Durch die Corona-Krise und der damit einhergehenden deutlichen Reduzierung des gesamten Verkehrsaufkommens, sind die Schadstoffwerte über Europa enorm gesunken.

Während Ökonomen immer noch versuchen, sich mit dem vollen Ausmass der finanziellen Kosten weitverbreiteter Reisebeschränkungen und Abriegelungen auseinanderzusetzen, wird der Erde eine dringend benötigte Atempause zugestanden. Seit der Einführung von Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 sind die täglichen Kohlendioxidemissionen in der Europäischen Union um fast 60 Prozent zurückgegangen.

Emissionen gehen um fast 60 Prozent zurück

Inmitten von Berichten über Ziegen, die Dörfer in Wales erobern, über Kanäle in Venedig mit klarem Wasser, in dem es von Fischen nur so wimmelt bis hin zu weidende Hirschherden vor den Wohnsiedlungen in London, tauchen auch vermehrt Daten darüber auf, wie sehr unsere täglichen Aktivitäten die Luft um uns herum beeinflusst haben. Da die Flüge über Europa – aufgrund der anhaltenden Corona-Krise – im April im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 95 Prozent reduziert worden sind, sind die verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Fluggesellschaften, ihre Mitarbeiter und Subunternehmer, nicht zu leugnen. Dennoch kann sich unsere Erde zwischenzeitlich gut erholen, wie neue Daten belegen.

Wie die “Financial Times” berichtete, hat eine Studie der französischen Energieberatungsgruppe “Sia Partners” gezeigt, dass die täglichen Kohlenstoffemissionen in der Europäischen Union, seit der Einführung von Reise- und Alltagsbeschränkungen, im Kampf gegen die Verbreitung der Coronaviren, um satte 58 Prozent zurückgegangen sind. Die direkten Emissionen aus dem Luftverkehr machen dabei in der Regel etwa 3 Prozent der Treibhausgasemissionen der gesamten EU aus. Nach Angaben von “Eurocontrol” sind beispielsweise die Flüge über Spanien, im Vergleich zur gleichen Zeit des letzten Jahres, um etwa 95 Prozent zurückgegangen. Flüge im Luftraum über Grossbritannien sind dabei um 90 Prozent und über Schweden um 84 Prozent gesunken. Der Verkehr an den Flughäfen Frankfurt und London-Heathrow etwa, ist ebenfalls um etwas mehr als 84 Prozent eingebrochen.

Weltweit sind die Emissionen, die durch den Flugverkehr verursacht werden, um fast ein Drittel zurückgegangen. Eine Analyse der Financial Times ergab, dass im März bis zu 28 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger ausgestossen wurden, da weltweit fast eine Million Flüge gestrichen wurden. Insgesamt beliefen sich die globalen Kohlendioxidemissionen aus kommerziellen Flügen im Jahr 2018 auf 918 Millionen Tonnen oder 2.4 Prozent der Kohlendioxidemissionen aus der gesamten Nutzung fossiler Brennstoffe. Eine Zahl, die den Berechnungen zufolge in den letzten fünf Jahren um 32 Prozent zugenommen hat.

Schadstoffe vieler Sektoren schrumpfen deutlich

Sogar die Emissionen aus dem Individualverkehr, vor allem durch die Nutzung privater Autos und Motorräder verursacht, sind in Europa um beachtliche 88 Prozent zurückgegangen und auch die Emissionen des Energiesektors konnten um 40 Prozent reduziert werden. Die kombinierten Zahlen wären noch höher gewesen, wenn die Emissionen der Haushalte nicht um ein Drittel gestiegen wären. Das überrascht allerdings nicht, da aktuell natürlich sehr viele Europäer zurzeit zu Hause bleiben.

Es sind nicht nur die Kohlendioxidwerte, die deutlich geschrumpft sind. Auch andere schädliche Gase, die von Fahrzeugen und bestimmten Industriezweigen erzeugt werden, sind deutlich gesunken. Die Europäische Weltraumorganisation “ESA” berichtete über einen deutlichen Rückgang der Stickstoffdioxid-Werte über Metropolen wie Madrid, Paris und Mailand, die sich in der aktuellen Krise bereits ziemlich früh abschotteten.

Fazit zur deutlichen Reduzierung der Schadstoffwerte

Inmitten der wirtschaftlichen Notlage, die die weitverbreiteten Beschränkungen, Grenzschliessungen und Reiseverbote weltweit verursachen, könnte man meinen, dass die momentane Atempause für Luftqualität und Natur zumindest ein Grund zur Freude sein sollte. Es wird jedoch bereits jetzt vorausgesagt, dass der wirtschaftliche Abschwung schlimmer sein wird als der, der globalen Finanzkrise von 2008.

Dies könnte wahrscheinlich dazu führen, dass Regierungen und Unternehmen – einschliesslich Fluggesellschaften – weniger bereit sein werden, die ohnehin schon mageren Gewinnmargen zu kürzen, um in neue, umweltfreundlichere Technologien – wie nachhaltige Treibstoffoptionen und Elektrifizierung – zu investieren. Wir hoffen nicht, dass der Schaden durch den Aufschwung grösser sein wird als der Nutzen für die Umwelt in der momentanen Situation.

Autor

Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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