Die Corona-Pandemie hat die grösste europäische Billigairline Ryanair nicht so stark getroffen, wie zunächst zu erwarten war. Dennoch verzeichnet die Fluggesellschaft einen dreistelligen Millionenverlust.

Viele Fluggesellschaften, wie beispielsweise die US-amerikanische Fluggesellschaft United Airlines und die Lufthansa AG, mussten im letzten Jahr Verluste in Milliardenhöhe verkraften. Während sich die ein oder andere Airline einigermassen durch Staatshilfen retten konnte, mussten kleinere Fluggesellschaften in Folge der Krise bereits Insolvenz anmelden und den Betrieb gänzlich einstellen. Ryanair hatte ebenfalls mit der Pandemie zu kämpfen, verzeichnet nun allerdings bessere Zahlen, als zunächst vermutet wurde, wie unter anderem aero.de und breakingtravelnews berichtet.

Ryanair macht wider Erwarten weniger Verluste

Entgegen der Annahmen, dass die Pandemie den irischen Billigflieger mit Verlusten in Höhe von 850 bis 950 Millionen Euro hart getroffen hat, geht es der Airline besser als gedacht. Ryanair verzeichnet zwar nichtsdestotrotz einen dreistelligen Millionenverlust, der allerdings um rund 100 Millionen Euro geringer ausfällt.

Aus einer Pressemitteilung der Airline vergangener Woche geht hervor, dass für die letzten zwölf Monate mit einem Minus von rund 800 bis 850 Millionen Euro gerechnet wird. Für das kommende Geschäftsjahr bis März 2022 wolle der Airline-Chef Michael O’Leary jedoch noch keine Aussagen treffen, da es derzeit noch zu früh für irgendwelche Prognosen sei. Dennoch bleibt Ryanair hoffnungsvoll und erwarte, im neuen Geschäftsjahr nahe an der Gewinnschwelle zu stehen.

Die Passagierzahlen müssen angepasst werden

Während der Impfprozess mit verschiedensten COVID-19-Impfstoffen weltweit voranschreitet, um den Tourismus und den Alltag vor der Pandemie wiederherzustellen, hinken Teile Europas etwas hinterher. Der langsame Impf-Fortschritt verschafft Ryanair, die nur innerhalb Europas operiert, einen Nachteil.

Easter travel restrictions/lockdowns and a delayed traffic recovery into the peak summer 2021 season, due to the slow rollout in the EU of Covid-19 vaccines, means that full-year traffic is likely to be towards the lower end of our previously guided range of 80 million to 120 million passengers.

Ein Sprecher der Ryanair Gruppe

Infolgedessen kann der Low-Cost-Carrier seine Kapazitäten nicht voll ausschöpfen und kalkuliert nur noch mit einem Passagieraufkommen am unteren Ende der bislang veröffentlichten Prognosespanne von 80 bis 120 Millionen Fluggästen bis zum 31. März 2022. Demnach mussten die zu erwartenden Passagierzahlen an die neue Situation der langsam fortschreitenden Impfungen angepasst werden. Mit einer Erholung des Geschäfts und steigendem Fluggastaufkommen wird nun erst Richtung Hochsommer in der Hauptsaison gerechnet.

Im vergangenen Krisenjahr 2020 ist die Anzahl an Passagieren aufgrund von ständig annullierten Flügen und Reisebeschränkungen von 149 auf 27,5 Millionen jährlich gesunken.

Fazit zu Ryanairs Verlusten

Für Ryanair bedeuten die geringeren Verluste eine gute Nachricht in solchen Krisenzeiten. Zwar sind die Verluste in dreistelliger Millionenhöhe sehr hoch, aber die Fluggesellschaft blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Derzeit ist die europäische Billigairline zunehmend damit beschäftigt, sich bei der Konkurrenz durchzusetzen und sogar deutschlandweit zu expandieren. Die geringeren Verluste kommen diesem Vorhaben natürlich zugute. Am 17. Mai werden dann die tatsächlichen Jahresergebnisse des irischen Low-Cost-Carriers veröffentlicht und bis dahin bleibt es wohl spannend, ob das grosse Minus tatsächlich nicht so übel ausfällt, wie ursprünglich erwartet.

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