Der defizitäre italienische Flagcarrier Alitalia könnte einen weiteren grossen Schritt in Richtung Rettung gehen: Zwei grosse Konzerne haben angekündigt in die Airline investieren zu wollen.

Dabei handelt es sich zum einen um Delta sowie um die italienische Benetton-Familie, die sich mit dem in ihrem Besitz befindlichen Infrastrukturkonzern Atlantia an der Airline beteiligen will.

Rettungsmission mit vielen Beteiligten

Zu den Miteigentümern der stark strauchelnden Alitalia zählt unter anderem die staatliche Eisenbahngesellschaft “Ferrovie dello Stato” – kurz FS – welche sich am vergangenen Montagabend bereits für Atlantia als weiteren Investor entschied. Daneben soll auch die amerikanische Fluglinie Delta bei der Rettung der seit geraumer Zeit in grosser finanzieller Not befindlichen Airline helfen. Ausserdem leistet das italienische Finanzministerium Hilfe bei der Operation.

Die Günstig-Airline EasyJet zog sich indes aus dem Bieter-Rennen komplett zurück, während Delta erst im März ein Angebot unterbreitete, zehn Prozent der Alitalia-Anteile kaufen zu wollen. Noch sei jedoch keine Zeit um zu jubeln, so der Vize-Premier und Industrieminister Italiens, Luigi Di Maio und es müsse zunächst ein ernsthafter Betriebsplan erstellt werden.

Atlantia ist ein umstrittener Investor

Jedoch ist mit Atlantia ein nicht ganz unumstrittener Investor bei Alitalia mit an Bord gegangen. Der Konzern gehört zur Benetton-Familie, zudem wiederum ausserdem noch der italienische Autobahnbetreiber “Autostrade per l’Italia” gehört, in dessen Verantwortungsbereich auch die im letzten Jahr eingestürzte Brücke in Genua fällt, was kurz darauf für negative Schlagzeilen sorgte. Des Weiteren betreibt Atlantia den wichtigsten Flughafen in Rom, “Fiumicino”.

Bereits seit gut zwei Jahren befindet sich Italiens Flagcarrier nun schon in der Insolvenz und kann nur mithilfe eines überbrückenden Staatskredites überhaupt noch fliegen. Seitdem sucht man händeringend nach neuen Investoren und frischem Geld, wodurch schon etliche Male die Frist verschoben wurde, da dies bisher nicht den erhofften Erfolg brachte. An der Airline hängen rund 11’000 Arbeitsplätze.

Fazit zu den neuen Investoren Alitalias

Alitalia braucht dringend Geld, denn es dürfte sich nur noch um eine Frage der Zeit handeln, bis auch die italienische Regierung den eigene Flagcarrier aufgeben wird und muss. Da kommen die zwei neuen namenhaften Unternehmen Delta sowie die Benetton-Familie gerade recht, wenn auch besonders letztere durch ihre Unternehmen sicher nicht immer den besten Ruf geniessen. Jetzt bleibt abzuwarten, was das Zusammenspiel für Alitalia bedeutet und ob es die erhoffte Rettung bringen kann.

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Nachdem Alex in den ersten 5 Jahren seines Lebens mehr Zeit in Airbussen als in normalen Bussen verbracht hat, war das Hobby schon früh festgelegt: Fliegen. Egal ob in einer Turboprop oder einem A380, egal ob Holzklasse oder Premium: Der Weg ist das Ziel. Und wer kann schon behaupten in 12 Tagen New York, Singapur, Tokyo, Lissabon und Oslo mit Flügen in der Business Class verbunden zu haben?

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