Unter dem Namen Andaz hat Hyatt 2007 eine neue Hotelmarke geschaffen, die Luxus und Boutique unter einem Dach bieten soll. Andaz ist ein Wort aus der Hindi-Sprache und bedeutet „persönlicher Stil“. Jedes Hotel soll sich also insbesondere auch mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut machen und die dort herrschende Kultur in das Hotel hineinbefördern.

Ende November war ich für eine Nacht im relativ neuen Andaz Singapore und erlebte den etwas anderen Hotelaufenthalt. Was mir besonders gut gefallen hat und wo Andaz vielleicht ein bisschen zu abgefahren ist, lest ihr im folgenden Review.

Andaz Singapur – die Buchung

Gerade im südostasiatischen Zwergstaat Singapur ist die Hoteldichte enorm hoch. Dass man hier auch eine extrem grosse Auswahl an Luxushotels hat, ist selbstverständlich. Ich habe das Andaz Singapore, das zur Hyatt Gruppe gehört, über Hyatt Privé gebucht. Für eine Nacht Ende November (Hochsaison) habe ich 300 Franken bezahlt. Nicht gerade wenig für ein 5-Sterne-Hotel in Singapur aber oftmals normal. Durch die Buchung über Hyatt Prive erhielt ich aber zahlreiche Vorteile:

  • täglich kostenfreies Frühstück für zwei Personen
  • einen 100 US-Dollar Gutschein pro Aufenthalt für Hotelleistungen
  • kostenfreies Upgrade in die nächsthöhere Zimmerkategorie nach Verfügbarkeit bei der Buchung
  • ein Willkommensgeschenk im Ermessen des Hotels
  • früher Check-In und später Check-Out nach Verfügbarkeit
  • reguläre Punkte für die Rate im World of Hyatt Programm

Das machte den relativ hohen Betrag insgesamt doch verkraftbar. Auch Ihr könnt Buchungen über Hyatt Privé übrigens ganz einfach über reisetopia tätigen und so selbst von denselben Vorteilen profitieren!

Andaz Singapore – Check-In

Der Check-In-Bereich befindet sich im höher gelegenen 25. Stockwerk, sodass ich beim Betreten des Gebäudes zuerst ein wenig verwirrt war – denn da stand nur ein Portier in einer leeren Lobby. Die Aufmachung ist toll und sehr modern.

Die Rezeption ist dann auch keine richtige Rezeption, der Gast steht an einem kleinen Tisch direkt neben dem Hotelpersonal. Der Check-In erfolgt kurz und knapp auf einem iPad.

Die zum teils extreme Freundlichkeit, die man von anderen 5-Sterne-Häuser kennt, gibt es hier nicht. Ich kam mir deswegen überhaupt nicht schlecht behandelt vor. Der Kontakt entspricht dem Andaz-Konzept: jung, kurz und knackig, direkt und trotzdem freundlich.

Andaz Singapore – das Zimmer

Nach meiner ersten Nacht in Singapur im Conrad Singapur wechselte ich am späteren Nachmittag das Hotel, weswegen ich mein Zimmer direkt beziehen konnte. Der Flur vor dem Zimmer ist pompös und in der Mitte sieht man über alle Stockwerke.

Der Eingang meines Zimmers mit der Nummer 2906 auf dem 29. Stock ist mit einem Holzbriefkasten versehen, der gleichzeitig als Leseterminal für die Zimmerkarte funktioniert.

Das Zimmer mit Ausblick, das ich als Upgrade erhielt, ist sehr modern gehalten. Das Hotel hat auch erst im Jahre 2017 eröffnet. Das Bett befindet sich im großen Hauptraum, direkt vor der riesigen Fensterfront. Insgesamt hat mir das Zimmer einen sehr positiven ersten Eindruck gemacht. Insbesondere die vielen Holzelemente haben mir gut gefallen.

Im Eingangsbereich des Zimmers findet man auf der linken Seite einen offenen Schrank, in dem man ideal das Gepäck verstauen kann.

Weiter gerade aus ist die Toilette, separiert vom Waschbecken und direkt gegenüber ist dann die Dusche. Auf die Duschräumlichkeiten gehe ich später detaillierter ein. Links vom Eingang findet man also das Bad und ein wenig Stauraum, direkt geradeaus findet man den Hauptbereich des Zimmers. Dieser besteht auf der einen Seite aus einer Sitzecke mit Tisch.

