Nicht nur die viel im Fokus der Öffentlichkeit stehenden Airlines haben Schwierigkeiten wieder auf die Beine zu kommen – auch in der Hotellerie sieht es nicht besser aus. In Zürich muss daher nun ein weiteres Hotel schliessen.

In Zürich gibt es das nächste grosse Opfer der Corona Krise. Nachdem wir bereits Ende August davon berichteten, dass das erste Zürcher Hotel schliessen musste, kommt nun ein weiteres und noch prominenteres hinzu. Medienberichten zufolge stellt das Swissôtel Zürich Ende November den Beherberungsbetrieb ein.

Eine feste Grösse in der Zürcher Hotellandschaft

Die meisten haben das Swissôtel Zürich schon einmal gesehen – denn mit seinen 85 Metern, die weit in den Himmel ragen, prägt es das Stadtbild im Stadtteil Oerlikon und die Zürcher Hotellandschaft. Nun wird das 4-Sterne Hotel wohl das nächste prominente Opfer der Corona-Pandemie werden. Die “Blick” hat zuerst darüber berichtet, dass über eine Teilschliessung des Hotels diskutiert wird. Der Accor Konzern, zu dem das Swissôtel gehört, bestätigte dies.

Wir können bestätigen, dass eine Teilschliessung des Swissôtel Zürichs geprüft wird. Geplant ist derzeit, den gastronomischen Betrieb und damit die Anbindung an die lokalen Gäste aufrecht zu erhalten, während der Beherbergungsbetrieb geschlossen wird.

Accor Sprecherin
Swissotel Zürich
Quelle: Swissôtel

Laut “Blick” könnten dabei bis zu 270 Angestellte ihren Job verlieren, diese Zahlen sind allerdings noch nicht vom Konzern bestätigt. Das prestigeträchtige Zürcher Hotel verfügt über etwa 350 Zimmer und Suiten, aus diesen sollen offenbar nun hochklassige Business Appartements werden.

Grund ist die Situation der Stadthotels

Wir haben bereits in der Vergangenheit darüber berichtet, dass insbesondere die Stadthotels in der Schweiz weiterhin mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Denn von der gestiegenen inländischen Nachfrage im Sommer konnten fast einzig und allein die Berghotels in der Natur profitieren. Die Hotels in den Städten gingen aufgrund fehlender internationaler Touristen und abgesagten Messen leer aus. Für das Swissôtel kommt auch noch hinzu, dass es sich in Flughafennähe befindet und regelmässig von internationalen Fluggästen profitierete. Trotzdem hat wohl zum jetzigen Zeitpunkt niemand mit der Schliessung des Beherberungsbetriebs des Swissôtels gerechnet.

Ich habe selber drei Jahre lang als Vize-Direktor im Swissôtel gearbeitet […] Es tut mir weh, wenn ein so grosses Haus schliesst. Das kommt für mich unerwartet.

Andreas Züllig, ​Hotelleriesuisse-Präsident
Swissotel Convetntion Zürich
Quelle: Swissôtel

Der Präsident der Hotelleriesuisse führt ebenfalls aus, dass er mit weiteren Hotelschliessungen auf dem Schweizer Hotelmarkt rechne. Wirft man einen Blick auf die Zahlen, kommen diese Prognosen nicht überraschend. Im Juli dieses Jahres konnten die Zürcher Hotels 75 Prozent weniger Logiernächte verzeichnen als in der Vorjahresperiode.

Fazit zum Aus des Zürcher Swissôtels

Die Nachrichten über die Teilschliessung des Zürcher Swissôtels sind tragisch. Nicht nur, weil das Hotel seit Jahrzehnten die Zürcher Hotellerielandschaft prägte, sondern auch weil voraussichtlich viele Arbeitsplätze wegfallen werden. Ungewiss ist auch, wie viele Hotels dem Schicksal des Swissôtels noch folgen werden – die Prognosen vieler Experten sehen dazu düster aus.

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Autor

Wenn Anna unterwegs ist, ist sie in ihrem Element. Selten ist sie mehr als ein paar Tage am selben Ort. Der nächste Kurztrip oder eine Fernreise stehen immer schon in ihrem Kalender. Nach ihrem Tourismus-Studium konnte sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen und teilt auf reisetopia.ch ihre Erfahrungen, Tipps und News aus der Reisewelt mit euch.

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