Die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin haben eine wandlose “Anti-Idyllische Suite” entwickelt, die zwischen einer Strasse und einer Tankstelle platziert ist.

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, eine Nacht unter dem Sternenhimmel zu schlafen? Die Schweizer Künstler Frank und Patrik Riklin bieten dies mit ihrem Konzept “Null Stern” an, wenn auch in einem Format, das sicherlich weniger romantisch ist als das, was man von einer Nacht in der freien Natur erwarten würde. Für 325 Franken pro Nacht können Hotelgäste in einem Zimmer ohne Wände übernachten, dessen einzige Ausstattung ein Doppelbett, zwei Nachttische und zwei Lampen sind. Das Hotelzimmer liegt in Saillon, einem Dorf im Süden der Schweiz und besteht weder aus Wände, Decken noch einem Badezimmer, wie br.de berichtet.

Eine Nacht für über 300 Franken

Die “anti-idyllische” Suite am Rande einer Schweizer Kantonsstrasse verspricht ein originelles Konzept – und das für einen nicht gerade geringen Betrag. Für über 300 Franken für zwei Personen bietet das Null Stern Hotel nur begrenzte Privatsphäre und auch kein Badezimmer an. Die Webseite erklärt: “Die Toilette befindet sich nur wenige Schritte von der Suite entfernt”. Dafür haben die Hotelgäste Anspruch auf ein Begrüssungsgetränk mit “einem Plättchen” aus regionalen Produkten, Gebäck aus einer lokalen Bäckerei zum Frühstück und den Service eines “modernen Butlers.” Auch für schlechtes Wetter hat das Null Stern Hotel ein Plan, in diesem Fall wartet ein Zimmer im Hôtel des Bains in Saillon auf die Hotelgäste.

Null Sterne Hotel Schweiz
© Gianluca Colla

Seltsames Konzept, nicht wahr? Bevor Ihr jetzt die Stirn runzelt, sei gesagt, dass es sich bei dieser Suite nicht um ein Hotelzimmer im eigentlichen Sinne handelt, sondern vielmehr um eine Einladung zum Nachdenken. Das Zimmer soll die Hotelgäste nämlich “wach halten” und ihnen “einen Raum zum Nachdenken” über einige wichtige aktuelle Themen bieten, von Ökologie bis hin zu Wirtschaft, wie der Webseite des Hotels zu entnehmen ist.

Kurz gesagt, jetzt ist nicht die Zeit zu schlafen, wir müssen reagieren. Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird es vielleicht mehr anti-idyllische Orte geben als idyllische. Hier zu übernachten ist eine Aussage über die Notwendigkeit dringender Veränderungen in der Gesellschaft.

Frank und Patrik Riklin gegenüber Reuters

Die Gäste sind also eingeladen, ihre Überlegungen, Gedanken, Ängste und Gewissheiten in einer Ideenkiste zu teilen. Diese werden dann zusammengestellt und sollen zu zukünftigen konkreten lokalen Aktionen beitragen, wie Reuters schreibt.

Fazit zum Schweizer Null Sterne Hotel

Die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin haben ein originelles Hotelkonzept entwickelt, das zum Nachdenken anregt. Obwohl die Suite an ein Hotelzimmer erinnert, verbringt man dort nicht Ferien, sondern vielmehr, um sich selbst zu hinterfragen und zu künftigen lokalen Aktionen beizutragen.

Autorin



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