Auf diesem findet man die hauseigene “Andaz Times” und das Willkommensgeschenk. In meinem Fall waren das zwei Cocktail-Gutscheine, welche ich aber erst kurz vor meiner Abreise gesehen habe.

Das Bett war super bequem und ich habe mich von der ersten Minute an sehr wohlgefühlt in diesem neuen Luxus-Boutique-Hotel der Hyatt-Gruppe. Ein nettes Accessoire finde ich die drahtlosen Bose-Lautsprecher, die auf dem linken Nachttisch bereitstanden und eine wirklich wunderbare Soundqualität haben. Der Ausblick vom Zimmer aus ist gut. Von meinem Zimmer aus im 29. Stockwerk habe ich in Richtung Marina Bay schauen können. Die touristischen Hauptattraktionen von Singapur konnte ich also vom Bett aus sehen.

In einer kleinen Ecke im Wohnzimmer befinden sich die Minibar und die Kaffeemaschine. An der Wand ist ein großer Fernseher, den ich aber nicht benutzt habe.

Die Minibar ist darüber hinaus komplett kostenlos: hier finden sich Softdrinks sowie alkoholische Getränke.

Grundsätzlich muss man betonen, dass alles offen gehalten wird, es also praktisch keine Türen gibt. Wenn man mit den richtigen Personen unterwegs ist, kann dies durchaus praktisch sein. Ich war alleine und fand diese Aufteilung sehr angenehm. Die Toilette ist von den übrigen Waschräumen getrennt.

Die Regendusche ist ebenfalls von hoher Qualität und überzeugt durch einen guten Wasserdruck.

Auch ansonsten macht das Badezimmer einen modernen und sehr schicken Eindruck. Alles ist sehr grosszügig gebaut und schlicht gehalten. Türen findet man auch für das Badezimmer vergebens.

Im Andaz gibt es zwar auch die standartgemässen Hotelschlappen, jedoch waren es in diesem Fall Flip-Flops aus Kunststoff. Eine tolle Idee, wie ich finde. Die Treter mit der witzigen Aufschrift “Stolen from Andaz Singapore” habe ich heute noch.

Alles in allem hat mir das Zimmer im Andaz Singapur entsprechend sehr gut gefallen.

Andaz Singapur – der Pool

Der Poolbereich im Andaz Singapore ist ein echter Hingucker. Insbesondere die Aussicht kann sich sehen lassen und ist meiner Meinung nach im Ansatz mit dem Infinity Pool des Marina Bay Sands Hotel zu vergleichen. Der Poolbereich befindet sich, analog Check In und Restaurants im 25. Stock des Hotels, was ein wenig verwirrend ist, da man durch eben genannte Räumlichkeiten in Badehose durchlaufen muss.

Diese kleine Aussenanlage ist nicht gross und bietet neben einigen Liegestühlen aus Holz, gratis Wasserflaschen und Tüchern auch nicht viel mehr. Trotzdem ist der Pool eingebettet zwischen Palmen wirklich schön und man badet hier sehr angenehm – inklusive Traumaussicht auf Singapur.

Während meiner Zeit an der Poolanlage war ich fast alleine und das Wetter war nicht gerade genial. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass es zu Spitzenzeiten auch recht eng hier oben werden kann. Trotzdem gefällt mir der Poolbereich sehr gut und ist auf jedenfall Singapur-tauglich! Besonders die Aussicht ist atemberaubend. Leider gab es keine Poolbar, sodass man sich mit Getränken weitgehend selber weiterhelfen muss.

Andaz Singapore – Gastronomie

Das Konzept im Andaz Singapore mag besonders beim Essen anfänglich ein wenig kompliziert wirken. Denn auch die Hoteleigenen Restaurants sind allesamt auf der selben Ebene, direkt neben der Rezeption.

Die Restaurants sind sogar offen gehalten, sodass man zur Inspiration der verschiedenen Angebote und Küchen einfach mal überall durchlaufen kann. Einzig im obersten Stock gibt es noch ein edles Steakhouse.

Da ich meinen Aufenthalt über Hyatt Privé gebucht habe, durfte ich einen Hotelvoucher in Wert von 100 Dollar in Anspruch nehmen. Ich weiss nicht was an diesem Abend in mich Gefahren ist, aber ich entschied mich für ein einfaches Steak mit Pommes für um die 35 Dollar. Insgesamt war das Essen in Ordnung, qualitativ aber nicht auf Fünfsterne-Niveau und dadurch für das Gebotene auch viel zu teuer.

