Aufgrund eines erneuten COVID-Ausbruchs muss die quarantänefreie Reiseblase zwischen den beiden asiatischen Grossstädten zum zweiten Mal verschoben werden.

Der Reisekorridor zwischen Singapur und Hongkong hat sich lange an dem Vorbild der Reiseblase zwischen Australien und Neuseeland orientiert und sollte auch den Bewohnern der beiden asiatischen Metropolen ein Stück Normalität in Pandemiezeiten zurückgeben und eine quarantänefreie Einreise zwischen den beiden Städten ermöglichen. Vorgesehen war das Projekt allerdings schon für November 2020 und bis heute musste das Vorhaben aufgrund instabiler Infektionszahlen bereits zum zweiten Mal verschoben werden, wie Executive Traveller berichtet.

Instabile Lage in Singapur

Die Errichtung eines quarantänefreien Reisekorridors zwischen Hongkong und Singapur erweist sich zunehmen als schwierig, da das Infektionsgeschehen in Singapur erneut ausser Kontrolle geraten ist und die Reiseblase sowie die Sicherheit der Bevölkerung gefährden würde. Aus diesem Grund wurde das Vorhaben allerdings nicht gecancelt, sondern lediglich zum zweiten Mal in Folge auf unbestimmte Zeit verschoben. Zunächst war der Start der Flugblase für den 26. Mai vorgesehen. Nun haben beide Regierungen einvernehmlich gegen einen baldigen Start abgestimmt und neue Verhandlungen um einen Monat nach hinten, für den 13. Juni angesetzt. Vorher werde erst einmal nichts passieren, um das Infektionsrisiko nicht noch mehr auszureizen.

Singapur kämpft derzeit gegen die aggressivere und schneller übertragbare Virusvariante B.1.617 aus Indien an und verzeichnet zunehmend Neuinfektionen, weshalb die Regierung zuletzt eine Verfünffachung der Inzidenz vermelden musste. Das Problem dabei ist, dass Singapur die Corona-Fälle nicht nachweisen kann. Eine Vielzahl an neuen Fällen stammen wohl vom internationalen Changi Airport in Singapur. Daraufhin wurden zwei Terminals und der Einkaufskomplex Jewel für zwei Wochen gänzlich geschlossen. Insgesamt meldete Singapur am Sonntag 38 neue Fälle von COVID-19-Infektionen, was der bisher höchsten Zahl seit mehr als einem Jahr entspricht. Darunter gibt es 17 nicht nachweisbare Fälle, die am Sonntag identifiziert wurden. Sechs Patienten wurden dabei positiv auf den B.1.617-Stamm getestet, obwohl zwei von ihnen bereits über ihre erste Impfdosis verfügten.

Hongkong ergreift aus diesem Grund Massnahmen und möchte Singapur vorläufig als Hochrisikogebiet einstufen – genau das Gegenteil der ursprünglichen Pläne. Das hätte dann zur Folge, dass sich Einreisende aus Singapur ohne COVID-19-Impfung zunächst satte 21 Tage lang in ausgewiesenen Hotels einer Quarantäne unterziehen und im Anschluss einen Nachweis über einen negativen Corona-Test vorlegen müssten, bevor sie ihren Flug antreten könnten. Im November 2020 galt hingegen Hongkong als Auslöser, als dort die COVID-19-Neuinfektionen stark anstiegen.

Fazit über die erneut verzögerte Reiseblase

Es wirkt schon fast, als sollte es einfach nicht sein: seit November letzten Jahres werden die Bewohner Singapurs und Hongkongs mit der quarantänefreien Reiseblase hingehalten und jedes Mal kommt ihnen das Coronavirus und diverse Mutationen zuvor. Aus diesem Grund müssen die Reisenden nun auch Abschied vom Start der Reiseblase am 26. Mai nehmen und hoffen, dass sich die Lage in Singapur wieder beruhigt, sodass der Reisekorridor eventuell in den Sommermonaten oder im Spätsommer starten kann. Dennoch muss man die erneute Verzögerung als verantwortungsvoll und wichtig erachten, da nur durch eine Abschottung der Singapurianer die Ausbreitung verhindert werden und somit das Wohl der Menschen geschützt werden kann.

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