Der Corona-Schock in der Flugbranche sitzt nach wie vor tief. Doch auch im neuen Jahr könnte der Luftverkehr gerade einmal die Hälfte des Vorkrisenniveaus erreichen, meldet die Luftfahrtbehörde Eurocontrol.

Das für die Luftfahrtbranche mehr als grausame Jahr 2020 konnten wir nun hinter uns lassen. Nachdem durch die Impfstoff-Zulassung und dem Impfstart in den meisten Ländern Europas vor wenigen Wochen wieder ein Lichtblick am Ende des Tunnels erreicht wurde, ruht die gesamte Hoffnung für eine Rückkehr zur Reisenormalität bei 2021. Doch ganz so freudenreich, wie es sich die meisten wünschen, wird auch dieses Jahr nicht werden, so muss sich Europas Luftfahrtindustrie noch eine Weile gedulden bis ein Vorkrisenniveau wieder erzielt werden kann. Eurocontrol rechnet in diesem Jahr mit gerade einmal der Hälfte des Flugverkehrs von 2019.

Trotz Impfstoff erwarten Experten nur langsame Erholung im Flugverkehr

2020 dürfte keines Zweifels das Jahr mit den grössten Herausforderungen insbesondere in der Reisebranche gewesen sein. Richtung Jahresende berichtete Eurocontrol, die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt, bereits von einem massiven Einbruch im innereuropäischen Luftverkehr, der infolge explodierender Infektionszahlen erneut einen dramatischen Tiefpunkt erlebte. Insgesamt lässt sich ein Rückgang von rund 6.1 Millionen Flügen feststellen, was einem Passagierverlust von knapp 1.7 Milliarden Passagieren im vergangenen Jahr entspricht.

Nach Einschätzungen der Experten wird es in diesem Jahr eine Erholung geben, wenn auch wesentlich langsamer als in der Flugbranche erhofft wird. Derzeit geht man davon aus, wieder auf rund 51 Prozent im Flugverkehr vergleichsweise zum Vorkrisenniveau zu kommen, wie airliners.de berichtet hatte. Wenn auch eine Wiederbelebung in der Flugbranche bereits ein grosser und wichtiger Schritt ist in diesem Jahr, werden wir sicherlich noch eine Weile mit Reisebeschränkungen begleitet werden, zudem müssen auch die Reisenden teilweise erst wieder Vertrauen und Sicherheit in ihrem Reisealltag aufbauen. Die eher noch betrübenden Prognosen werden wir in diesem Jahr wohl hinnehmen müssen.

Flughäfen bangen um dringend notwendige Finanzhilfen

Rekordwerte wurden in diesem Jahr in der Flugbranche ausschliesslich an der Zahl der Flugannullierungen gemessen. Laut Eurocontrol hatte die Lufthansa Group 67 Prozent aller vorgesehenen Flüge in 2020 absagen müssen, gleich wie easyJet oder annähernd mit British Airways Mutter IAG bei einem Rückgang von 65 Prozent im Vergleich zu 2019. Air France-KLM dagegen konnte sich noch etwas retten mit einem Einbruch von nur 55 Prozent. So waren Richtung Jahresende noch immer über die Hälfte der Flotte der europäischen Verkehrsflugzeuge geparkt, das entspricht rund 4’118 von 8’048 Flugzeugen.

Nachdem in erster Linie die grossen Fluggesellschaften, wie unter anderem die Lufthansa Group, im letzten Jahr ordentlich Finanzhilfen vom Staat einkassiert hatten, sind nun die Flughäfen auf dringende Unterstützung angewiesen zum Schutz ihrer Existenz. Man darf gespannt bleiben, ob sich die Prognosen der Luftfahrtbehörde bestätigen und wie die Reisemöglichkeiten in diesem Jahr aussehen werden. In erster Linie wird jeder Schritt von der Entwicklung des Impfprozesses abhängen, wobei sich die Aussichten in der Flugbranche auf das Erreichen des Vorkrisenniveaus als fast unmöglich herausstellen.

Fazit zur Flugverkehrs-Prognose von Eurocontrol

Das für die Luftverkehrsbranche sehr einschneidende Jahr 2020 ist nun Geschichte und jegliche Hoffnung liegt bei diesem Jahr. Trotz Impfstart und harter Lockdown-Massnahmen in vielen Ländern Europas, was die meisten Politiker als die beiden wichtigsten Säulen zur Überwindung der Pandemie momentan erachten, wird 2021 nicht ganz so rosig verlaufen, wie es sich die meisten wünschen. Diese Prognosen bestätigt die Luftfahrtbehörde Eurocontrol mit einer nur langsamen Erholung. Europas Luftverkehrsbranche wird sich noch eine Weile gedulden müssen!

Autorin

Seitdem Karolin als Schülerin an einem Austauschprogramm in Frankreich teilgenommen hat, wächst täglich ihre Begeisterung für das Reisen und Entdecken neuer Länder und ihre Leidenschaft für die französische Sprache.

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