Wie wir in den vergangenen Tagen bereits umfassend berichteten, ist die Situation rund um die Lufthansa-Tochter Swiss derzeit ungewiss. Zuletzt waren Medienstimmen nach einer angeblichen staatlichen Übernahme der Airline immer lauter geworden. In diesem Artikel möchten wir versuchen, die nahe Zukunft der Fluggesellschaft für Euch zu überblicken.

Das COVID-19-Virus hält die Welt weiterhin in Atem und stellt Luftfahrtsgesellschaften weltweit vor immer neue Herausforderungen. Obwohl die der Lufthansagruppe zugehörige Swiss unlängst weniger bedroht schien, als dies für andere Airlines derzeit der Fall ist, berichteten zuletzt mehrere Schweizer Medien über die Möglichkeit einer staatlichen Übernahme der Fluggesellschaft. Ein Überblick.

Swiss-Chef schließt eine vollständige Einstellung des Flugbetriebes nicht aus

Vergangenen Donnerstag (19.03.2020) hatte Swiss-Chef Thomas Klühr per Videokonferenz ein ausführliches Statement zur aktuellen Situation abgegeben. Demnach schließe die Airline eine vorübergehende Einstellung des gesamten Flugbetriebes derzeit nicht aus. Vorerst werde der Flugplan auf nunmehr zehn Prozent reduziert. Konkret bedeutet dies den Einsatz von nunmehr einem Langstreckenflieger und lediglich fünf Maschinen für Kurz- und Mittelstrecken. Zum Vergleich hatte die Airline in besseren Zeiten bis zu 90 Flugzeuge weltweit im Einsatz.

Die Coronakrise habe bei Swiss einen “exogenen Schock” ausgelöst, wie verschiedene Schweizer Medien den Firmenchef zitierten. Der Geschäftsrückgang habe erhebliche Auswirkungen auf die Liquidität. Dennoch sollen von Unternehmen in vergleichbaren Situationen bekannte Maßnahmen wie Personalentlassungen bei Swiss vorerst nicht in Frage kommen. Die Umstellung auf firmeninterne Kurzarbeit werde allerdings auch auf den administrativen Bereich ausgeweitet, formulierte Klühr. Andere Fluggesellschaften  der Lufthansagruppe sind aktuell bereits vollständig gegroundet – Austrian Airlines und Brussels werden vorerst beispielsweise nicht mehr fliegen.

Keine konkreten Details zur Möglichkeit einer staatlichen Übernahme

Die Airline stehe offenbar in engem Austausch mit dem Bundesrat um aktuell über mögliche Hilfeleistungen zu debattieren. Nähere Informationen zur Möglichkeit einer staatlichen Übernahme der Fluggesellschaft wollte Swiss-Chef Klühr zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht nennen: “Der Eigentümer, also die Lufthansa-Gruppe und der Staat müssen temporär helfen, die Liquiditätssituation zu überbrücken”. In einer offiziellen Mail von Donnerstagmorgen hatte Klühr sich allerdings dahingehend geäußert – wenn auch etwas allgemeiner:

“Es ist davon auszugehen, dass alle Airlines in Europa auf staatliche Unterstützung angewiesen sein werden», so Klühr. «Die Frage ist nicht ob, sondern wann.”

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Wenngleich eine Ergebnisprognose nach derzeitigem Stand nicht möglich sei, könne die Airline aktuell “massive Ertragsausfälle” melden. Es stehe außer Frage, dass die Fluggesellschaft ohne die Unterstützung der Lufthansagruppe nicht überlebensfähig sei. Wenngleich auch eine staatliche Finanzspritze nach aktuellem Wissensstand nicht mehr ausgeschlossen scheint, werden die Pressestimmen zu einer staatlichen Übernahme aktuell nicht offiziell bestätigt. Die enge Zusammenarbeit mit der kürzlich auch stark bedrohten Helvetic Airways solle jedoch weitergeführt werden. Man setze alles daran, eine gemeinsame Lösung für diese schwierigen Zeiten zu finden, hiess es in dem Statement. Auch Helvetic hatte zuletzt einige seiner Mitarbeiter entlassen müssen.

Fazit zur Möglichkeit einer staatlichen Übernahme von Swiss

Besonders in dieser aktuell globalen Krisensituation ändert sich die Informationslage besonders bezüglich firmeninterner Thematiken beinahe stündlich. Die allgemeine Unsicherheit, von der die momentane Atmosphäre nunmal geprägt ist, verleitet häufig zur Verbreitung von ungesicherten Informationen, was die Unsicherheiten auf lange Sicht lediglich verstärkt. Trotz allem scheint die Situation rund um die Lufthansa-Tochter Swiss aktuell noch nicht aussichtslos, zumal die Unterstützung der Gruppe gesichert scheint. Und auch die Möglichkeit einer staatlichen Übernahme scheint weiterhin gegeben, wenn auch nicht gesichert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Informationslage in den kommenden Tagen und Wochen ändert.

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