Nachdem das Hilton Garden Inn Budapest City eröffnet hat, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, das neu-eröffnete Haus im Herzen von Pest zu besuchen. Wie es aussieht, wenn ein Hotel zu wenig Zeit in das Soft-Opening und die Schulung des Personals investiert wird, demonstriert das Ende Juni eröffnete Haus eindrucksvoll. Um das hier vorweg zu nehmen: die Substanz des Hotels ist sehr gut, aber die Durchführung hat auf ganzer Linie enttäuscht.

Hilton Garden Inn Budapest City – die Buchung

Das Hotel habe ich recht kurz vor der Eröffnung über die Hilton Website gebucht. Dabei konnte ich einen Preis von rund 140 Franken die Nacht sichern – zum gleichen Preis hätte ich das Hilton Budapest buchen können, nur das Hilton Budapest City wäre teurer gewesen. Ich entschied mich also für die erste Nacht in der ungarischen Hauptstadt für das neue Hotel. Bezahlt habe ich die Übernachtung mit meiner Hilton Honors Kreditkarte, da ich dank dieser keine Fremdwährungsgebühr zahlen muss. Ursprünglich wollte ich mit der American Express Gold Kreditkarte zahlen, jedoch war das Hotel nicht in der Lage, die Zahlung über diese Karte durchzuführen.

Hilton Garden Inn Budapest City – das Kundenerlebnis

Ein Hotel zu führen und das auch erfolgreich zu tun ist ein Meisterakt. Besonders in den ersten Tagen ab der Eröffnung müssen sich Prozesse einspielen und Vorgänge sich etablieren. Aus diesem Grund gibt es meist einige «alte Hasen», die das Hotel aus anderen Häusern transferiert, die dann in leitenden Rollen die Abläufe in den Spuren halten. Ich habe während meines Aufenthalts nichts Derartiges erlebt. Das gesamte Hotel ist unglaublich chaotisch und ich finde es unangemessen, wenn die Mitarbeiter an der Rezeption einen neuen Kollegen ohne qualifizierte Begleitung Kunden beraten lassen. Ja, der neue Mitarbeiter hatte eine Kollegin bei sich, aber auch diese war mit vielen der Prozesse nicht vertraut.

Als Hilton Diamond Mitglied kennt man die von der Zentrale vorgegebenen Sprüche irgendwann auswendig: “We appreciate you being a Diamond Member”, “Thank you for your loyalty” und “As a recognition of your status we would like to thank you by …” – keiner dieser Sprüche war zu hören. Ich bestehe nicht auf meine Statusvorteile, abgesehen vom kostenlosen Frühstück und den Flaschen Wasser, aber nach einer gewissen Anzahl Aufenthalte ist man den ausgesprochenen Dank und die unausgesprochenen Vorteile, wie kleine Upgrades bei leerem Haus auf den Top-Floor oder auf höhere Kategorien gewohnt. Wenn bei der Nachfrage bezüglich eines Upgrades nur kommentarlos verneint wird, dann ist etwas mehr an der Schulungsseite zu tun. Das spannende Detail hier ist besonders, dass die Mitarbeiter an jeder Stelle lang untereinander auf ungarisch diskutiert haben, ausser bei der Nachfrage zum Upgrade, die direkt ohne Blick auf den Computer abgelehnt wurde.

Hilton Garden Inn Budapest City – die Lage

Das Hotel liegt logistisch gesehen genial: innerhalb von unter 10 Minuten schafft man es zum Deák Ferenc Platz,  an dem auch der Bus vom Flughafen ankommt. An diesem Platz fahren auch alle relevanten Buslinien der ungarischen Hauptstadt und Ihr erreicht auch die gesamte Innenstadt sehr schnell. Leider lässt der Eindruck der Lage auf den letzten Metern sehr nach, da das Hotel am Ende einer recht dunklen, engen und baufälligen Gasse liegt.

