Im Rahmen der Diskussion um den Klimawandel konnten sich die Bahnangebote und insbesondere Nachtzüge immer grösserer Beliebtheit erfreuen. Gerade auf inländischen und innereuropäischen Strecken stieg die Nachfrage stetig. Daher wollen die Schweizerischen und Österreichischen Bundesbahnen nun gemeinsam ihr Nachtzugangebot erhöhen.

Der Zug als klimafreundlichere Alternative zum Flug hat in den letzten Jahren bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie den ein oder anderen Kurzstreckenflug ersetzen können. Da allerdings einige Destinationen lange Fahrtzeiten beinhalten, werden wieder zunehmend Nachtzüge eingesetzt um “im Schlaf” zum gewünschten Ziel zu kommen. Die SBB und ÖBB wollen nun das Angebot auf den Schienen noch erhöhen und planen ab 2022 mit Routen von Zürich, Basel oder Bern zu einigen europäischen Metropolen, wie Travelnews.ch berichtet.

Ausbau des Nightjet-Netzes in der Schweiz

In der Schweiz hat die Nachfrage nach Nachtzügen in den vergangenen Jahren um rund 25 Prozent zugenommen. Gemeinsam mit der ÖBB, die mit ihren 19 Nightjetlinien das grösste Nachtzugnetz Europas besitzt, will die SBB nun noch mehr Reisende von der Bahn überzeugen. Dafür soll das Streckennetz erheblich ausgebaut werden. Am 11. September unterzeichneten die beiden Bundesbahngesellschaften dafür die Strategie “Nightjet-Netz Schweiz 2024”. Die Freude über die Zusammenarbeit ist auf allen Seiten gross.

Wir sind vom Erfolg des Nightjets überzeugt. Mit der SBB als starke Partnerin können wir den Ausbau des Nightjet Netzes weiter vorantreiben. Wir investieren in neue Züge, 13 Nightjet-Garnituren der neusten Generation werden ab Ende 2022 im Einsatz sein. Mit den zusätzlichen Verbindungen und modernen Wagen wird das Nachtzugreisen noch attraktiver.

Andreas Matthä, ÖBB-CEO

Die bestehenden sechs Linien sollen bis 2024 auf zehn Linien und 25 Destinationen erweitert werden. In der Strategie werden konkrete Pläne für einige Strecken genannt, die entweder schon gesichert sind oder sich noch in der Planungsphase befinden. Einige der interessantesten Verbindungen sind:

  • Zürich – Basel – Frankfurt – Köln – Amsterdam
  • Zürich – Bern – Brig – Domodossola – Rom
  • Zürich – Bern – Lausanne – Genf – Barcelona

Auch bereits bestehende Verbindungen wie etwa von Zürich über Basel nach Berlin und Hamburg sollen weiter ausgebaut werden und somit noch mehr Fahrgäste transportieren können.

Förderung aus dem Klimafonds benötigt

Um die Pläne zu realisieren, muss die SBB finanzielle Unterstützung erhalten. Diese hofft sie aus dem Klimafonds zu erhalten. In der Totalrevision des CO2 Gesetzes, worüber in der Herbstsession des Schweizer Parlaments beraten wird, ist eine Förderung des grenzüberschreitenden Zugverkehrs vorgesehen. Das Parlament hat bereits letzte Woche über die Förderung des internationalen Personenzugverkehrs abgestimmt, jedoch steht noch eine Schlussabstimmung sowie ein Referendum aus. Fällt alles positiv aus, könnte die SBB Mittel aus dem Klimafonds erhalten und so das Nachtzugangebot in der Schweiz weiter ausbauen.

Diese Entwicklung ist nachhaltig und die Nachfrage nach umweltfreundlicher und ressourcenschonender Mobilität wird weiter steigen.

Vincent Ducrot, SBB-CEO

Es wäre ein wichtiger Schritt, um das Angebot an klimaschonenden Reisemöglichkeiten innerhalb Europas zu erweitern.

Fazit zum erweiterten Nachtzugangebot in der Schweiz

In der anhaltenden Diskussion über den Klimawandel und CO2-Einsparungen ist der Zug für viele wieder zu einer Alternative zum Flugzeug geworden. Um auch weiter entfernte Verbindungen mit der Bahn erreichbar zu machen, will die SBB nun in Zusammenarbeit mit der ÖBB das Nachtzugangebot weiter ausbauen. Amsterdam, Rom und Barcelona mit ins Programm aufzunehmen, macht das Nachtzugangebot in Zukunft noch attraktiver.

Autor

Wenn Anna unterwegs ist, ist sie in ihrem Element. Selten ist sie mehr als ein paar Tage am selben Ort. Der nächste Kurztrip oder eine Fernreise stehen immer schon in ihrem Kalender. Nach ihrem Tourismus-Studium konnte sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen und teilt ihre Erfahrungen, Tipps und News aus der Reisewelt mit euch.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.