Erst bei TAP, dann als Chefin der staatlichen Flugsicherung Nav Portugal und zu guter Letzt Staatssekretärin im Finanzministerium – und jetzt arbeitslos.

Managerin Alexandra Reis begann Ihre Karriere bei der portugiesischen Fluggesellschaft TAP, bis sie im vergangenen Jahr als Staatssekretärin ins portugiesische Finanzministerium wechselte. Zuerst schien es so, als würde sie auf Ihrer Karriereleiter immer weiter nach oben klettern, doch wie sich herausstellte, ging es nicht immer nach Vorschriften zu, wie unter anderem aerotelegraph.com berichtet.

Viel Geld, obwohl keines da ist 

Im vergangenen Monat begann Reis als Staatssekretärin zu arbeiten, musste Ihr Amt aber nach wenigen Wochen niederlegen. Die Zeitung “Correio da Manhã” deckte nämlich auf, dass sie für ihren Austritt bei TAP eine Abfindung in Höhe von 500’000 Euro erhalten hatte, weil Ihr Vertrag eigentlich erst in zwei Jahren ausgelaufen wäre. Nachdem diese Nachricht an die Öffentlichkeit gekommen war, brodelte es nur an Kritik. Die portugiesische Airline konnte sich bedingt durch die Corona-Pandemie, nämlich nur durch staatliche Hilfe in Milliarden-Höhe, über Wasser halten. Dadurch musste sogar die Flotte verkleinert sowie Mitarbeiter entlassen werden. Im Dezember streikten die noch angestellten Mitarbeiter wegen höherer Gehälter und auch für Ende Januar war eigentlich ein erneuter Streik vorgesehen

TAP Airbus A319

Reis war zudem mit der Abfindungssumme nicht zufrieden und forderte sogar 1,48 Millionen Euro. Seitens TAP kam es so rüber, als wäre der Austritt der Managerin freiwillig gewesen, weshalb sie eigentlich keinen Anspruch auf Abfindung gehabt hätte, doch die portugiesische Airline wollte die ehemalige Leiterin selbst nicht mehr in ihrem Unternehmen beschäftigen. Aus diesem Grund einigte man sich auf 500’000 Euro, die sogar vom Staatssekretär des Infrastrukturministeriums bewilligt wurden.

Schwerwiegende Folgen

Schon kurz nach Amtsantritt musste Reis Ihren Job als Staatssekretärin aufgeben. Auch Infrastrukturminister Pedro Nuno Santos und sein Staatssekretär traten von Ihren Posten zurück. Zudem wurde letzte Woche Christine Ourmières-Widener, CEO von TAP, wegen der Geschehnisse von einem Ausschuss des Parlamentes befragt. Der Rechnungshof mischt sich ebenfalls ein und will die Situation nochmals genaustens analysieren. Kritik kam auch von der Opposition des Landes, die die Anstellungspraxis bei Nav Portugal verurteilen.

Fazit zum TAP-Skandal

Die portugiesische Airline steht aktuell sehr im Fokus der Öffentlichkeit. Die ehemalige Leiterin des Bereichs Einkauf und Beschaffung, Alexandra Reis, wurde mit einer hohen Summe bezahlt, damit sie ihre Tätigkeit beim Konzern niederlegt. Eigentlich hätte sie keinen Anspruch auf das Geld gehabt, weil ihr Austritt angeblich freiwillig war. Doch daraus entpuppte sich etwas anderes, sodass Reis und TAP nun mit den Folgen zu kämpfen haben.

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