Die prekäre Situation in Russland hinsichtlich der Luftfahrt nimmt kein Ende. Nun warnt die UNO-Behörde Icao ausdrücklich vor Flügen mit russischen Airlines. 

Die Zivilluftfahrtbehörde Icao war das erste Organ der United Nations Organisation, das Russland für die Verlegung des ukrainischen Luftraums verurteilte. Nun meldet sie sich wieder zu Wort und warnt ihre 193 Mitgliedstaaten eindringlich davor, weiterhin mit russischen Fluggesellschaften Geschäfte zu machen, so das srf. Warum die UNO selbst allerdings noch russische Flugzeuge chartert, zeigen wir Euch im Folgenden. 

Ultimatum 14. September

Die Behörde der UNO legte kürzlich ein Bulletin zu gravierenden Sicherheitsbedenken vor, auf welches im Normalfall nur in seltenen Fällen zurückgegriffen wird. In ihm wird eine deutliche Warnung an die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ausgesprochen, dass man Recht zur Annahme habe, dass Russland internationale Icao-Regeln verletze. Demnach sei es äusserst fraglich, ob russische Aufsichtsbehörden die zwingenden Sicherheitsvorschriften noch gewissenhaft umsetzen. 

Die Zweifel daran resultieren daraus, dass die umgemeldeten Flugzeuge, die man sich illegal aneignete, nicht mehr von den Flugzeugherstellern Boeing und Airbus gewartet werden. Die überaus riskante Luftfahrtpolitk Russlands führte dazu, dass kürzlich bereits ein neuer A350 für Ersatzteile ausgeschlachtet werden musste. Die Icao gibt Russland bis zum 14. September Zeit, sich wieder regelkonform zu verhalten. Ansonsten werde man das noch vertrauliche Papier veröffentlichen. 

Russische Maschinen fliegen weiter für die UNO

Während bei den Vereinten Nationen die Zweifel darüber, dass Russland verantwortungsvolle Entscheidungen hinsichtlich seines Fluggerätes trifft, gross sind, kann diese selbst nicht sanktionieren. Die UNO kann lediglich Warnungen an andere Länder aussprechen, dennoch fliegen viele russische Maschinen weiter – auch im internationalen Flugverkehr. Zur allgemeinen Überraschung nehmen auch die Vereinten Nationen die Dienste russischer Flugzeuge in Anspruch.

Auch die Vereinten Nationen mieten nämlich regelmässig russische Flieger für humanitäre Einsätze an, diese sind billiger als jene aus dem Westen. Aktuell sind 62 Frachtflugzeuge und Helikopter Russlands für die UNO im Einsatz. Würde man nun der eigenen Sonderorganisation Folge leisten, müssten theoretisch sofort alle noch bestehenden Verträge mit Russland aufgekündigt werden. Während einige Angestellte der Organisation dies bereits konkret fordern, werfen der Operationsleiter der Vereinten Nationen und der Vorstand des Welternährungsprogramms ebenfalls zumindest die Frage danach auf. 

Fazit zum Einsatz russischer Flugzeuge trotz Sicherheitsbedenken

Während die Vereinten Nationen Kritik an der russischen Gefährdung von Passagieren und Crewmitgliedern durch eine riskante Luftfahrtpolitk äussern, stellt sich die Frage, ob diese mitsamt dem gesetzten Ultimatum und den damit einhergehenden Konsequenzen bei Nichtbefolgung der Aufforderung zur Restitution einer regelkonformen Praxis in der Luftfahrt tatsächlich von Russland ernst genommenen wird. Aktuell sind viele der russischen Flugzeuge, welche die internationalen Regeln brechen, für die UNO selbst im Einsatz.

Autor

Sandro ist Content Editor und seit Januar 2022 bei reisetopia tätig. Seitdem er mit nur einem Jahr seinen ersten Langstreckenflug antrat und danach 6 Jahre lang im Ausland aufwuchs, war er von Reisen begeistert. Heute versorgt er Euch vor allem am Wochenende mit interessanten Inhalten.

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