Die Swiss treibt die Modernisierung ihrer Kurzstreckenflotte voran. Bis ins Jahr 2027 flottet die Swiss sämtliche Airbus A220-100 aus.
Immer wieder hatten Fluggesellschaften mit Triebwerksproblemen bei den Airbus A220 zu kämpfen – auch die Swiss. Triebwerksprobleme sorgten bei Swiss im Jahr 2019 für ein kurzfristiges Grounding der gesamten A220-Flotte. Im vergangenen Sommer mussten zehn A220 der Swiss am Boden bleiben – Hauptgrund: Verzögerungen bei der Triebwerkswartung. Jetzt zieht die Swiss erste Konsequenzen und flottet die Airbus A220-100-Teilflotte aus, wie unter anderem AviationDirect berichtet.
Das Wichtigste in Kürze
- Swiss flottet die Airbus A220-100-Teilflotte aus
- Zwei A220 werden zerlegt und sollen den Bestand an Ersatzteilen auffüllen
- Piloten werden auf den Airbus A220-300 umgeschult
Aus für den A220-100 – Fokus auf grössere Modelle
Ein Blick auf die Kurzstreckenflotte der Swiss verrät, dass die Swiss über neun Airbus A220-100 sowie 21 Airbus A220-300, die größere Variante des A220, verfügt. Ursprünglich war angedacht, dass beide Versionen mit je 15 Flugzeugen zur Flotte stossen. Schnell kristallisierte sich jedoch ein grösserer Bedarf an dem A220-300 heraus. Bis 2027 sollen die verbleibenden Airbus A220-100 ausgeflottet werden. Dieser Schritt mag mitunter verwundern, sind die Flugzeuge doch kaum älter als zehn Jahre.
Die Ausflottung unterstreicht den derzeitigen Bedarf an höheren Sitzplatzkapazitäten und einer harmonisierten Wartungslogistik – weg von einer Vielzahl von Flugzeugtypen, hin zu einer Flottenharmonisierung. Der A220-100 weist lediglich eine Kapazität von 125 Sitzplätzen auf. Dem gegenüber stehen 145 Sitzplätze an Bord des Airbus A220-300. Die Gewinnmarge pro Sitzplatz fällt beim A220-100 deutlich geringer aus, als bei dem A220-300.
Die A220-100 überzeugt zugleich durch ihre hohe Leistung und ihre Eignung für kurze Startbahnen sowie Flughäfen mit steilen Anflugwinkeln. Hier ist als Beispiel der London City Airport zu nennen, auf dem der A220-300 beispielsweise nicht landen darf. Die Folge: Zukünftig muss die Swiss für Flüge an den London City Airport auf Helvetic Airways zurückgreifen. Die Fluggesellschaft führt Flüge mit der Embraer E190-E2 und E195-E2 durch, die ebenfalls am Stadtflughafen landen und starten dürfen.
Der Zeitplan
Bis 2027 sollen die verbleibenden A220-100 ausgeflottet sein. Zwei Flugzeuge, die Maschinen HB-JBC und HB-JBD, befinden sich derzeit am Flughafen Toulouse-Francazal. Diesen Flugzeugen steht eine vollständige Zerlegung bevor und sie füllen somit den Bestand an Ersatzteilen auf. Speziell die Pratt & Whitney GTF Triebwerke stehen im Fokus, da diese in der Vergangenheit die Luftfahrt des Öfteren vor wartungsbedingte Engpässe gestellt hat. Durch die Nutzung der Ersatzteile schafft die Swiss eine Unabhängigkeit von langen Lieferketten und kann gleichzeitig die Einsatzbereitschaft der 21 Airbus A220-300 sicherstellen.
Im aktuellen Sommerflugplan sind nur noch drei Airbus A220-100 im Einsatz. Durch den Einsatz möchte die Swiss sowohl Spitzenzeiten abdecken als auch die Netzstabilität gewährleisten. Im Anschluss erfolgt eine vorübergehende Stilllegung der gesamten Flotte. Eine abschliessende Entscheidung über die Zukunft der A220-100 hat die Swiss indes noch nicht getroffen.
Währenddessen erhalten Pilotinnen und Piloten, die derzeit für den Airbus A220-100 zugelassen sind, eine Umschulung für den Airbus A220-300. Die Umschulung dürfte nicht allzu zeitintensiv sein, da die Cockpits der beiden A220-Modelle identisch sind.