Im kommenden Jahr wird es nach Angaben von American Airlines zu einigen Veränderungen im hauseigenen Vielfliegerprogramm AAdvantage kommen. Auch wenn die geplanten Änderungen als positiv verkauft werden, so ist trotzdem mit einer massiven Entwertung von AAdvantage-Meilen zu rechnen.

Nutzer des Vielfliegerprogramms AAdvantage müssen sich für 2023 auf gravierende Änderungen bei der Einlösung von Prämienmeilen einstellen. Geplant ist die Abschaffung der MileSAAver- und AAnytime-Prämien für Flüge mit American. Stattdessen wird jeder Flug dynamisch bepreist, sodass es keine fixen Meilenwerte bei der Buchung eines Prämienfluges gibt. Dennoch möchte man bei AAdvantage an einer Art von Meilentabelle festhalten, wie thepointsguy berichtet. Wie diese aussehen könnte, wo es zu weiteren Veränderungen kommen wird und warum sich die Teilnahme am AAdvantage Programm noch immer lohnen kann, lest Ihr im Folgenden.

Änderungen im AAdvantage Programm von American Airlines

Verschiedene Fluggesellschaften gaben in letzter Zeit Änderungen am Vielfliegerprogramm und bei den Statusanforderungen bekannt. Nicht nur Miles&More, auch Delta Air Lines, Iberia Plus und British Airways Executive Club verkündeten Änderungen am jeweiligen Vielfliegerprogramm, die für einen Grossteil der Kunden negativ sein dürften. Beim AAdvantage Programm von American Airlines ist von einer Umstellung zu dynamischen Meilenpreisen auszugehen. Je nach Datum und Buchungslage variieren folglich die benötigten Meilen für einen Prämienflug. Dadurch kann es sein, dass auf nachfrageschwachen Strecken die benötigten Meilen sogar unterhalb des MileSAAver-Tarifs liegen. Jedoch sollte man im Hinterkopf haben, dass der reguläre Kaufpreis für das Ticket ebenso sehr gering ist, sodass die Einlösung von Meilen zumindest fragwürdig erscheint.

American krempelt sein Vielfliegerprogramm auf links

Zudem ist bei dynamischen Preisen davon auszugehen, dass sich Meilen immer einlösen lassen, sofern der gewünschte Flug noch buchbar ist. Ob es sich aber lohnt, eine kurzfristige Buchung über Thanksgiving von Miami nach Dallas für 100.000 Meilen (spekulativer Wert) zu tätigen, ist ebenso fraglich. Dennoch ist Heather Samp, die Geschäftsführerin von AAdvantage, mit folgenden Worten zu zitieren:

American hat gesagt, dass sie die Prämientabellen beibehalten werden, und wir behalten die Prämientabellen.

Heather Samp, CEO AAdvantage

Wie genau die Prämientabelle bei dynamischen Preisen aussehen würde, gibt AAdvantage noch nicht bekannt. Denkbar wäre eine Meilentabelle in Form einer Website, auf der Mitglieder Ihren Abflug- und Zielort eingeben und der Algorithmus eine Reihe historischer Prämienpreise sowie die aktuellen Preise ausspuckt. Möglich wäre aber auch, die dynamischen Preise zu limitieren und feste Grenzen nach unten als auch nach oben zu setzen. Neben den möglichen negativen Entwicklungen bei American Airlines Award-Flügen, bleibt aber zu erwähnen, dass der Award-Chart für Partner-Airlines bei festen Meilenwerten verbleiben wird. Folgende Chart gilt derzeit bei Abflug in Europa.

oneworld Partner Award-Chart

Daran soll sich vorerst auch nichts ändern, wobei eine reine Anhebung der geforderten Meilenwerte im Bereich des möglichen liegt. Da AAdvantage grundsätzlich keine Treibstoffzuschläge weitergibt, bleiben Einlösungen bei oneworld Partnerairlines nach wie vor ein Sweetspot.

Neu: Loyalty Point Rewards AAdvantage

American Airlines schafft weitere Anreize, Meilen bei AAdvantage zu sammeln. Die sogenannten Loyalty Point Rewards sind vergleichbar mit den Miles&More Selections, die mit den Änderungen bei Miles&More im Statusprogramm eingestellt werden. Derzeit gibt es bei AAdvantage nur vier verschiedene Stufen, was sich jedoch zum 1. März 2023 ändern wird. Geplant sind nun 15 verschiedene Stufen, beginnend mit 15.000 Meilen für die erste Stufe bis hin zur letzten Stufe, die bei fünf Millionen Meilen liegt. Je mehr Loyalty Points ein Reisender sammelt, desto vielfältiger und besser wird auch die Auswahl der verschiedenen Vorteile. Während man bei der ersten Stufe lediglich eine etwas bessere Boarding-Gruppe (fünf von neun) erhält, gibt es bei 250.000 Punkten schon 200 US-Dollar Reiseguthaben und zwei Upgrade-Voucher. Einen Überblick über alle 15 Stufen und die jeweiligen Vorteile bietet euch thepointsguy.

Die Statusanforderungen bei American Airlines bleiben fast überall gleich

Bei AAdvantage ist der für einen Status zu betrachtende Zeitraum der vom 1. März bis zum 28. Februar (alle vier Jahre auch 29. Februar) des darauffolgenden Jahres. Die Anforderungen bleiben hier weitestgehend gleich und sehen folgendermassen aus.

  • AAdvantage Gold: 40’000 Loyalty Points
  • AAdvantage Platinum: 75’000 Loyalty Points
  • AAdvantage Platinum Pro: 125’000 Loyalty Points
  • AAdvantage Executive Platinum: 200’000 Loyalty Points

Im Vergleich zu anderen amerikanischen Airlines ist American hier sehr kundenfreundlich geblieben. Nur die Anforderungen für den Goldstatus wurden von 30.000 auf 40.000 Loyalty Points angehoben, die restlichen Hürden bleiben so bestehen.

Fazit zu den geplanten Veränderungen bei AAdvantage

Fast jede Veränderung eines Vielfliegerprogramms hat grösstenteils negative Auswirkungen auf die meisten Kunden. Dies wird auch bei AAdvantage so sein, da dynamische Meilenpreise den Wert der einzelnen Meile verringert. Wirkliche Sweet Spots wird es dann bei der eigenen Airline dann nicht mehr geben, da eine Einlösung von Meilen, wenn der reale Flugpreis ebenfalls günstig ist, wenig Sinn ergibt. Bleibt zu hoffen, dass der oneworld Partner Award-Chart in der jetzigen Form bestehen bleibt. Hier lassen sich noch sehr gute Meilenwerte erzielen, wobei auch hier eine generelle Erhöhung der erforderlichen Meilen möglich erscheint. Insgesamt dürften die wenigsten sich über die Änderungen freuen und dementsprechend negativ fällt auch mein Fazit zur Einführung von dynamischen Meilenpreisen aus.

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