Wer sich von den vielen Baustellen nicht irritieren lässt kommt aber schnell zur Metro Linie 1, zu einigen Bus Haltestellen und auch zur Oper innerhalb weniger Minuten zu Fuss.

Hilton Garden Inn Budapest City – das Zimmer

Das Zimmer im ersten Stock gehört zur niedrigsten Kategorie. Es macht einen frischen Eindruck, jedoch ist das gesamte Bettzeug zerknittert und auch sonst macht das Finish des Betts keinen tollen Eindruck.

Neben dem grossen Doppelbett gibt es ein Möbelstück, welches einen Schreibtisch und Kommode kombiniert. In diesem ist die Minibar integriert und der ausreichend grosse Fernseher ist darauf platziert. Die zwei Flaschen Wasser sind für Statusinhaber im Hotel kostenlos. Das Zimmer verfügt über eine grosse Zahl an Steckdosen und wirkt sehr hell.

Neben dem sechseckigen Spiegel an der Wand gibt es im Zimmer auch einen Beistelltisch mit gleich vielen Ecken. Dieser steht neben einem sehr bequemen Ohrensessel der eine Fussstütze in Lederoptik zur Seite gestellt bekommen hat.

Auf eine Kaffeemaschine muss man im Hotel leider verzichten, es gibt nur einen Wasserkocher mit verschiedenen Tee-Sorten und Instant-Kaffee.

Das Bad macht einen frischen Eindruck, auch wenn die Farbauswahl in dunklem Braun gehalten sind.

Das Waschbecken ist sehr elegant und der Spiegel beleuchtet das Bad sehr gut.

Die Dusche ist sehr gross und mit einem rutschhemmenden Belag versehen.

Die Einstellmöglichkeiten der Brause sind vielfältig während der Wasserdruck sehr gut ist.

In Summe kann das Bad für seine Grösse auf ganzer Linie überzeugen.

Hilton Garden Inn Budapest City – die Erholung

Im Bereich der Erholung verfügt das Hilton Garden Inn Budapest über einen kleinen Fitness-Raum im Keller. Hier finden sich ein paar Geräte und dazu kostenlose Getränke.

Ansonsten ist auch hier die fehlende Routine spürbar: keine Handtücher und auch die normalerweise vorzufindenden Äpfel sind nicht aufzufinden.

Hilton Garden Inn Budapest City – das Frühstück

Das Hilton Garden Inn in Budapest serviert das Frühstücksbuffet unter der Woche bis 10 Uhr, am Wochenende bis 11 Uhr. Dieser Umstand findet sich klar auf der Speisekarte in jedem Zimmer, scheint es aber noch nicht zu den Mitarbeitern geschafft zu haben. Als ich um kurz nach 10 am Samstag im Frühstücksraum stand, erklärte mir eine Mitarbeiterin, dass sie schon anfingen abzudecken, da es das Frühstück nur bis um 10 Uhr gäbe. Auch mein Verweis auf die Karte im Zimmer wurde abgetan. Rund 15 Minuten später stand sie dann aber wieder an meinem Tisch und erklärte uns, es würde doch bis 11 Uhr frische Speisen geben.

Das Buffet selbst konnte nicht überzeugen, auch wenn an sich eine weitreichende Auswahl vorhanden war. Es gibt verschiedene Gebäckstücke, von denen aber keines auch nur ansatzweise an ungarisches Gebäck erinnert, und die allesamt enorm trocken und lieblos waren.

Ausserdem findet man eine grosse Auswahl an Aufschnitt, Käse und Früchten. Dazu gibt es verschiedene Joghurt-Sorten.

