Im Moment vergeht fast kein Tag ohne News der SBB. Gerade für international Reisende vermeldete das staatliche Bahnunternehmen am Wochenende erneut interessante Neuigkeiten: Die internationalen Nachtzüge sollen wieder eingeführt werden. Was wir bis jetzt wissen, berichten wir hier: 

Comeback nach zehn Jahren

Bereits vor zehn Jahren hat die SBB sämtliche Nachtzüge wegen zunehmendem Druck durch die Billigflieger eingestellt. In Zeiten der Klimadebatte erhofft sich die SBB, Passagiere vom Flugzeug wieder zurück in die Züge zu locken. Das dieses Vorhaben Erfolg haben könnte, zeigen die Österreichischen Bundesbahnen: Die direkten Zugverbindungen in Grossstädte wie Berlin, Wien und Budapest sind äusserst beliebt und auch rentabel. 

Beschaffung von Rollmaterial dauert zwei bis drei Jahre

Damit international Reisende aber tatsächlich auf den Nachtzug umsteigen, benötigt es entsprechendes  Rollmaterial. Die Beschaffung der Nachtzüge geht aber leider nicht von heute auf morgen, weshalb die Nachtzüge unter Schweizer Regie frühestens auf den Fahrplanwechsel 2022 wieder verkehren werden. Die Nachtzüge von Zürich über Basel nach Berlin und Hamburg sind hiervon nicht betroffen, genau so wie die Verbindungen ab Zürich nach Osten mit Zielen wie Wien, Innsbruck, Prag, Budapest und Zagreb. All diese Verbindungen werden unter der Regie der ÖBB durchgeführt, auch wenn Wagen teilweise von anderen Bahngesellschaften kommen.

Politischer Druck aus dem Bundeshaus

Allein der Erfolg der österreichischen Nachbarn, auch auf dem Strecken ab Zürich, wird die SBB jedoch nicht zum Umdenken bewogen haben. Im Nationalrat sind zur Zeit mehrere Vorstösse hängig, die die Auferstehung der SBB Nachtzüge im Visier haben. Der Grund dafür liegt in der Erreichung der Pariser Klimaziele. Damit diese nämlich erreicht werden können, wird die Schweiz an zwei Systemen zur Kompensation von CO2-Emissionen teilnehmen, was wohl eine Erhöhung der Flugticketpreise ab 2021 zur Folge haben wird. Dadurch wird das Nachtzugangebot der SBB entsprechend konkurrenzfähiger werden. 

Nachtzug Familienabteil
Familienabteil im Nachtzug – © SBB CFF FFS

Gemäss der Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga lässt sich die Schweiz aber nicht ganz mit Österreich vergleichen, weshalb der Bundesrat der SBB keine Vorgaben in Bezug auf Nachtzüge gemacht hat. Trotzdem will sich die UVEK-Chefin für Nachtzugverbindungen einsetzen. Eine wichtige Bedingung für die geplanten Züge wird jedoch die Rentabilität der Verbindungen sein, den genau dies war der Grund, welcher vor zehn Jahren zur Einstellung der Nachtzüge geführt hat. 

Nachtzüge der SBB – Fazit

Bis die SBB auf den Nachtzug-Erfolgszug aufspringen kann, vergeht noch viel Zeit. Wir dürfen aber sicherlich gespannt sein, welche Verbindungen uns dann erwarten und ob die Preise wirklich so konkurrenzfähig sein werden, dass längere Anreisen mit dem Zug den Kurzstreckenflügen vorgezogen werden. 

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