besonders stolz sind, ist ihr Essen. Vor allem die frischen und unverarbeiteten Lebensmittel. Man sagt sich scheinbar innerhalb Japans, wenn man zwei gleiche Produkte hat, von denen eines aus Hokkaido kommt, dass dieses dann immer die bessere Wahl sein wird. Die fruchtbaren Böden verdankt die Region nicht zuletzt der Vulkanlandschaft.

Hokkaido Anna Kueche
Fine Dining mit regionalen Produkten

Vor allem bei Milchprodukten hat Hokkaido die Nase vorn. Eine Spezialität, die hier sehr beliebt ist und die ich vorher immer eher Dänemark zugerechnet habe, ist Softeis. Auch wir konnten es auf der Reise einmal probieren.

Milchprodukte Hokkaido

Natürlich gab es auf Hokkaido aber auch andere japanische Klassiker, häufig dann aber auf „Hokkaido Art“. So sind zum Beispiel die Hokkaido Ramen sehr beliebt, die ich in Sapporo probieren konnte.

Probieren konnten wir auf der Reise natürlich auch Sushi, Soba Nudeln und verschiedene Gerichte mit Meeresfrüchten. Hier stand besonders Tintenfisch im Fokus. Was tatsächlich nicht so einfach auf Hokkaido war, sind vegane und/oder vegetarische Optionen. In kaum einem Restaurant gibt es etwas auf der Speisekarte und manche Dinge entpuppen sich im Nachhinein dann noch als nicht-vegetarisch, wie zum Beispiel Sojasosse mit Fisch. Ich muss aber dazu sagen, dass alle immer sehr bemüht waren, wenn einer aus unserer Reisegruppe einen Sonderwunsch hatte.

Nudeln Japan Sopa

Was unser Vorteil war: Wir hatten im Rahmen dieser Reise die Begleitung von japanisch sprechenden Personen. Fliessendes Englisch hat man auf Hokkaido nur wenig vorgefunden. Alle haben es versucht, doch viele haben immer nach ein paar Wörtern abgebrochen und an unseren Guide überwiesen, die auch als Übersetzerin fungierte. Vor allem bei Sonderfragen war es sehr gut, einen Einheimischen dabeizuhaben. Insgesamt haben sich aber alle sehr viel Mühe gegeben und vermutlich hat sich auch schon jeder Reisende mal in der Situation befunden, dass er sich mit Händen und Füssen und einem wilden Sprachen-Mix verständigen musste – und im Endeffekt klappt das ja meistens auch ganz gut.

Übrigens haben wir auf Hokkaido auch drei Hotels im Portfolio. Das Park Hyatt Niseko Hanazono gibt es aktuell sogar bis Mitte Dezember mit einer kostenfreien dritten Nacht.

Autor

Wenn Anna unterwegs ist, ist sie in ihrem Element. Selten ist sie mehr als ein paar Tage am selben Ort. Der nächste Kurztrip oder eine Fernreise stehen immer schon in ihrem Kalender. Nach ihrem Tourismus-Studium konnte sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen und teilt auf reisetopia.ch ihre Erfahrungen, Tipps und News aus der Reisewelt mit euch.

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