Die aktuellen Spannungen in der Ukraine wirken sich nun auch auf die Luftfahrt aus.

Immer mehr Länder empfehlen ihren in der Ukraine lebenden Staatsbürgern, das Land schnellstmöglich zu verlassen. Doch wer ausreisegewillt ist, muss mit Einschränkungen bei der Möglichkeit der Umsetzung dieses Vorhabens rechnen. Laut aerotelegraph untersagen westliche Leasingfirmen ukrainischen Fluggesellschaften den Betrieb ihrer Flugzeuge im dortigen Luftraum. Die Lufthansa operiert jedoch weiter, so aero.

Versicherungen in Sorge um Passagiere und Flugzeuge

Die Versicherungen, die sich für die an ukrainische Fluggesellschaften geleaste Flugzeuge verantwortlich zeichnen, sind in Alarmbereitschaft. Sie wollen im Zweifelsfall und in Anbetracht der aktuellen Lage nicht mehr für Flugbewegungen im Luftraum des Landes aufkommen. Deshalb weisen nun einige Leasinggesellschaften die ukrainischen Airlines an, bei ihren Operationen nicht zu ihrem Heimatflughafen zurückzukehren.

Lufthansa Airbus A350
Die Lufthansa setzt ihre Flüge in die Ukraine fort.

Die Forderungen wurden durch die Airline SkyUp bestätigt, der die Entscheidung bereits am 12. Februar mitgeteilt worden ist. Sie ist demnach eine der Ersten, die die Sorgen der Versicherungen direkt zu spüren bekommen hat. Bereits zwei Maschinen der Fluggesellschaft sind nicht in die Ukraine zurückgekehrt. Demzufolge mussten die Passagiere ihre Reise auf anderen Wegen antreten.

Ankündigungen der Ukraine

SkyUp betonte jedoch, dass es sich hierbei um ein nationales Problem handle, welches auf eben dieser Eben gelöst werden müsse und setzt nun bis zum 16. Februar den Ticketverkauf gänzlich aus. Dadurch sichert die Gesellschaft sich etwas Zeit, um eine Lösung des Problems zu erwirken. Bereits am Sonntag kam es daraufhin zu einer Sondersitzung des ukrainischen Ministeriums für Infrastruktur und den betroffenen Fluggesellschaften.

Im Anschluss an die Zusammenkunft verkündete der Premierminister Denys Shmyhal, dass man ein Budget von umgerechnet 545 Millionen Franken bereitstelle, um die Flugverbindungen ins Land aufrechtzuerhalten. Dieses soll den Versicherungen und somit auch den Leasingfirmen eine Sicherheit bieten. Man erhoffe sich dadurch, dass Flüge der in der Ukraine ansässigen Airlines nun wieder uneingeschränkt durchgeführt werden können.

Lufthansa fliegt weiter – im Gegensatz zu einigen anderen Airlines

Die Lufthansa kündigte an, vorerst weiter die Ukraine anzufliegen. Man verfolge die Lage vor Ort intensiv und stehe in intensivem Austausch mit nationalen und internationalen Behörden und sehe sich mit dieser Entscheidung in Übereinstimmung mit deren Einschätzung, teilte die Airline am Montag mit. Man betonte jedoch, dass die Sicherheit der Fluggäste und der Besatzungen jederzeit oberste Priorität habe.

Norwegian 787-9 3
Bei Norwegian entscheid man sich für eine temporäre Aussetzung der Flüge in die Ukraine.

Die Entscheidung der Lufthansa ist unter den Fluggesellschaften, die das von internationalen Spannungen betroffene Land normalerweise bedienen, keineswegs einstimmig, denn es gibt durchaus abweichende Positionen, wie aero berichtet. So setzt beispielsweise der norwegische Lowcost-Carrier Norwegian seine Flüge in die Ukraine temporär aus. Auch die staatliche Fluggesellschaft der Niederlande KLM stoppte zuletzt ihren Flugverkehr in das Land. Die Entscheidung begründet Norwegian-Kommunikationschef Esben Tuman mit einer umfassenden Sicherheitsbewertung, in der man entschied, den Luftraum vorerst nicht mehr zu überfliegen.

Fazit zur Einschränkung des Luftverkehrs in die Ukraine

Die höchst angespannte Lage in der Ukraine spitzt sich weiter zu und zieht mittlerweile auch Beeinträchtigungen im Luftverkehr nach sich. Einige Fluggesellschaften pausieren ihre Flüge in das Land und auch die Firmen, bei der die ukrainischen Airlines ihre Maschinen leasen stehen durch die Versicherungen, die sich um die Auswirkungen der Sicherheitslage auf ihr Geschäft sorgen, unter Druck. Die ganze Welt richtet die Augen auf Osteuropa und es wird im allgemeinen Konsens auf eine baldige Deeskalation der Lage gehofft.

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Autor

Seitdem Sandro mit nur einem Jahr seinen ersten Langstreckenflug antrat und danach 6 Jahre lang im Ausland aufwuchs, war er von Reisen begeistert. Heute ist er immer auf der Suche nach der nächsten Möglichkeit, in einen Zug oder ein Flugzeug zu steigen, neue Orte und Personen kennenzulernen und seinen Horizont zu erweitern.

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