Ein echtes Schmuckstück dieses Hotels ist zweifelsfrei die Rooftop-Bar, welche besonders Abends sehr voll ist. Dabei ist es nicht nur eine Bar, sondern das ganze Dach wurde zu einem kleinen Park umgebaut, sodass man in gewissen Ecken in aller Ruhe den Ausblick über Singapur geniessen kann.

Die Cocktails sind gut und der Service war schnell und zufriedenstellend. Die Preise sind allerdings auf gehobenem Niveau, sodass man hier sicherlich tiefer in die Tasche greifen muss, wenn man hier einen ausgelassenen Abend geniessen möchte. Insgesamt gehört diese Bar aber zu den Top-Adressen in Singapur, was man auch am Klientel schnell sehen kann. Hier habe ich dann auch den Restsaldo meines 100-Dollar-Vouchers weggetrunken.

Andaz Singapore – Frühstück

Das Frühstück im Andaz Singapore war eine echte Überraschung. Selten habe ich eine solch grosse Auswahl an einem Buffet gesehen. Wie bereits oben erwähnt, gibt es in diesem Hotel drei Restaurants, welche zum Frühstück jeweils alle zum Frühstücksraum umfunktioniert werden. Der einzige Knackpunkt: Für die Frühlingsrollen läuft man dann halt schonmal ein paar Meter, wenn man den Tisch beim Käsebuffet hat. Die Auswahl mag hervorragend sein, der Service ist hier meiner Meinung nach aber nicht auf Fünfsterne-Niveau. Das hat mich aber keinesfalls enttäuscht: Andaz nimmt es sich ja zur Aufgabe, etwas schriller und hipper zu sein. Und da gehört persönlicher Service mit rumgetätschel nunmal nicht dazu. Ich suchte mir mein Zeugs also selber zusammen, und das war auch in Ordnung so.

Der Raum ist grosszügig und offen gehalten. Während des Frühstücks geniesst man ein wunderbares Panorama über die Megacity. Auf jedem Tisch ist bereits eine kleine Variation an leckerer französischen Confitüre vorzufinden. Ähnlich französisch angehaucht ging es beim Backwaren-Buffet weiter.

Dieser alternative Style gefiel mir sehr gut, und so musste man sich als Gast in einer Art Küche zurechtfinden. Hier waren auch alle Milchwaren in den Kühlschränken verstaut und man dufte sich selber bedienen.

Die Obstauswahl hat mich komplett umgehauen. Insbesondere frische Erdbeeren sieht man nicht in allen Luxushäusern.

Weiter gab es auch noch ein grosszügiges Salatbuffet. Die Kaffeemaschine und den Bierzapfhahn musste man auch selber bedienen. Gerade beim Kaffe hatten einige Gäste ihre Mühe. Mindestens diesen Service könnte man als Hotel übernehmen, finde ich. In der hintersten Küche gab es asiatisches Frühstück.

Insgesamt gibt es mehrere große Theken mit zahlreichen Optionen aus regionalen Küchen. Warme Speisen aus dem asiatischen Raum werden umringt von den typischen europäischen und amerikanischen Spezialitäten wie frische Pancakes oder warmen Waffeln.

Ohne Zweifel: Hier vermisst man beim Frühstück nichts. Auch im Restaurant gibt es zudem frisch zubereitete Eierspeisen auf Wunsch, auch wenn das Egg Benedict eine improvisierte Version des Küchenchefs war. Es war trotzdem sehr lecker!

Andaz Singapore – Fazit

Ich war noch nie in einem Andaz und muss wirklich sagen, dass ich von dieser neuen Hotelmarke von Hyatt positiv angetan bin. Die Zimmer sind selbst in den unteren Kategorien sehr großzügig und einfach sehr schön designed. Das Andaz punktet vor allem durch überraschende Inklusivleistungen, so ist die Minibar beispielsweise vollausgestattet kostenlos. Allgemein gefällt mir dieser ausgefallene Stil, der sich durch die Einrichtung bis zum Service durchzieht. Das Personal ist ausschliesslich sehr jung und freundlich. Natürlich kann man für den Preis von 300 Franken auch durchaus ein anderes Niveau von Luxus erwarten bzw. buchen. Für Junggebliebene lohnt sich ein Abstecher in ein Andaz aber allemal!

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