Emirates möchte alle A380 zurück in den aktiven Betrieb holen und überlegt Verhandlungen mit Airbus über eine weitere A350-Bestellung zu starten.

Die grösste Airbus A380-Flotte besitzt derzeit Emirates. Doch davon sind nur etwas mehr als die Hälfte im aktiven Betrieb. Wie airliners berichtet, kommen die restlichen A380 schnellstmöglich zurück in den Betrieb. Es ist auch möglich, dass die Fluggesellschaft aus Dubai noch mehr Airbus-Jets als bisher geplant in den Betrieb aufnimmt. Die Airline zeigt Interesse an einer Aufstockung der A350-Bestellung, so aerotelegraph. Diese soll die verspätete Auslieferung der Boeing 787 und 777X kompensieren.

Emirates bringt alle Airbus A380 zurück und möchte Berlin anfliegen

Viele Airlines haben aufgrund der Covid-Pandemie und sinkenden Nachfrage den Airbus A380 ausgeflottet. Für einige Fluggesellschaften war eine Rückkehr des grössten Passagierflugzeugs der Welt undenkbar. Doch die Nachfrage an Flugreisen steigt und auch die Lufthansa überdenkt eine mögliche Rückkehr des A380. Eine Fluggesellschaft kann auf den Riesenairbus allerdings nicht verzichten – Emirates. Die Airline aus Dubai besitzt aktuell 119 dieser Flugzeuge; im Betrieb sind allerdings nur 65 bis 70 Maschinen. Die restlichen A380 sollen zeitnah wieder Passagiere von und nach Dubai bringen, weshalb Emirates plant diese so schnell wie möglich in den aktiven Betrieb zu bringen. Dafür müssen derzeit noch 40 bis 50 Piloten trainiert werden; ebenso die Kabinencrew.

Ein Emirates Airbus A380.

Emirates-Chef Tim Clark hat auch eine weitere deutsche Destination auf dem Schirm, welche möglicherweise mit dem Airbus A380 angeflogen werden soll – Berlin. Die Landerechte dafür hat sich die Airline aus Dubai allerdings noch nicht erkämpfen können. In Deutschland wird bisher nur Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg angeflogen. Clark schliesst aber aus für die Berlin-Verbindung eine andere Verbindung nach Deutschland einzustellen.

Verspätete Boeing 787-Auslieferung kann Airbus A350-Bestellung erhöhen

Das Zulassungsproblem der Boeing 787 durch die US-Luftfahrtbehörde FAA hält weiterhin an. Trotzdem rechnet Boeing mit den ersten 787 Auslieferungen noch in diesem Sommer. An Emirates soll laut Vertrag der erste Dreamliner im Mai 2023 ausgeliefert werden. Airline-Chef Tim Clark glaubt allerdings nicht daran und rechnet mit der Überführung der ersten Boeing 787 nicht vor 2025, was ihm deutlich zu spät wäre. Aus diesem Grund prüfe die Fluggesellschaft “die gesamte Situation und werden sehen, ob die 787 einen Platz in der Flotte hat oder nicht”, so Clark. Hinzu kommt noch die verspätete Auslieferung der Boeing 777X-Bestellung, weshalb der Airline nach eigenen Angaben zwischen 2024 und 2027 Flugzeuge fehlen werden.

Die Boeing 787-9 im neuen Design.

Aufgrund dessen interessiert sich Emirates an einer Aufstockung der bestehenden Airbus A350-Bestellung. Diese sollen eher ausgeliefert werden als das Konkurrenzprodukt Boeing 787. Aktuell erwartet die Airline 50 Airbus A350-900, die “hoffentlich ab August oder September 2024” ausgeliefert werden, so Clark. Auch der grössere A350-1000 ist für die Airline aus Dubai interessant. Jedoch ist Emirates mit den Rolls-Royce Triebwerken nicht zufrieden. Diese müssen für “mindestens 2000 bis 3000 Zyklen am Flügel bleiben”. Erst dann kommt die grosse A350-Variante in Erwägung.

Fazit zur Rückkehr aller A380 und Emirates Interesse an weiteren A350

Das grösste Passagierflugzeug der Welt wird bald noch öfter am Himmel zu sehen sein, wenn Emirates die restlichen rund 50 A380 zurück in den aktiven Betrieb nimmt. Vielleicht wird man ihn sogar in Berlin sehen, wenn die Airline Landerechte dafür bekommt. Die Rückkehr aller A380 kann eine prognostizierte Lücke an Flugzeugen zwischen 2024 und 2027, welche sich aus der verspäteten Auslieferung der Boeing 787 und 777X ergibt, jedoch nicht schliessen. Dadurch kann sich die bestehende A350-Bestellung bei Airbus weiter erhöhen.

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Sobald Adrian einen Flughafen betritt, ist er glücklich. Es begeistert ihn in den Flieger zu steigen, aus dem Flugzeugfenster zu schauen und unsere Welt von oben zu sehen. Nach der Landung fasziniert es Adrian neue Orte, neue Kulturen zu erleben, gut zu Essen und Menschen aus aller Welt zu treffen.

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