Dazu gibt es eine Live Cooking Station, die mit Kommunikationsproblemen zu kämpfen hat, weshalb niemand die ausschliesslich englisch sprechenden Gäste bedienen konnte. Auf meinen Wunsch nach einem Rührei oder Spiegelei wurde ich auf die bereits hergestellten Eierspeisen in der Warmhalte-Schale verwiesen, andere Speisen könne die Küche aber auch nicht zubereiten. Selbst für ein Omelett seien keine Zutaten vorhanden, Egg Benedict oder andere Produkte kannten weder die Bedienungen noch die Köche. Das dargebotene Rührei war aber enorm trocken und erstaunlich geschmacklos.

Es gibt eine grosse Auswahl an Frühstückscerealien, jedoch ist die Milch dazu auf Raumtemperatur.

Auf dem Buffet gibt es auch eine Waffelmaschine, aus der kein einziger Gast während meines Aufenthalts im Restaurant eine vollständige Waffel beziehen konnte. Das Problem dabei: die Kanne zum Beziehen des Teigs ist zu klein um alleine die Vorlage zu füllen, aber zwei sind viel zu viel. Dazu fehlt es an Fett um das Waffeleisen zu schmieren, sodass der Teig hängen bleibt und einfach verbrennt. Auch als drei Mitarbeiter versuchten einem Kunden aus den USA zu helfen, kam keine essbare Waffel heraus. Schade um die gute Idee.

Mein nächstes persönliches Highlight war der abgetrennte Raum, in dem sich Kaffee und Tee zubereiten liessen. Über Details wie die fehlenden Espresso-Tassen lässt sich in einem Hilton Garden Inn noch hinweg sehen. Aber der Umstand, dass das Wasser aus dem Tee-Wasser-Spender so kalt ist, dass man ohne Probleme einen Finger hinein stecken kann, ist dann doch verwunderlich. Die Mitarbeiter inklusive der Restaurantleitung sind überfragt und ich habe dann die Heisswasser-Funktion der Jura-Kaffeemaschine genutzt um einigermassen geniessbare Tee-Temperaturen zu erreichen. Der Kaffee aus besagter Schweizer Maschine ist aber gut.

Die Spender für Tee-Wasser scheinen nicht zu funktionieren

Im Raum findet sich auch eine Auswahl frischer Säfte.

In Summe gab es durchaus positive Elemente, wie den guten Kaffee und die Säfte, leider war alles andere etwas lieblos und ohne Routine zusammengestückelt.

Fazit zum Hilton Garden Inn Budapest City Centre

In Summe hat mich das Hilton Garden Inn enttäuscht. Während das Hotel im Design und Aufbau solide war, wiegen die nicht vorhandenen weichen Faktoren sowie das mangelhafte Training der Mitarbeiter schwer. Wer ein Hilton Hotel auf der Pest-Seite Budapests sucht, kann hier zufrieden werden, sollte aber vielleicht eher die zusätzlichen 750 Hilton Punkte statt des Frühstücks im Hotel wählen. Die Stadt hat unglaublich viele sehr günstige und gute Cafés zu bieten, weshalb ich in diesem Fall zum ersten Mal vom Hotelrestaurant abraten würde. Wer nur einen Ort zum Schlafen sucht, kann hier sehr glücklich werden: kurze Fusswege von allen Sehenswürdigkeiten, neue und saubere Zimmer sowie günstigere Preise als das Hilton Budapest City hat das Hotel zu bieten. Wer in der Kette bleiben will, sollte aber die Preise mit dem Hilton Budapest vergleichen, denn dieses war zu allen Terminen günstiger, hat eine ikonische Lage in Buda und bietet für mich das bessere Gesamtpaket.

Autor

Nachdem Alex in den ersten 5 Jahren seines Lebens mehr Zeit in Airbussen als in normalen Bussen verbracht hat, war das Hobby schon früh festgelegt: Fliegen. Egal ob in einer Turboprop oder einem A380, egal ob Holzklasse oder Premium: Der Weg ist das Ziel. Und wer kann schon behaupten in 12 Tagen New York, Singapur, Tokyo, Lissabon und Oslo mit Flügen in der Business Class verbunden zu haben?

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